Das selbst ernannte Kalifat des Islamischen Staat erlebt in Syrien und im Irak seine letzten Tage

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Das selbst ernannte Kalifat des Islamischen Staat (IS) erlitt in Syrien und im Irak einen Doppelschlag. Während die von den USA unterstützten Kräfte in den Omar-Ölfeldern und nahe gelegenen Gebieten demokratisch mit den verbündeten arabischen Stämmen des Islamischen Staat verhandeln, zerschmetterten die von den russischen Luft- und Raumfahrtkräften unterstützten Quwwat an-Nimr (Tiger Forces) der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und die Republikanische Garde in der Stadt Deir ez-Zor ganz undemokratisch die Verteidigung des Islamischen Staat. Am 03. November befreiten syrische Streitkräfte Deir ez-Zor, nachdem diese alle von den IS-Terroristen kontrollierten Stadtviertel im Norden der Stadt zurückerobert hatten. Am 04. November sicherte die syrische Armee im Norden von Deir ez-Zor Kati’ Island und sicherte die jüngsten Gewinne.

Die syrische Armee beendete die drei Jahre andauernde IS-Belagerung der Stadt Deir ez-Zor am 05. September und die des Flughafens Deir ez-Zor am 10. September. Die Regierungstruppen benötigten weniger als einen Monat, um das gesamte Gebiet zu befreien.

Unterdessen durchbrachen die irakische Armee und die al-Haschd asch-Schaʿbī (im Text weiter al-Haschd genannt) – die von den Massenmedien oft als “iranische Stellvertreter” bezeichnet werden – die IS-Verteidigung im Umland der irakischen Stadt al-Qa’im. Irakische Kräfte befreiten die Stadt am 03. November.

Somit ist al-Bukamal die einzige noch verbliebene größere Stadt an der Fernverkehrsstraße zwischen Deir ez-Zor und Bagdad, die vom Islamischen Staat kontrolliert wird. Sobald der syrische Teil der Fernverkehrsstraße von den syrischen Streitkräften und seinen Verbündeten befreit wird, werden der Irak und Syrien eine konstante Hauptversorgungslinie zwischen den zwei Ländern schaffen. Damit wird die letzte Lücke der Landroute zwischen dem Iran, dem Irak, Syrien und dem Libanon geschlossen.

Des Weiteren wurde in der Nähe von al-Qa’im im Irak ein russischer Kampfpanzer T-90 und ein Fahrzeug Schilka, ausgerüstet einem abstandsaktiven Schutzsystem Sarab-1 syrischer Herkunft gesichtet. Beide operieren unter der Flagge der Kata’ib Hezbollah. Die Kata’ib Hezbollah ist eine schiitische Miliz aus dem Irak. Sie ist ein Teil der al-Haschd und operiert sowohl in Syrien als auch im Irak. In Syrien unterstützt die Gruppierung aktiv die Regierung von Damaskus.

Dies ist ein eindeutiger Beweis das Damaskus, Bagdad, Teheran und Moskau ihre Bemühungen gegen den Islamischen Staat im syrisch-irakischen Grenzgebiet koordinieren.

Am 01, 02, 03. und 04. November führten russische Bomber vom Typ Tu-22M3 massive Luftangriffe gegen Waffenlager, befestigte Stellungen und Kommandoposten des Islamischen Staat nahe al-Bukamal durch. Außerdem beschoss das russische Jagd-U-Boot Kolpino am 03. November IS-Positionen in diesem Gebiet mit Raketen des Typs Kalibr.

Diese Angriffe fanden während des laufenden Vorstoßes syrischer Kräfte auf al-Bukamal statt. Die syrische Armee und die Hisbollah nähern sich der Stadt aus Richtung der Pumpstation T2, währen die Quwwat an-Nimr aus Richtung al-Mayadin vorrücken. Laut lokalen Quellen befinden sich in der Stadt die Kräfte des Islamischen Staat in Auflösung. So wird es nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, bis die syrischen Streitkräfte die Stadt befreit haben.

Sobald al-Bukamal und Rawah – die vom Islamischen Staat kontrollierte irakische Stadt am östlichen Ufer des Euphrat – befreit sind, wird das Kalifat des Islamischen Staat in Syrien und im Irak offiziell vernichtet sein. Der Islamische Staat wird sich zu einer gewöhnlichen terroristischen Gruppe ohne einheitliche Kontrolle über Territorien und Regierungsorgane wandeln.

Laut lokalen Quellen flüchten derzeit viele IS-Mitglieder – vor allem Ausländer – aus Syrien und dem Irak. Die ehemaligen IS-Mitglieder werden bald in ihre Herkunftsländer in Europa, Nordafrika, Asien und den Mittleren Osten zurückgekehrt sein. Die Führung des Islamischen Staat könnte auch versuchen, einige afrikanische oder asiatische Länder wie Libyen, Ägypten, Somalia, Malaysia, die Philippinen, Afghanistan und andere zu nutzen, um neue Stützpunkte und Trainingslager zu errichten. Ohne eigenständige Einnahmequellen wie den illegalen Ölhandel werden diese Bemühungen ohne zusätzliche Unterstützung von einigen Mächten mit Interesse an Instabilität in den einzelnen Regionen jedoch erfolglos bleiben.

Der Islamische Staat in Form eines terroristischen Staatskonstrukts erlebt seine letzten Tage. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Syrien und der Irak bald befriedet sein werden. Es existieren in diesen Ländern weiterhin viele Schläferzellen und Unterstützer der Gruppierung, ein syrischer Zweig der al-Qaida (heute bekannt als Haiʾat Tahrir asch-Scham) kontrolliert Idlib und die kurdisch-arabischen Spannungen schwellen in Nordsyrien und dem Irak. Diese Probleme können nicht ignoriert werden und werden einen wichtigen Aspekt in der Pattsituation in dieser Region in der Zeit nach dem Islamischen Staat darstellen.

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