Call of Duty: Modern Warfare – über Weißhelme, Bana al-Abed und das Töten “böser Russen”

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Call of Duty: Modern Warfare - White Helmets, “Bana al-Abed” and Killing “Evil Russians”

 

Seit der formellen Niederlage des selbst erklärten Kalifats und der so genannten “moderaten Rebellen” in den größten Teilen Syriens, ist dieses Landes im Nahen Osten weitgehend aus den Schlagzeilen der Mainsteam Medienkanäle verschwunden. Nichtsdestotrotz wird die Propagandaoperation zur Verzerrung der tatsächlichen Situation in dem vom Krieg geplagten Land sowie die Dämonisierung der gemeinsam mit ihren Verbündeten gegen vom Ausland unterstützte, radikale Milizen kämpfenden Regierung in Damaskus fortgesetzt.

Die demnächst erscheinende, neue Folge von Call of Duty, “Modern Warfare”, ist ein eindrucksvolles Beispiel von Ausmaß und Verbreitung dieses Feldzugs. Der offizielle Trailer für die neue Folge dieses lizenzierten Spiels stellt “heldenhafte Aktionen” der Weißhelme, die Bombardierung von Zivilisten durch “große, böse Russen” und ein Kind mit einer Gasmaske, das anscheinend den mantraartig  wiederholten, zu erwarteten Einsatz von “Assads Chemiewaffen” signalisiert, in den Vordergrund der Erzählung.

Die Beschreibung der ersten Missionen der bevorstehenden Folge mit weltweiter Lizenz offenbart, daß sie russische Soldaten eingebunden haben, die lachen, während sie Zivilisten töten und Chemiewaffen gegen sie einsetzen. So muß ein Mädchen im Stil von “Bana al-Abed” ein paar “böse Russen” töten.

Es scheint, als bestehe das Ziel dieser Bemühungen darin, die Aufmerksamkeit für einige Propagandadarstellungen, die in den vergangenen Jahren unter dem Druck der Tatsachen in Vergessenheit geraten sind, wiederzubeleben. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Weißhelme, die enge Verbindungen zu Hayat Tahrir al-Sham (dem ehemals offiziellen Zweig von a-Qaida in Syrien) und anderen radikalen Gruppen haben, tatsächlich eine Rolle in deren Propagandaflügel spielen und sich an der Inszenierung von Chemiewaffenangriffen beteiligen.

Der Twitter-Account von Bana al-Abed erlangte im Jahr 2016, während der Schlacht um Aleppo, große Bekanntheit. Der Seitenbetreiber hat den Namen und Photos des damals 7-jährigen Mädchens dazu verwendet, um mit vorbereiteten Tweets das “Assad-Regime” und Rußland für zivile Opfer verantwortlich zu machen, Falschnachrichten zu verbreiten und sogar den Beginn eines neuen Weltkriegs zu fordern, wenn dies der Rettung von in dem Account beschriebenen “unschuldigen Zivilisten” diene. Nach der Niederlage der radikalen Gruppen, die ihren Stadtteil kontrolliert hatten, haben sich Bana und ihre Eltern, gemeinsam mit anderen Mitgliedern bewaffneter Gruppen, die eine Kapitulationsvereinbarung mit der Regierung in Damaskus geschlossen hatten, aus Aleppo zurückgezogen. Später sind sie und ihre Familie in der Türkei aufgetaucht, wo Banas Bild weiterhin als Instrument für die andauernde Kampagne gegen Syrien Verwendung fand. Ihr Fall ist ein trauriges Beispiel dafür, wie Kinder zu Zwecken der Kriegspropaganda benutzt werden.

Interessant ist der Umstand, daß der Autor von “Call of Duty” nicht einmal verschweigt, daß das lizenzierte Mainstream-Viedospiel versucht seine Nutzer zu indoktrinieren. Taylor Kuroski hat erklärt, daß “er sich wünscht”, daß “Call of Duty” in Diskussionen denselben Rang wie die besten Kriegsfilme erhält und hofft, daß “Modern Warfare” seine Fans dazu inspiriert erschütternden “Dokumentationen”, wie “´The White Helmets´ oder ´Last Man in Aleppo´”, unter die Lupe zu nehmen. Es erstaunt nicht, daß die beiden erwähnten “Dokumentationen” geschaffen worden sind, um die Weißhelme und bewaffnete Gruppen zu glorifizieren, welche sie bei deren Arbeit unterstützen, und sie wenig mit der tatsächlichen Situation gemein haben, die in von den MSM unterstützten “moderaten Rebellen” kontrollierten Teilen des Landes, einschließlich Ost-Aleppos, herrscht.

Jedoch unterstreicht die jüngste Ausgabe des Spiels, Call of Duty: Modern Warfare, eine Tendenz, die keineswegs neu ist. In manchen Fällen sind moderne Videospiele, Filme und selbst Comicbücher weit mit Kriegspropaganda versehen, als Nachrichtenberichte von CNN oder ähnlichen Medienkanälen.

Selbst DC comics hat Ende 2018 bei seinem Wechsel von Watchmen zu Doomsday Clock einen Superhelden aus Syrien namens Sandstorm präsentiert, der den Wüstensand kontrollieren konnte. Der ursprügnliche, dem Klischee entsprechende Junge namens Nabil Azmah stammte aus Douma, welches nicht einmal in der Wüste liegt. Er wurde später in einem der Comics im Kampf gegen das “Assad-Regime” getötet. Laut seiner fiktionalen Biographie, sind seine Familie von mit Assad verbündeten Kämpfern getötet und seine Schwester vergast worden.

Um es auf die Spitze zu treiben, wurde der russische Präsident, Vladimir Putin, als der Bösewicht dargestellt, der es sogar mit Superman aufgenommen hat, nachdem ein VS-amerikanischer Superheld – Firestorm – russische Staatsbürger auf dem Roten Platz in Glas verwandelt hatte.

Diese Tendenzen sind nicht neu. DC comics hat bereits in den 1980er Jahren das damalige Staatsoberhaupt des Iran, Ayatollah Khomeini, einen Pakt mit Batmans berüchtigtem Feind schließen lassen, dem Joker. Der Joker sagte damals, daß die Iraner und er eine Menge Gemeinsamkeiten hätten, nämlich “den Wahnsinn.”

Die Mainstream-Unterhaltungsindustrie tut ihr Bestes, um die amerikanische Jugend darüber zu “informieren”, wer “die Guten” in Syrien und weltweit sind, selbst wenn diese “Guten” zufällig aus al-Qaida-Mitgliedern zu bestehen scheinen.

Diese Situation ist ein Beispiel dafür, wie wenig Propagandamöglichkeiten Syrien, Venezuela, China, der Iran oder Rußland, im Vergleich mit ihren “westlichen Partnern, tatsächlich haben. In den meisten Fällen benutzen die VS und die EU Buhmann-Geschichten über mächtige russische, chinesische, iranische und selbst syrische Propagandisten als formelle Rechtfertigung zur Verschärfung von Zensurmaßnahmen und zur Steigerung ihrer eigenen Propagandabemühungen.

Quelle: https://southfront.org/call-of-duty-modern-warfare-white-helmets-bana-al-abed-and-killing-evil-russians/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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