The Saker – Kann die EU zu einem Partner für Rußland werden?

Donate

Von The Saker
Übersetzung©: wunderhaft

 

shutterstock_511676236

 

15.Juni2018, Unz Revew
Die Wiederernennung des (wenn auch etwas umsortierten) “ökonomischen Blocks (oder Flügels / Anm. d. Übersetzers)” der Regierung Medwdew hat zu vielerlei Erklärungen Anlaß gegeben, von denen die einen besser, die anderen weniger gut sind. Heute möchte ich eine besondere Hypothese betrachten, die folgendermaßen zusammengefaßt werden kann: Putin hat sich gegen die Entfernung des (unpopulären) “ökonomischen Blocks” aus der russischen Regierung entschieden, weil er der EU “bekannte Gesichter” und Partner präsentieren wollte, denen EU-Politiker Vertrauen würden. Gerade jetzt, wo Trumps sich durch sein schwachsinniges Verhalten den meisten europäischen Führern entfremdet hat, ist der richtige Zeitpunkt auf die “Abweisung” durch die Vereinigten Staaten mit einer “Annäherung” Rußands zu reagieren und dabei behilflich zu sein die EU näher an Rußland heranzuführen. Durch die Wiederernennung der russischen “Liberalen” (ein Euphemismus für Typen von WHO*/Weltbank/IWF* etc.) hat Putin das Erscheinungsbild Rußlands für die EU so attraktiv wie möglich gestaltet. Und tatsächlich ist der große Erfolg des Wirtschaftsgipfels in St. Petersburg sowie des parlamentarischen Forums der Beweis dafür, daß diese Strategie funktioniert.

Diese Hypothese basiert auf einer wesentlichen Annahme: daß die EU, unter den richtigen Bedingungen, zum Partner Rußlands werden könnte.

Aber sind diese Bedingungen garantiert? Ich persönlich glaube das nicht, und ich will versuchen die Gründe für meine Skepsis zu erläutern:

Erstens existiert keine “EU”, zumindest nicht in politischer Hinsicht. Noch wichtiger jedoch ist, daß es keine “EU-Außenpolitik” gibt. Ja, es gibt EU-Mitgliedstaaten mit politischen Führern, es gibt eine große Handelsgemeinschaft in der EU, und es gibt viele EU-Organisationen, aber so etwas wie die “EU” existiert nicht, besonders nicht in außenpolitischen Zusammenhängen. Der beste Beweis hierfür ist der unbeholfene Umgang der so genannten “EU” mit der Ukraine, dann mit den anti-russischen Sanktionen, mit der Invasion illegaler Einwanderer und nun mit Trump. Bestenfalls kann die EU als ein/e Protektorat/Kolonie der Vereinigten Staaten (VS) betrachtet werden, in dem einige Untergebene “gleichberechtigter sind als andere” (bspw. das Vereinigte Königreich versus Griechenland). Die meisten (oder alle?) EU-Mitgliedstaaten sind den Vereinigten Staaten jämmerlich ergeben, und das ist keine Überraschung, wenn man bedenkt, daß selbst das so genannte “EU-Oberhaupt” – Deutschland – nur über eine sehr begrenzte Souveränität verfügt. Die Anführer der EU sind nichts weiter als eine Elite aus Kompradoren*, die sich einen Dreck um die Meinungen und Interessen der Menschen in Europa schert. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß die so genannte “EU-Außenpolitik” den grundlegenden Interessen der Menschen in Europa seit Jahrzehnten zuwiderläuft und daß dieses Phänomen immer schlimmere Formen annimmt.

Zweitens ist die einzige, mächtigste und vereinte Organisation in Europa nicht eine EU-Organisation ist, sondern die NATO. Und die NATO ist, tatsächlich, zu nicht weniger als 80% unter VS-amerikanischer Kontrolle. Vergessen Sie die grimmig aussehenden europäischen Armeen. Sie alle sind ein Witz. Nicht allein, daß sie keine ernstzunehmende Streitmacht darstellen (dafür sind sie zu klein, zu wenig ausgebildet, zu unterfinanziert und zu schlecht kommandiert), sondern sie hängen, wegen einer langen Reihe grundlegender Fähigkeiten und “Kraft-Multiplikatoren” von den Vereinigten Staaten ab: Kommando, Kontrolle, Kommunikation, Geheimdienst, Netzwerke, Überwachung, Aufklärung, Zielerfassung, Logistik etc. Außerdem sind die EU-Staaten auch bezügliche der militärischen Planung, der Beschaffung von Waffensystemen, ihrer Stationierung und ihrem Erhalt völlig abhängig von den Vereinigten Staaten. Der Grund? Das Militärbudget des VS-Militärs läßt alles winzig aussehen, was EU-Staaten finanzieren können, und so hängen sie alle von Uncle Sam ab. Sicherlich ist die Galionsfigur der Nato – ihr Generalsekretär – üblicherweise Nicht-Instanz, die aus Europa stammt und laute Erkllärungen abgibt (als perfektes Beispiel denke ich an diesen Clown, Stoltenberg), gesteuert wirde die NATO allerdings nicht von dem NATO-Generalsekretär. In Wirklichkeit wird sie von dem Obersten Befehlshaber der Alliierten in Europa, dem Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) und Kopf der Obersten Haupquartiere der Alliierten Streitkräfte in Europa, den Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE), und diese Typen sind so rot, weiß und blau, wie es nur geht. Vergessen Sie das “Eurocops” oder alle anderen so genannten “Europäischen Armeen” – die sind ebenso nichts als heiße Luft, wie Trudeaus jüngster Ausbruch über Trump. In Wahrheit wissen die in der EU, genauso wie in Kanada, alle, wer der Boss ist. Und hier ist die einzige und wichtigste Tatsache: Die NATO benötigt Rußland unbedingt als Rechtfertigung für ihre eigene Existenz: wenn sich die Beziehungen zu Rußland verbessern, dann hätte die NATO keine Existenzberechtigung mehr. Meinen Sie wirklich, daß irgend jemand das geschehen lassen würde? Ich mit Sicherheit nicht! Und gerade jetzt sind die Europäer eifrig dabei um nichts Geringeres als mehr US-Soldaten auf europäischem Boden zu bitten, und sie alle tun so, als ob sie sich vor einer russischen Invasion fürchten, was nur einen Bedarf an noch mehr und noch größeren Militärmanövern nahe der russischen Grenze bedeutet. Und nur um ihre Stützpunkte einmal zu erwähnen, breitet sich die NATO derzeit schrittweise ind Lateinamerika aus.

Und drittens existiert eine lange Liste an EU-Regierungen, die dringend weitere schlechte Beziehungen zu Rußland benötigen. Sie umfassen:

  1. Unbeliebte Regierungen, die zur Erklärung ihres eigenen Versagens das ruchlose Verhalten eines externen Feindbildes bedürfen. Ein gutes Beispiel hierfür ist, wie die spanischen Behörden Rußland für die Krise in Katalonien verantwortlich gemacht haben. Oder die Briten mit ihrem “Brexit”. Die Schweden machen es noch besser. Sie bereiten bereiten ihre Öffentlichkeit schon jetzt auf einen “russischen Eingriff” für den Fall vor, daß die Wahlen nicht ihren Bedürfnissen entsprechen.
  2. Regierungen, deren Rhetorik dermaßen anti-russisch gewesen ist, daß sie möglicherweise hiervon keinen Rückzieher machen können. Die besten Beispiele: Das Vereinigte Königreich und Merkel. Aber da sich inzwischen die meisten (wenn auch nicht alle) Staaten, auf Basis des britischen “höchstwahrscheinlich” und im Namen der “Solidarität”, an der Operation unter falscher Flagge, Skripal, beteiligt haben, sind sie nun alle als Komplizen dieser Politik gefangen. Sie können auf gar keinen Fall zugeben, daß sie von den Briten verschaukelt worden sind.
  3. Die EU-Prostituierten: Staaten, deren einzige Politik darin besteht der anti-Rußlandpolitik der Vereinigten Staaten zu dienen. Diese Staaten konkurrieren auf die erbärmlichste Art und Weise miteinander darum, wer von ihnen am besten darum schleimt, Uncle Sam tatsächlich für ihre eigene militärische Besetzung zu bezahlen (obwohl genau derselbe Uncle Sam versucht sie um Milliarden Dollar zu erpressen). Klar, nun, da die EU-Subventionen für sie auslaufen, wird die Situation dieser Staaten noch fataler, und sie wissen, daß der einzige Ort, an dem sie immer noch Geld bekommen können, die VS sind. Erwarten Sie also nicht, daß diese ihre Haltung irgendwann in absehbarer Zeit verändern (sogar Bulgarien hat bereits begriffen, daß niemand im Westen sich auc nur einen Dreck um das Land schert).
  4. Regierungen, die, ihres eigenen Zusammenbruchs über interne Auseinandersetzungen wegen, jedwede patriotische oder unabhängige Partei/Bewegung beschuldigen “vom Kreml bezahlt” zu sein und russische Interessen zu vertreten. Das beste Beispiel hierfür ist Frankreich und seine Art und Weise des Umgangs mit der Front National. Meines Erachtens arbeiten die meisten EU-Staaten daran einen “nationalen Sicherheitsstaat” zu errichten, weil sie (zutreffend) erkennen, daß die Menschen in Europa tief frustriert sind und sich der EU-Politik widersetzen (demzufolge wurden sämtliche anti-EU-Referenden von der herrschenden Elite verloren).

Im Gegensatz zu einem oft wiederholten Mythos, stellen europäische Handelsinteressen keine mächtige Kraft gegen Russophobie dar. Wieso? Blicken Sie auf Deutschland: Trotz aller Verstrickungen Deutschlands (und Merkels persönlich) in der Ukraine, trotz all der dummen Rhetorik über den “russischen Aggressor”, der “dem Minsker Abkommen nicht nachkommt”, schreitet North Stream voran! Ja, Geld stinkt nicht, und die Wahrheit ist, daß, während die anti-Rußland-Sanktionen Europa Milliarden gekostet haben, die großen Finanzinteressenten (sprich, das französische Unternehmen Total) Wege gefunden haben, diese Sanktionen zu ignorieren/umgehen. Oh, bestimmt gibt es eine Handelslobby für russische Interessen in Europa. Das stimmt, jedoch hat diese nicht annähernd die Macht der anti-russischen Kräfte innerhalb der EU. Deshalb haben sich verschiedene EU-Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens seit Jahren für die Aufhebung der Sanktionen stark gemacht, wenn es jedoch zur Abstimmung kam – haben sie alle so gewählt, wie von den wahren Bossen verlangt.

Übrigens, stammt nicht die gesamte Russophobie der EU aus den Vereinigten Staaten. Wir haben klar erkannt, daß in den Tagen, als Trump vorgeschlagen hat, daß die G7 (oder besser die G6+1) einer Wiedereinladung Rußlands bedürfen, es die Europäer waren, die sagten, “Auf gar keinen Fall!” In dem Ausmaß, in dem eine “EU-Position” existiert (auch wenn es nur ein sehr züchtige und schwache ist), ist sie meist anti-russisch, besonders in den nördlichen Teilen Europas. Wenn Uncle Sam den Europäern also befiehlt zu gehorchen und am Rußland-Bashing teilzunehmen, stimmen sie alle schnell mit ein, in dem seltenen Fall jedoch, wenn die Vereinigten Staaten keine tollwütige, anti.russische Agenda verfolgen, finden EU-Politiker plötzlich genügend Willenskraft “Nein” zu sagen. Übrigens, bei all den Erklärungen Trumps über die Wiedereinladung Rußlands zu den G6+1-Treffen, sind die VS immer noch eifrig dabei Rußland weitere Sanktionen aufzuerlegen.

Die derzeitigen Kleinkriege zwischen den VS und de EU (über den Handel  mit dem Iran, über Jerusalem) bedeutet nicht im Geringsten, daß Rußlands automatisch hiervon profitieren kann. Noch einmal, das beste Beispiel hierfür ist der desaströse 6+1-Gipfel, auf dem sich quasi alle von Trump abgewendet haben, weil die 6+1 ihre anti-russische Position bekräftigt haben, obwohl die 6+1 Rußland weit mehr benötigen als Rußland die G7-Treffen (die braucht sie wirklich nicht!). Genau so, wie die Führer der Vereinigten Staaten und Israels verschiedener Meinung sein und sich, bei Gelegenheit, bekämpfen, bedeutet das nicht im Geringsten, daß sie nicht irgendwie doch unzertrennlich miteinander verbunden sind. Denken Sie nur an Gangster-“Familien”, die untereinander sogar “Kriege” ausfechten können, was aber keinesfalls bedeutet, daß der Rest der Bevölkerung, die von allen Gangstern geplündert wird, hiervon profitiert.

Die Ukraine-Krise wird ausschließlich anti-russischen Kräften innerhalb Europas dienen. Es existiert eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, daß das ukrainische Regime in naher Zukunft versuchen wird, Novo-Rußland [die Volksrepubliken Donezk (DNR) und (LRN)] zurückzuerobern. Ich behaupte, daß das Ergebnis eines solchen Angriffs außer Zweifel steht –  die Ukronazis werden verlieren. Die einzige Frage ist, gegen wen sie verlieren werden:

  • Option eins: Sie verlieren gegen die gemeinsamen Streitkräfte von DNR und LRN. Das ist vielleicht das wahrscheinlichste Ergebnis. Sollte dies geschehen, existiert eine hohe Wahrscheinlichkeit einer novorussischen Gegenoffensive zur Befreiung der meisten donezker und lugansker Regionen, besonders der Städte Slaviansk und Mariupol. Weil die Vergangenheit der beste Prophet für die künftiges Verhalten ist, können wir verdammt sicher sein, wie die Reaktion in Kiew und im Westen aussehen wird. Rußland wird für das alles beschuldigt werden. Die Anglo-Zionisten werden niemals zugeben, daß das Regime der Ukronazis einen Bürgerkrieg gegen sein eigenes Volk verloren hat, weil die Novo-Russen niemals akzeptieren von einem Nazi-Regime regiert zu werden. Daher wird ein novorussischer Sieg zu einer noch hysterischeren Russophobie führen.
  • Option zwei: Die Ukronazis sind bei ihrem Angriff erfolgreich und drohen Donezk, Lugansk und den Rest Novo-Rußlands zu überrennen. Putin wird dies schlicht nicht geschehen lassen können. Er hat dieses Versprechen viele Male gegeben und es neulich, während seiner “offenen Fragerunde” für das russische Volk wiederholt. Wenn die Russen gezwungen werden zu intervenieren, wird das keine massive Bodeninvasion – dafür besteht keine Notwendikeit. Rußland hat die benötigte Feuerkraft in Form von Raketen und Artillerie, um die angreifenden Streitkräfte der Ukronazis zu vernichten und eine Flugverbotszone über gesamt Novo-Rußland zu verhängen. Wenn Kiew weiter drängt und es ihm gelingt einen Totalangriff auf Rußland zu eröffnen, werden die ukrainischen Streitkräfte völlig desorganisiert und die Schlacht wird innerhalb von 48 Stunden beendet sein. Dieses Szenario ist, was ich als “Traum der Neocons” bezeichne, weil eine solche russische Intervention nicht nur in der Vorstellung, sondern in der Realität stattfinden und der Kreml nur in aller Öffentlichkeit bestätigen und möglicherweise die beiden novorussischen Republiken ebenso daran erinnern wird, was am 08.08.08 geschehen ist, als Saakashvili sich entschieden hat in Südossetien einzumarschieren. Dann werden die Anglo-Zionisten (endlich!) den “Beweis” dafür erhalten haben, daß Rußland der Aggressor ist, die Polen und Balten werden sich auf eine “umgehende” russische Invasion vorbereiten, und ich denke, daß an diesem Punkt die große Wahrscheinlichkeit besteht, daß NATO-Streitkräfte in die Wes-Ukraine einmarschieren, um “die Russen aufzuhalten”, selbst wenn die besagten Russen absolut keinen Wunsch verspüren werden (oder gar irgendein Motiv hätten), in den Rest der Ukraine einzumarschieren oder, noch weniger, nach Polen, Schweden oder in die baltischen Kleinstaaten.

Ich gebe zu, daß immer noch eine geringe Wahrscheinlichkeit besteht, daß der Angriff der Ukronazis nicht stattfinden wird. Vielleicht werden Poroschenko & Co kalte Füße bekommen (sie kennen den wahren Zustand des ukrainischen Militärs und der Todesschwadronen, “Dobrobat”), und vielleicht wird Putins kürzliche, nicht sehr nebulöse Androhung von “schweren Konsequenzen für die Souveränität der Ukraine” die nötige Wirkung erzielen. Aber was wird passieren, wenn dieser Angriff nicht stattfindet? Die EU-Führer und das ukrainische Regime in Kiew werden Rußland immer noch dafür verantwortlich machen, daß die Ukraine nun tatsächlich ein gescheiterter Staat ist. Welches Szenario für die Ukraine Sie auch immer für wahrscheinlicher halten mögen, werden die Dinge sich nur zum Schlimmeren entwickeln und jeder wird Rußland anklagen.

Die Krise in Syrien wird nur den anti-russischen Kräften in Europa dienen. Es wird immer deutlicher, daß die Vereinigten Staaten nun eine Rückeroberung Syriens oder, zumindest, eine Aufspaltung Syriens in verschiedene Zonen, einschließlich VS kontrollierter, anstreben. Gerade haben die Vereinigten Staaten und die “guten Terroristen” den Krieg verloren, was sie jedoch nicht davon abhält einen neuen zu entfachen, hauptsächlich durch Reorganisation, Umschulung, Umstationierung und, am wichtigsten, die Umbenennung von überlebenden “bösen Terroristen” in “gute”. Dieser Plan wird durch saudischen Geld und israelische Feuerkraft unterstützt. Außerdem hat Rußland gerade berichtet, daß US-Sondereinheiten mit den (neuen) “guten Terroristen” – Sie haben es geahnt – bereits an der Vorbereitung eines weiteren, gefälschten Chemiewaffenangriffs arbeiten, um ihn den Syrern vorzuwerfen. Und warum auch nicht? Das hat doch bereits verschiedene Male perfekt funktioniert. Warum es also nicht wieder tun? Schließlich würde es am Ende den Vereinigten Staaten die Möglichkeit eröffnen die Wirksamkeit ihrer Tomahawks ein weiteres Mal unter Beweis zu stellen (selbst wenn sie erneut versagen, Fakten zählen hier nicht). Und machen sie keinen Fehler, denn ein “Sieg” der VS in Syrien (oder in Venezuela) wäre nicht nur für die Region katastrophal, sondern für jedes Land, daß seine Souveränität anstrebt (lesen Sie hier den exzellenten Artikel von Andre Vltchek zu diesem Thema). Und noch einmal, Rußland wird dafür beschuldigt werden, und mit unzurechnungsfähigen Spinnern, wie Bolton*, werden die russischen Streitkräfte möglicherweise sogar angegriffen. Wie ich bereits viele Male geschrieben habe, ist der Konflikt längst nicht beendet. Wie im Fall der Ukraine, werden möglicherweise irgendwelche Abkommen gschlossen (zumindest reden Militäroffiziere der Vereinigten Staaten und Rußlands noch miteinander), aber meiner persönlichen Meinung nach sind egal welche Abkommen mit Trump so nutzlos wie Abkommen mit Netanyahu: keiner von ihnen ist vertrauenswürdig, und beide werden alle Versprechen innerhalb eines Wimpernschlags brechen. Und sollte die Hölle in Syrien und/oder dem Iran losbrechen, wird die NATO sicherstellen, daß die Europäer schnell und gehorsam mitspiele (“Solidarität, erinnern Sie sich?)

Das Fazit lautet: derzeit ist es höchst unwahhrscheinlich, daß die EU zu einem Partner Rußlands wird, und die Zukunft sieht eher trostlos aus.

Ein Einwand gegen meinen Optimismus ist der unzweifelhafte Fortschritt des jüngsten Gipfels in St. Petersburg und auf dem parlamentarischen Forum. Dennoch glaube ich, daß es bei diesen Veranstaltungen wirklich nicht im Geringsten um Europa ging, sondern um die Welt im Ganzen (Lesen Sie diesen exzellenten Bericht von Gilbert Doctorow zu diesem Thema). Ja, Rußland geht es hervorragend, und während die anglo-zonistischen Medien gerne über die “Isolation” Rußlands sprechen, ist es in Wahrheit das Empire, welches isoliert ist, während Rußland und China immense Erfolge beim Aufbau jener multipolaren Welt erzielen, durch die sie das Imperium ersetzen wollen. Währen es also stimmt, daß die westlichen Führer es begrüßen mögen einen liberalen “ökonomischen Flügel” in der neuen russischen Regierung zu sehen, verspürt die restliche Welt keinen bestimmt solchen Wunsch (besonders hinsichtlich der vielen Länder da draußen, die bittere Not unter den Händen der Typen von WHO/Weltbank/IWF etc. erlitten haben).

Zusammenfassung:

Das anglo-zionistische Imperium ist weder in den VS oder in der EU zu Hause, noch in Israel oder sonst irgendwo auf diesem Planeten. Es ist eine trans-nationale Körperschaft mit regionalen Unterschieden, die verschiedene Interessengruppen unter ihrem Schirm vereint. Sie können sie sich als eine gigantische kriminelle Bande vorstellen, die wegen der “Schutzbedürftigkeit” den gesamten Planeten plündert. Die Annahme, daß Sie durch ein “liberales” Aussehen die Unterstützung dieser Verbrecher erhalten, ist extrem naiv, da sich diese Typen einen Dreck um ihr Aussehen scheren: was sie wollen, ist Ihre Unterwerfung. Wladimir Putin hat es wohl am besten getroffen, als er sagte: “Sie wollen uns nicht demütigen, sie wollen uns unterwerfen, um ihre Probleme auf unsere Kosten zu lösen.”

Da die EU jedoch, praktisch gesehen, nicht existiert, kann und wird Rußland in einzelnen EU-Mitgliedstaaten engagieren. Es existiert ein gewaltiger Unterschied zwischen, sagen wir, Polen und Italien oder dem Vereinigten Königreich und Österreich. Außerdem ist die EU nicht nur dysfunktional, sondern auch existenzunfähig. Rußland würde enorm davon profitieren, wenn die derzeitige EU auseinanderfiele oder grundlegend reformiert werden würde, weil die derzeitige EU ein reines Konstrukt von US-unterstützten Bilderberg-Typen ist und nicht die Art von Europa, das die Menschen in Europa benötigen. Tatsächlich würde ich sogar behaupten, daß die EU die einzige und größte Gefahr für den europäischen Kontinent ist. Daher sollte Rußland ihre Ressourcen benutzen, um bilaterale Beziehungen zu einzelnen EU-Mitgliedsstaaten zu festigen und niemals Schritte unternehmen, welche aus der EU stammende Organisationen, wie das EU-Parlament oder den Europäischen Menschengerichtshof etc. stärken. All das sind Körperschaften, welche danach streben die Souveränität all ihrer Mitglieder, einschließlich die Rußlands, zu unterminieren. Noch einmal, Putin hat es am treffendsten ausgedrückt, als er neulich erklärt hat, daß “Rußland entweder ein souveräner Staat ist, oder Rußland nicht existiert.

Wie ihre Ideologien und Slogans auch immer lauten mögen, sind alle Imperien von Natur aus böse und von Natur aus für alle Länder, die wahre Souveränität anstreben, gefährlich. Wenn Rußland (und China) eine multipolare Welt erschaffen wollen, müssen sie sich schrittweise von jenen transnationalen Mächten trennen, die vollständig vom Empire kontrolliert werden, und es ist tatsächlich so einfach. Stattdessen muß sich Rußland mit jenen Ländern, politischen Parteien und Kräften beschäftigen, die sich für das einsetzen, was de Gaulle “das Europa der Vaterländer” genannt hat. Sowohl das anglo-zionistische Imperium als auch die EU durchlaufen die schwerste Krise in ihrer Geschichte und die Schrift steht bereits an der Wand (Daniel 5. / Anm. d. Übers). Eher früher als später werden die europäischen Staaten, eines nach dem anderen, ihre Souveränität wiedergewinnen, wie auch Rußland. Nur wenn die Völker Europas bei der Wiedererlangung ihrer Souveränität erfolgreich sind, kann sich Rußland nach echten Partnerschaften im Westen umsehen, weil nur die sich schrittweise entwickelnde und integrierende eurasische Landmasse ungeheure wirtschaftliche Möglichkeiten bietet, die von größtem Nutzen für die Nationen Europas sein können. Ein florierendes Europa “vom Atlantik bis zum Ural” ist immer noch möglich, aber das wird es nur geben, wenn die Europäische Union und die NATO in ihrer gegenwärtigen Form durch echte europäische Institutionen und die Europäischen Eliten durch Souveränisten ersetzt werden.

Die Völker in Rußland, der EU und ich würde sagen auch in den Vereinigten Staaten haben dasselbe Ziel und denselben Gegner: sie wollen ihre Souveränität wiedererlangen und ihre korrupten, und ehrlich gesagt, verräterischen Eliten loswerden und sich von der Hegemonie des anglo-zionistischen Imperiums befreien. Aus diesem Grund halte ich es für die am meisten einigende und stärkste politische Idee, das Thema “wahre Souveränität” (und traditionelle Werte) auf den Weg zu bringen, um das Empire zu besiegen. Es wird ein langer Kampf werden, aber das Ergebnis steht nicht in Frage.

 

Quelle: https://www.unz.com/tsaker/can-the-eu-become-a-partner-for-russia/

Zuletzt editiert: 17. Juni 2018, 11:05 Uhr

Die mit einem * gekennzeichneten Links wurden zusätzlich eingefügt.

Donate

Do you like this content? Consider helping us!