Kriegsbericht vom 19. September 2018: Milizen widersetzen sich Abkommen über demilitarisierte Zone in Idlib

Donate

 

 

Wie von vielen Experten betont, scheint die Durchsetzung der während während Vieraugengesprächen zwischen dem russischen und dem türkischen Präsidenten am 17. September erreichten Vereinbarung über eine demilitarisierte Zone in Idlib keine einfache Aufgabe zu sein.

Am 18. September haben sich Hayat Tahrir al-Sham (die ehemalige al-Nusra Front, der syrische Zweig von al-Qaida), die Islamische Turkestan-Partei, Jaish al-Islam und Hurras ad-Din (etwa: Freie Religion) geweigert die Vereinbarung anzuerkennen und ihre Kräfte und militärische Ausrüstung von der Berührungslinie abzuziehen.

Am selben Tag hat der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, erklärt, daß die Arbeit zur Errichtung eines neuen Sicherheitssystems in der Deeskalationszone von Idlib begonnen hat. Er erinnerte daran, daß alle schweren Waffen bis zum 10. Oktober und die Kräfte der radikalen Gruppen bis zum 15. Oktober aus der demilitarisierten Zone abgezogen werden müssen.

Somit wird das syrisch-iranisch-russische Bündnis die bewaffneten Gruppen zwingen müssen die Vereinbarung anzuerkennen, wenn sie die demilitarisierte Zone fristgemäß in Kraft setzten wollen. Pro-Milizionäre Medienkanäle haben bereits Spekulationen darüber angestellt, daß Damaskus seinen Teil der Vereinbarung nicht einhalten wird und daher ein Medienumfeld zur Rechtfertigung von Operationen von Hayat Tahrir al-Sham und ihren Verbündeten geschaffen.

Die Syrisch Arabische Armee (SAA) hat zwei Gruppen von ISIS-Mitgliedern in der Wüste zwischen Homs und Deir ez-Zor in einen Hinterhalt gelockt. Zwei Mitglieder des ISIS sind hierbei in der Region 30 km südwestlich von Palmyra getötet und sieben weitere gefangengenommen sowie 6 Motorräder beschlagnahmt worden. Unabhängig davon hat die SAA in der Region Froua, 70 km südöstlich von Palmyra, sieben ISIS-Mitglieder gefangengenommen und 10 Motorräder, 146 Platten Haschisch sowie 14 Beutel Captagon mit zehntausenden Tabletten dieses Medikaments beschlagnahmt.

Die Situation um die während eines israelischen Angriffs auf Syrien am 17. September abgeschossene russische Il-20 spitzt sich zu. Nach dem Angriff hat Verteidigungsminister Schogui erklärt, daß die israelische Seite die volle Verantwortung für den Zwischenfall trägt und hinzugegügt, daß Moskau sich “das Recht auf eine Antwort” vorbehält. Präsident Putin bezeichnete den Zwischenfall als Kette tragischer Umstände. Putin sagte wörtlich: “Was Vergeltungsmaßnahmen betrifft, sind diese in erster Linie auf die zusätzliche Gewährleistung der Sicherheit unseres Militärpersonals und unserer Einrichtungen in Syrien gerichtet.”

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte und Premierminister Netanyahu drückten ihr Bedauern über den Verlust der russischen Leben aus. Nichtsdestotrotz hat Israel den Iran und die Hisbollah für diese Situation verantwortlich gemacht.

Derzeit kursieren zwei Versionen über den Abschuß: Rußland sagt, daß die israelischen F-16 die Il-20 als Deckung von syrischen Luftabwehrraketen mißbraucht hat. Syrien behauptet, daß die Il-20 von wahllosem Beschuß durch die Syrische Luftabwehr abgeschossen wurde und gar keine israelischen Kampfflugzeuge in der Region gewesen sind, als sich der Vorfall ereignet hat.

Die Situation entwickelt sich. Allerdings ist klar, daß der Vorfall vom 17. September die Deeskalation in der Region weiterhin erschweren wird.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-september-19-2018-militants-reject-demilitarization-zone-agreement-in-idlib/

Übersetzung©: wunderhaft

Alle Links wurden zusätzlich eingefügt.

Donate

Do you like this content? Consider helping us!

  • Theo Vogel

    Israelische Verteidigungsstreitkraefte gibt es nicht, ich nenne sie agressions streitkraefte.

  • M.kad

    die Russen haben bei Isaelis den Schwa.z eingezogen. Wie blamierend für die Russen. Enttäuscht sind auch viele die mehr Mut von Russen erwartet haben.