Haftars Armee erobert Ölterminals von militanten Einheiten in Ra’s Lanuf/Lybien

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Die libysche Nationalarmee hat die Ölterminals Al-Sidra- und Ra-Lanuf von den Benghazi-Verteidigungsbrigaden zurückerobert.

Lib

Foto: AFP / Getty Bilder

Die libysche Nationalarmee (LNA) von Marschall Khalifa Haftar kündigte die Befreiung der Ölterminals Al-Sidra und Ra’s Lanuf an, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Laut einem Vertreter der LNA, Ahmed al-Mismari, werden die Soldaten der Benghazi-Verteidigungsbrigaden (BDB) im Moment gerade mehr als 100 km zurückgedrängt. Die Luftwaffe und die Bodenstreitkräfte der LNA nahmen an der Operation zur Befreiung von Al-Sidra und Ra’s Lanuf teil.

Der Kämpfe dauerten von der Nacht bis heute Mittag, beiden Seiten erlitten schwere Verluste. Berichten zufolge wurden 21 Soldaten der LNA getötet, während mehrere Dutzend weitere verwundet und in den Krankenhäusern der Städte Ajdabiya und Benghazi untergebracht wurden. Gleichzeitig verloren etwa 30 Kämpfer der Benghazi-Verteidigungsbrigaden ihr Leben in den Kämpfen, 40 weitere wurden verwundet und in ein Krankenhaus in Misurata gebracht.

Wie der Fernsehsender Sky News Arabien berichtete, führt die Regierung Armee derzeit eine Offensive auf die Stadt Bin Jawad aus. Der Kampf in Bin Jawad dauerte bis zum Abend, aber die Resultate sind noch unbekannt.

Die LNA-Gegenoffensive wurde auf einer breiten Front gestartet und erstreckte sich von der Mittelmeerküste bis zu den Oasen von Ouaddan und Jufra, die sich 220 km südlich von Sirte befinden. Nach der Niederlage in Ra’s Lanuf zogen die restlichen Truppen der Benghazi-Verteidigungsbrigaden nach Jufra und in den Westen von Sirte. Dort wurden sie mehrmals von der LNA-Luftwaffe bombardiert.

Anfang März gelang es etwa 1.000 islamistischen Militanten der Benghazi-Verteidigungsbrigaden, die Ölterminals Al-Sidra- und Ra-Lanuf die von der LNA kontrolliert wurden zu erfassen. Die Regierung des nationalen Abkommens in Tripolis, die mit der LNA konkurriert, verurteilte den Angriff und erklärte seine sie sei an nicht an der Eroberung der Terminals beteiligt.

Die Ölterminals Al-Sidra- und Ra-Lanuf sind die größten in Libyen, ihr Gesamtdurchsatz beträgt etwa 600.000 Barrel pro Tag. Allerdings werden sie immer wieder “von Hand zu Hand weitergereicht” und funktionieren nicht offiziell, auch wenn sie unter Haftars Kontrolle stehen, da die LNA-unterstützte Regierung in Tobruk nicht von den Vereinten Nationen anerkannt und unter Sanktionen steht.

Die Benghazi-Verteidigungsbrigaden wurden aus “gemäßigten” Islamisten gebildet. Ihr Skelett besteht aus Militanten von Misrata, die der Regierung der Islamisten in Tripolis untergeordnet sind. Nach der Eroberung der Ölterminals von den Benghazi-Verteidigungsbrigaden Anfang März erschienen dort Beamte aus Tripolis, obwohl die islamistischen Behörden ihre Bindung mit den Benghazi-Verteidigungsbrigaden abstreiten

Libyen bleibt nach dem Bürgerkrieg und der Ermordung des Führers der “Libyan Arab Jamahiriya” Muammar Gaddafi im Jahr 2011 ein geteiltes Land. Im Moment kontrolliert die Regierung der National Accord, die von der UN anerkannt ist, nur die Region Tripolis. Der Osten des Landes wird von der LNA des Marschall Haftar kontrolliert.
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