Kriegsbericht Syrien – 11. September 2017: Armee zerbärstet IS-Defensive, präpariert sich auf den endgültigen Vorstoß in Dair ez-Zor

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Die regierungsnahen Truppen haben im ländlichen Gebiet südlich der Stadt Dair ez-Zor einen entscheidenden Sieg errungen.

Am Samstag haben die Tiger-Einheiten der syrischen arabischen Armee (SAA), die syrische Republikanische Garde (SRG) und dessen Verbündete das Dorf Maliha sowie das Ölfeld Tayyem befreit und die Thurda Berge südlich der Stadt erreicht. Getrennt davon haben die Regierungstruppen die IS-Defensive auf dem Gebiet des Friedhofs von Dair ez-Zor überrannt und haben in die Richtung zum Flughafen von Dair ez-Zor einen Korridor errichtet, um die IS-Belagerung der militärischen und strategisch wichtigen Einrichtung zu beenden.

Am selben Tag gab Abu Mustafa, ein Kommandant der Hisbollah-Operation in Dair ez-Zor, dem libanesischen Nachrichtenfernsehsender al-Mayadeen im Inneren des Flughafens ein Interview. Er bestätigte offiziell, dass die Hisbollah an der Anti-IS-Operation beteiligt sei und lobte die syrische Führung, die Führung der Hisbollah sowie die Unterstützung Russlands für Dair ez-Zor. Die Hisbollah Mitglieder operieren seit 2014 in Dair ez-Zor, als sie zum Flughafen geflogen wurden.

Am Sonntag haben die SAA und ihre Verbündeten das Panorama Gebiet erobert und die volle Kontrolle über die Autobahn zwischen Palmyra und Dair ez-Zor hergestellt. Danach haben sie die Thurdah Berge gesichert und IS aus den verbleibenden Positionen südlich des Friedhofs vertrieben.

Die Medienstelle der Hisbollah in Syrien gab bekannt, dass der Flughafen von Dair ez-Zor vollständig gesichert wurde und so bald als möglich wieder in Betrieb genommen wird.

Laut IS-nahen Quellen hat die Terrororganisation bei den jüngsten Gefechten über 80 syrische Soldaten getötet, mindestens zwei Kampfpanzer und 10 Fahrzeuge zerstört sowie einige wenige Panzerabwehrlenkraketen (ATGM) und zwei Fahrzeuge der SAA erbeutet. Andererseits haben die regierungsnahen Quellen seit Samstag keine detaillierte Berichte über die angeblichen IS-Verluste zur Verfügung gestellt.

Die US-geführte Koalition und die hauptsächlich mit Kurden besetzten demokratischen Einheiten Syriens (SDF) haben den Erfolg der SAA in Dair ez-Zor genutzt, um in der Provinz eine eigene Operation gegen IS zu beginnen.

Am Samstag haben die SDF den Beginn der Kampagne “al-Jazeera Tempest” bekanntgegeben, mit dem Ziel das ganze Gebiet nördlich und östlich von Dair ez-Zor zu erobern. Dies bedeutet, dass die SDF versuchen das strategisch wichtige Ölfeld Omar zu ergreifen und versuchen könnten einige Teile der Autobahn zwischen Dair ez-Zor und Bagdad zu blockieren, eine wichtige Versorgungsroute die zwischen dem Irak und Syrien hergestellt werden könnte.

Am Sonntag haben die SDF nachdem sie mit nur wenig Widerstand von IS einige Punkte im Flusstal Khabur zurückerobert hatten das Industriegebiet im ländlichen Gebiet nordwestlich der Stadt Dair ez-Zor erreicht.

IS hat behauptet, dass dessen Mitglieder im Dorf al-Kurafi einen Humvee und ein schweres Geschütz der SDF mit ATGM-Panzerabwehrlenkraketen zerstört und in einem Gebiet 20km nördlich von Dair ez-Zor einen VBIED-Angriff auf die SDF durchgeführt haben.

Die US-geführte Koalition hat offiziell bestätigt, dass sie die in der Operation involvierten SDF-Einheiten trainieren, ihnen Equipment und geheime Informationen zur Verfügung stellen, sie logistisch und mit Präzisionsbeschüssen unterstützen und sie beim Vorgehen auf dem Schlachtfeld beraten. Unterdessen haben Quellen die mit dem sogenannten Zivilrat-Raqqa (eine Körperschaft die von den SDF erstellt wurde, um ar-Raqqa zu regieren) in Verbindung stehen behauptet, dass Generalmajor Ruper Jones, stellvertretender Oberbefehlshaber der US-geführten Koalition sagte, dass die Koalition es nicht zulassen werde, das die SAA den Fluss Euphrat überqueren und sogar damit gedroht habe die SAA zu bombardieren. Diese Behauptungen wurden von der Koalition weder bestätigt noch als falsch betitelt.

Somit haben die Regierungstruppen in der Provinz Dair ez-Zor nun zwei Optionen:

  • Das übrige von IS-besetzte Gebiet innerhalb der Stadt Dair ez-Zor zu befreien.
  • Die Stadt zu flankieren, um sie zu umstellen und weitere Vormärsche der SDF im ländlichen Gebiet nördlich der Stadt zu blockieren.

Die zweite Option könnte leicht zu einer Eskalation zwischen der syrisch-russisch-iranischen Allianz und den von den USA geführten Einheiten führen.

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