Der “deklassierte Bericht” des weißen Hauses bezüglich des Angriffs mit chemischen Waffen in Idlib: Propaganda oder Inkompetenz?

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Gesprochen von Harold Hoover

Am 11. April veröffentlichte das Weiße Haus einen “deklassierten vierseitigen Bericht” über den angeblichen Angriff mit chemischen Waffen im Dorf Khan Shaykhun in der syrischen Provinz Idlib.

Die Vereinigten Staaten beschuldigen die syrischen und russischen Regierungen der Verbreitung von Desinformation und “falschen Behauptungen” bezüglich des Angriffs und fügen hinzu, dass sich Washington sicher ist, dass die Regierung von Assad für den Angriff verantwortlich ist.

Allerdings stellt der Bericht nur eine “Zusammenfassung” der Version der Vereinigten Staaten zur Verfügung. Entsprechend dieser Version verfügen die USA über und Beweise für den Angriff, können diese aber aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlichen.

In dem Bericht heißt es, dass sich die syrische Regierung die Fähigkeit beibehält, Angriffe mit chemischen Waffen durchzuführen, um zu verhindern, dass “der Verlust von Territorium als kritisch für ihre Beständigkeit angesehen wird”. Zudem stehen in dem “freigegebenen” Bericht nur dieselben Geschichten, die auch von hartnäckigen “pro-Oppositions-” Medien und Aktivisten veröffentlicht werden – mit anderen Worten, Unterstützer von Hayat Tahrir al-Sham (früher Jabhat al-Nusra, der syrische Zweig der al- Qaida) und Ahrar al-Sham (eine radikale islamistische Gruppe, die bis 2014 mit IS zusammengearbeitet hat). Es ist anzumerken, dass der Bericht der “Geschichte der Opposition” einige “neue” Fakten beigefügt hat – zum Beispiel, dass einige “persönlich mit dem chemischen Waffenprogramm von Syrien verbundene” Personen auf dem Militärflugplatz Shayarat anwesend waren. Jedoch mangelt es für diesen Teil an Beweisen.

Dazu kommt, das, wenn die Besatzung des Weißen Hauses wirklich glaubt, dass das “Assad-Regime” Anfang April im ganzen Land oder in Nord-Hama selbst einige bemerkenswerte Rückschläge erlitten hat, sie die aktuellen Landkarten welche die Lage in dem Gebiet veranschaulichen vermutlich nicht kennen.

Bis zum 4. April hatten die Einheiten der Regierung fast alle Gewinne der “Oppositionskräfte”, die von Hayat Tahrir al-Sham in Nord-Hama geführt wurden, umgekehrt, ein Detail, das kurioserweise in dem Bericht ignoriert wurde. Seitdem ist die Situation mehr oder weniger stabil. Dazu kommt das Khan Shaykhun weit von der aktuellen Frontlinie entfernt ist. Allerdings fördert der Bericht den Gedanken, dass die syrische Regierung dazu gezwungen war, “chemische Waffen” einzusetzen, um sich aus ihrer schlechten Lage zu retten.

Dann verweist der Bericht erneut auf Videos, die von der “Opposition” und den Berichten von “Menschenrechtsorganisationen” vorgelegt wurden. Das Dokument betont, dass “die Opposition nicht alle Videos und anderen Berichte über den chemischen Angriff hergestellt haben könne”, da dies zu kompliziert wäre. Wir erinnern uns, dass die sogenannten weißen Helme und Medienaktivisten, die mit ihnen verbunden sind, die primäre Quelle der ersten Berichte waren.

Der Rest des Schreibens widmet sich einer breiten Palette an Belangen um Syrien und Russland zu beschuldigen und Anzuprangern: angefangen von den Behauptungen einen chemischen Angriff ausgeführt zu haben bis zur Verbreitung von falsche Erzählungen über den Angriff. Interessant und erwähnenswert ist auch, dass das Dokument, sowie die US-Diplomaten, nichts darüber schreiben, das es notwendig ist, den Vorfall durch eine internationale Gemeinschaft untersuchen zu lassen. Eine ordnungsgemäße Untersuchung eines solchen Vorfalls ist bei widersprüchlichen Aussagen von verschiedenen Seiten, die daran interessiert sind, ihre eigene Agenda in Bezug auf das Thema zu durchzusetzen besonders wichtig.

Klar ist, dass der ganze Vorwand und die Begründung das die syrischen Regierung verzweifelt und in Not gehandelt haben soll und dabei chemische Waffen gegen ein Ziel weit weg von der Frontlinie eingesetzt hat, sowie der Fakt, dass das Weiße Haus nicht dazu im Stande ist, eine echte Beweise für die Vorwürfe zu liefern, wer den Angriff tatsächlich durchgeführt hat, das ganze sehr fragwürdig erscheinen lässt.

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