Kriegsbericht Syrien – 24. Oktober 2016: Die einzigen Optionen sind Assad in Damaskus oder Al-Nusra in Damaskus

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Am 22. Oktober brachen in der Stadt Aleppo die Kämpfe zwischen den syrischen Regierungskräften und der von Dschabhat al-Nusra geführten Koalition aus Rebellengruppen wieder aus. In den südlichen Stadtteilen von Aleppo – Amiriyah, Sheikh Saeed und dem Apartmentprojekt 1070 – und im südlichen Umland der Stadt wurden in den folgenden Tagen schwere Zusammenstöße gemeldet.

Luftangriffe wurden innerhalb und außerhalb von Aleppo seit dem 21. Oktober gemeldet. Laut lokalen Quellen haben die russischen Luft- und Raumfahrtkräfte und die syrische Luftwaffe die Versorgungsrouten der Dschabhat al-Nusra südwestlich der Stadt bombardiert. Laut den Rebellen nahestehenden Quellen worden auch eine unbekannte Anzahl von Luftangriffen innerhalb der Stadt durchgeführt.

Die syrische Armee, die libanesische Hisbollah und die Hezbollah al-Nujaba (eine irakische Pro-Regierungsmiliz) haben während des Waffenstillstandes insgesamt bis zu 4.000 Kämpfer in das Gebiet von Aleppo verlegt.

Die Al-Nusra und die sogenannte “Freie Syrische Armee” verlegten zusätzlich 1.500 Kämpfer, über 10 Einheiten mit schwerer militärischer Ausrüstung und etwa 20 Fahrzeuge, welche mit Maschinengewehren und Mörsern ausgestattet sind. Die gesamte Mannstärke des terroristischen Zusammenschlusses außerhalb der Stadt Aleppo wird auf 12.000 Kämpfer geschätzt. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Terroristen zusätzliche Waffen und militärische Ausrüstung einschließlich tragbarer Flugabwehr-Raketensysteme (MANPADS) erhalten haben, und nun bereit sind, die Regierungskräfte aus südwestlicher Richtung anzugreifen.

Das syrische Militär beschloss, dieser Bedrohung während einer neuen Operation in demselben Gebiet entgegenzutreten, wobei es dem syrischen Militär gelang, die Kontrolle über die Luftverteidigungsbasis südlich von Mushrifah zu übernehmen. Bei dem Kämpfen wurden etwa 30 Terroristen getötet. Das strategische Ziel ist Khan Tuman, welches der Ausgangspunkt für Operationen der von Dschabhat al-Nusra geführten Koalition ist.

Das gesamte Syrien muss “befreit” werden, erklärte der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin. “Es gibt nur zwei Optionen: Assad sitzt in Damaskus oder die Al-Nusra sitzen in Damaskus”, sagte Dmitry Peskov. Die Erklärung erfolgte einen Tag nachdem die Kämpfe um Aleppo wieder aufgenommen wurden und der Bekräftigung des US-Außenministeriums, das die US-geführte Koalition die Terrorgruppe Dschabhat al-Nusra nicht bekämpfen werde, da diese nicht das “Ziel” in Syrien seien.

Eine Allianz aus von der Türkei unterstützter Gruppen, welche unter der Marke Freie Syrische Armee (FSA) operiert, versucht weiterhin die Verteidigungslinien der kurdischen YPG im Norden der Provinz zu durchbrechen. Die Vorstöße der FSA auf die von der YPG kontrollierten Ortschaften Sheikh Isa, Harbul und Hasiyah wird von Kampfpanzern und Artillerie der türkischen Streitkräfte unterstützt. Des Weiteren gibt es Berichte, wonach türkische Truppen zusammen mit Militanten der FSA an der Frontlinie operieren. Über das Wochenende wurde die YPG an verschiedenen Frontlinien westlich von Hawsh zum Rückzug gezwungen. Über 10 türkische Kampfpanzer erreichten die Stadt Marea, um an kommenden Auseinandersetzungen mit der YPG teilzunehmen. Die türkische Armee konzentriert in Vorbereitung auf einen Vorstoß auf die vom IS kontrollierte Stadt Al-Bab auch massiv militärische Ausrüstung im Nordwesten der Stadt.

Während einer Eröffnungszeremonie für eine Bildungseinrichtung in Bursa am 23. Oktober, behauptete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, dass die syrische Stadt Aleppo und die irakische Stadt Mosul zu den Türken gehöre. Erdogan verglich die Art und Weise, wie Syrer und Iraker aus den Häusern wegen des selbst ernannten Islamischen Staates vertrieben wurden, wie türkische Menschen einmal aus ihren Städten vertrieben wurden. Die Rede zeigt, dass Ankara die militärische Expansion in Syrien und im Irak fortsetzen wird.

Die syrische Luftwaffe führte am 23. Oktober nahe der Stadt Deir ez-Zor eine Reihe von Luftangriffen auf die Terroristen des IS durch. Die Luftangriffe wurden nahe des Panorama Kontrollpunkt und dem Militärflughafen von Deir ez-Zor durchgeführt und führte zur Tötung von 50 ISIS-Terroristen.

Mindestens 14 Rebellen wurden von der syrischen Armee getötet, nachdem sie einen Angriff auf die Stadt Jobar östlich von Damaskus gestartet hatten. Die Rebellen benutzten unterirdische Tunnel um sich den von der Regierung kontrollierten Gebieten zu nähern, wurden aber abgewehrt.

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