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Inszenierte Chemiewaffenangriffe und andere Trends der modernen Propaganda

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Der Skandal bezüglich des von den Weißhelmen gefälschten und als Beweis für den Chemiewaffenangriff in Douma veröffentlichten Videos hat seinen medialen Höhepunkt erreicht und zu Reaktionen auf diplomatischer Ebene geführt.

Am 13. Februar kam der Produzent der BBC für Syrien, Riam Dalati, mit einer Erklärung heraus, wonach er “nach fast 6-monatiger Recherche zweifelsfrei beweisen könne, daß die Szene im Krankenhaus von Douma inszeniert gewesen ist” und “es keine Opfer in dem Hospital gegeben habe.” Dalati fügte hinzu, daß der Angriff seines Erachtens zwar stattgefunden habe, jedoch kein Sarin verwendet worden sei und “das das Umfeld rund um den Angriff für einen maximalen Effekt erfunden worden sei.”

“Ich kann ihnen zeigen, daß Jaysh al-Islam in Douma mit eiserner Faust geherrscht hat. Sie haben Aktivisten, Ärzte und humanitäre Hilfskräfte mit Angst und Drohungen vereinnahmt. Tatsächlich war einer der drei oder vier Leute, welche die Szene aufgenommen haben, Dr. Abu Bakr Hanan, ein “brutaler, zwielichtiger Arzt, der mit Jaish al-Islam verbündet war. Angeblich “soll es dort nicht genügend Ärzte gegeben haben”, aber hier filmt einer von ihnen und beteiligt sich nicht an dem Rettungseinsatz. “Den Rest heben wir uns für später auf”, schrieb er in einer Reihe von Tweets zum Thema.

Interessanterweise war Dalati, trotz der Überzeugung, daß der Angriff stattgefunden hat jedoch hierbei kein Sarin verwendet worden sei, nicht in der Lage die chemische Substanz zu benennen und sagte, daß diesbezügliche Schlußfolgerungen die Aufgabe des OPCW sei.

Selbst dieser teilweise Widerspruch zu der Version, “es war Assad”, hat zu umfangreicher Beachtung geführt, da die BBC eines der Mainstream Medien war, welches die Hysterie gegen Assad befeuert hat, als das Video im April 2018 zum ersten Mal erschienen ist. Diese gemeinsame Propagandaaufwand führte zu einer formalen Rechtfertigung für den von den Vereinigten Staaten (VS) geleiteten Raketenangriff gegen Syrien.

Dalatis Erklärung wurde von unabhängigen Medienorganisationen weit verbreitet und selbst die Sprecherin des russischen Verteidigungs- und Außenministeriums, Maria Zacharova, bezeichnete die Enthüllung als “Absurdes Theater”.

“Während der vergangenen Jahre haben wir, und das nicht allein in Syrien, nur eine von der westlichen Gemeinschaft und den Massenmedien aufgeführte tragische Farce gesehen, die einerseits über die hohen demokratischen Ziele und ihre Sorge um die Zivilisten in einem souveränen Staat reden und sich andererseits um keinerlei Gesetze, sowie das Völkerrecht, die Freiheiten und Rechte einer Nation noch denen einzelner Menschen scheren.”, betonte Zacharova.

Sie verglich diesen Fall mit der Situation, die sich rund um den Irak vor dem Beginn der VS-Intervention entwickelt hatte und erinnerte daran, wie der damalige VS-Außenminister, Colin Powell, die internationale Gemeinschaft bei den Vereinten Nationen davon überzeugt hat, daß es notwendig sei “den Irak sowie die irakische Nation und Demokratie” zu retten.

Auch der russische Verteidigungsminister hat den Umstand damit kommentiert, daß Rußland vom Auftauchen neuer, diskreditierender Details nicht überrascht sei.

“Viele, der derzeitigen Spitzenpolitiker in den Vereinigten Staaten und Europa, die damals ihre Mäuler über den Schutz “friedliebender Syrer vor den schrecklichen Chemiewaffen des Regimes” aufgerissen und Raketen- sowie Luftangriffen gegen Syrien zugestimmt haben, werden versuchen das Thema zu vergessen, um sich ihrer moralischen, politischen und strafrechtlichen Verantwortung zu entziehen.”, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, General Igor Konaschenkow.

Interessant ist der Umstand, daß Kanäle der Mainstream Medien und westliche Diplomaten diese Situation tatsächlich ignoriert haben. Vielmehr hat die BBC offiziell erklärt, daß ihr Produzent für Syrien, von dessen Haltung sie sich distanziert, nur für sich selbst gesprochen und es sich bei seinen Behauptungen um “persönliche Meinungen” gehandelt habe.

Der Giftgasangriff in Douma war nicht der erste und einzige Fall, bei dem der von den VS geführte Block Studioaufnahmen als entscheidende Beweise zur Rechtfertigung seines Vorgehens in dem Konflikt präsentiert hat. Bereits nach dem Anschlag vom April 2017 in Chan Schaichun hatten Experten die Besorgnis geäußert, daß das von den Weißhelmen als Beweis für einen von dem Assad-Regime verübt Giftgasangriff veröffentlichte Video inszeniert gewesen sein könnte.

Tatsächlich gehören waffentaugliche Desinformationskampagnen sowie inszenierte Videos und Falschnachrichten rund um den Erdball zu den gewöhnlichen Herangehensweisen des VS-Militärs und deren Sonderdienste zur Förderung ihrer eigenen Agenda. Die VS haben diese Instrumente während ihrer Intervention im Irak und danach aktiv eingesetzt.

Laut späteren Enthüllungen reichte die Palette der eingesetzten Programme von der Schaltung vom Pentagon produzierter Artikel als “unvoreingenommene Nachrichten” über die Produktion von Beweisen, die den Anschein machten, von “Arabic TV zu stammen” bis zu zur Produktion von CDs mit gefälschten al-Qaida-Videos, die dann über zahlreiche Kanäle verbreitet worden sind.

Die eingesetzten Propagandamittel werden kontinuierlich entwickelt. Hierbei weist die Propagandaberichterstattung im Syrien-Konflikt etliche Unterschiede zu jener auf, die im Irak beobachtet wurde. Mittlerweile bedienen sich die Mainstream Medien, das Pentagon, die Geheimdienste und Diplomaten aktiv Herangehensweisen im Hollywood-Stil. Diese Art der Berichterstattung, bei der schreckliche Bilder und Videos die Emotionen des Publikums beeinflussen, basiert eher auf Einprägsamkeit, als auf der Überzeugungskraft logischer Schlußfolgerungen.

So wie bei Spielfilmen aus Hollywood, haben sich die Nachrichten der Mainstream Medien von der logischen Berichterstattung über Geschehnisse mit realistischen Beweggründen entfernt, hin zu emotionalen, auf anonymen Quellen beruhenden Urteilen, nicht überprüftem Bildmaterial,  knapp bemessenem Bürgerjournalismus und sogar offener Spekulation. Die innerhalb des Rahmens entwickelten Inhalte basieren dieser Herangehensweise regelmäßig auf den Ergebnissen sozialwissenschaftlicher und psychologischer Forschung. Dies ermöglicht es Ergebnisse durch die beabsichtigte Entwicklung von Inhalten und einer diesen angemessenen Einteilung des Publikums zu maximieren. Ein so interessantes wie erfolgreiches Beispiel für dieses Modellieren der Publikumsreaktionen bietet die Berichterstattung über den Zwischenfall in Salisbury, die einer umfangreichen Hysterie in den Ländern des Westens gegenüber Rußland Auftrieb gab.

Angesichts des Umstands, daß sowohl Beamte des VS-Verteidigungsministeriums als auch die anderer Institutionen offen zugeben ihre Einflußwerkzeuge sowie ihre irreguläre Kriegseinsatzfähigkeiten weiterzuentwickeln, steht zu erwarten, daß die Intensität und die Raffinesse von Desinformationskampagnen rund um den Globus weiterhin zunehmen wird.

Quelle: https://southfront.org/staged-chemical-attack-videos-and-other-trends-in-modern-propaganda/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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  • Jane

    Thank you for this. It is a very good idea to keep track of ISIS in Libya because they are going to let the situation get so out of hand it will be another problem like it is in Syria and Iraq.

  • 1234Adel Fetory

    Libya victim of the international community, and fell into the trap of US policies that support terrorism and seek to change the map of the region

    And breach of the new Libyan rulers to their homeland in exchange for financial transactions and gains