Kriegsbericht Syrien – 14. April 2017: Wurde in der Nähe von Deir Ezzor ein Lager mit chemischen Waffen bombardiert?

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Die syrische arabische Armee (SAA) und die Nationalen Verteidigungskräfte (NDF) setzten ihre Bemühungen fort, um die Stadt Souran von Hayat Tahrir al-Sham (HTS) und dessen Verbündeten in Nord-Hama zurückzuerobern. Die SAA und die NDF haben für diese Operation Artillerieeinheiten und militärische Ausrüstung umgruppiert und eingesetzt. Die intensiven Gefechte in dem Gebiet dauern an.

Es sind Berichte erschienen, dass einige der Verbündeten von HTS dem Druck durch die Einheiten der Regierung nicht stand halten können und sich aus dem Gebiet zurückzuziehen. Wen das bestätigt wird, wird dies wahrscheinlich bald zum Zusammenbruch der Defensive der militanten Einheiten in dem Gebiet  führen.

IS hat ländlichen Gebiet von Palmyra eine Reihe von leichten Gegenangriffen gegen die SAA und die NDF durchgeführt. Laut der mit IS verbundenen Nachrichtenagentur Amaq haben die IS-Terroristen dabei ein BMP-Infanterie-Kampffahrzeug zerstört und etwa 14 Kämpfer der Regierung getötet .

Unterdessen setzten die Einheiten der Regierung ihre Operationen fort, um die strategische wichtige Autobahn von Palmyra nach Al-Seen zu erobern. Dabei beschoss die SAA von IS gehaltene Stellungen in den Dörfern Al-Mahseh und Al-Suaneund und in dem Gebiet des Staudamms von Al-Qariaten.

Laut Quellen der Opposition hat die syrische Luftwaffe in der Wüste mehrere Luftangriffe auf Einheiten der von den USA unterstützten FSA-Gruppe “Assud Al-Sharqiah” durchgeführt, um ihre Offensive zu stoppen, dessen Ziel es war, die Belagerung von Jaish Al-Islam in Ost-Qalamun zu durchbrechen.

Pro-türkische Social Media-Aktivisten haben Gerüchte verbreitet, dass die vorwiegend kurdischen demokratischen Einheiten Syriens (SDF) nördlich von Aleppo die Kontrolle über die Städte Tal Rifa’at und Mennagh und ihre Umgebung an die von der Türkei unterstützte Koalition von militanten Gruppen, die unter dem Namen freie syrische Armee bekannt ist, übergeben werden. Den Angaben nach wäre dies ein Ergebnis einer geheimen Vereinbarung. Allerdings scheint dies bislang nur ein Bestandteil der laufenden türkischen Medienkampagne über den syrischen Konflikt zu sein, die nach dem angeblichen Angriff mit chemischen Waffen in Idlib in Gang gesetzt wurde. Seitdem hat die türkische Führung wiederholt den Einsatz von Gewalt und anderen Maßnahmen gegen die syrische Regierung gefordert. Die jüngsten Berichte dürften die Spannungen zwischen der SDF und SAA in der Provinz Aleppo zusätzlich anheizen.

Die SDF haben den Beginn der vierten Phase ihrer Operation angekündigt, um die von IS besetzte Stadt Ar-Raqqa zu erobern. Das Hauptziel besteht darin, das nördliche Gebiet der Stadt zu erobern. Die SDF verkündeten, dass diese Bemühungen von der US-Koalition unterstützt werden und haben die Zivilisten in den Dörfern nördlich von Ar-Raqqa dazu aufgefordert mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Gleichzeitig haben die IS-Terroristen immer noch die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt Tabqah und einen Teil des Staudamms von Tabqah westlich von Ar-Raqqa. Die von den USA unterstützte Einheit kämpft noch immer, um diese Punkte von IS zu erfassen. Laut pro-IS-Quellen wurden in den jüngsten militärischen Entwicklungen in der Region etwa 28 Kämpfer der SDF getötet.

Am 11. April tötete ein Kampfjet der US-geführten Koalition südlich von Tabqah 18 SDF-Kämpfer. Die beiden Seiten haben angeblich “gemeinsame Untersuchungen” in die Wege geleitet, um solche Vorfälle in der Zukunft zu vermeiden.

Am 13. April verkündete das syrische Verteidigungsministerium in einer Erklärung, dass die Luftwaffe der US-geführten Koalition am 12. April im Dorf Hatla in der Nähe der Stadt Deir Ezzor ein Hauptquartier und ein Chemiewaffen-Depot der Terrororganisation IS bombardiert hatte. Laut der Erklärung kamen in Folge des Luftangriffs giftige Gase in die Umluft, die vielen Zivilisten (“Hunderte Todesfälle”) das Leben gekostet haben. Das syrische Verteidigungsministerium sagte, dass der Vorfall bestätigt das die verschiedenen terroristischen Gruppen dazu in der Lage sind, chemische Kampfstoffe zu horten, transportieren und einzusetzen. Das syrische Militär betonte, dass es selbst keine chemischen Kampfstoffe besitzt und sie auch nicht benutzt und warnte davor, dass Terroristen erneut chemische Kampfstoffe einsetzen könnten, um dann die Einheiten der Regierung zu beschuldigen.

Nach der Stellungnahme des syrischen Verteidigungsministeriums sagte Col John L. Dorrian, der Sprecher der US-geführten Koalition, dass dies nicht stimmt. Gleichzeitig sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konashenkow, dass dem russische Verteidigungsministerium keine Informationen über den Tod von Zivilisten infolge eines Luftangriffs der US-geführten Koalition auf die syrische Stadt Deir ez-Zor vorliegen.

Getrennt davon erschienen in sozialen Medien Berichte, dass am Abend des 12. April ein Lager von IS in Hatla in Brand geraten sei. Allerdings gab es diesbezüglich bisher noch keine visuellen Beweise.

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