Kriegsbericht vom 24. September 2018: Der Riß unter den bewaffneten Gruppen in Idlib wächst

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Unter den bewaffneten Gruppen in Idlib wächst die Uneinigkeit über die in diesem Monat von der Türkei und Rußland vereinbarte Pufferzone.

Am 22. September hat die Nationale Befreiungsfront (NFL) öffentlich erklärt das Abkommen zu unterstützen. Die Gruppe hat erklärt, daß die Vereinbarung einen “ungerechten Krieg” verhindert habe und die Türkei als ihren Verbündeten bezeichnet. Die NFl fügten hinzu, daß sie Rußland sowie der syrischen Regierung und dem Iran mißtraut und hat diesen zahlreiche Verletzungen von Waffenstillstandsabkommen vorgeworfen.

Derzeit bildet die NFL die größte Koalition der von der Türkei unterstützten bewaffneten Gruppen in Syrien. Sie ist am 28 Mai 2018 aus 11 verschiedenen Gruppen gegründet worden, um den türkischen Einfluß in der Provinz Idlib zu stärken. Daher täuscht die Gruppe vor Träger der türkischen Politik in der Region zu sein.

Die NLF ist die zweit angesehenste bewaffnete Gruppe, welche das Abkommen unterstützt. Am 20. September hat Jaysh al-Izza einen ähnlichen Schritt unternommen.

Ein anderer Teil der Milizen in Idlib beeilt sich nicht damit die Idee von einer 15-20 km breiten Pufferzone zu akzeptieren, die am 15. Oktober zwischen den von den durch Milizen und der Regierung gehaltenen Teile Idlibs errichtet werden soll. Die mit der Al-Qaida verbundene Gruppe, Horas al-Din, sagte in einer offiziellen Erklärung, daß sie die Vereinbarung, die sie als eine “Verschwörung beschrieb” offiziell zurückweise.

Horas al-Din, die am 27. Februar 2018 aus 7 mit Al-Qaida verbundenen Gruppen entstanden sind, ist, neben Hayat al Tahrir al-Sham (der ehemaligen Al-Nusra Front, dem syrischen Zweig von al-Qaida), eine der einflußreichsten Gruppen in Idlib.

Während zahlreiche mit Hayat Tahrir al-Sham verbundene Medienaktivisten und -kanäle das Abkommen über die demilitarisierte Zone kritisieren, ist  die Gruppe bereits dabe eine offizielle Erklärung über diese Frage zu veröffentlichen – höchstwahrscheinlich weil hinter der Bühne immer noch Verhandlungen zwischen der Gruppe und türkischen Sondereinheiten laufen.

Am 22. September hat das türkische Militär zur Verstärkung seiner dortigen Beobachtungsposten eine Kommandobrigade in der Provinz Idlib stationiert. Während der vergangenen Wochen hatte das türkische Militär bereits zusätzliche Kampf- und Schützenpanzer mit ähnlichen Aufgaben dort stationiert.

Diese Bewegungen könnten darauf hindeuten, daß Ankara tatsächlich den Versuch unternimmt die Milizen in Idlib zu zwingen, sich an das Abkommen über die Pufferzone zu halten.

Am 20. September hat die kurdische Nachrichtenagentur Hawar berichtet, daß das türkische Militär hunderte von Schützen- sowie Kampfpanzern und LKWs an der Grenze zu der nordsyrischen Stadt Tell Abyad stationiert hat, die derzeit von den durch die Vereinigten Staaten (VS) unterstützten Demokratischen Kräften Syriens (SDF) kontrolliert wird.

Syrische Quellen erwarten, daß Ankara die kurdischen Einheiten der von den VS unterstützten Gruppe zwingen wird sich durch eine der Manbidschoffensive ähnlichen Operation aus der Stadt zurückzuziehen.

Währenddessen haben die SDF ihre Operation gegen den ISIS in dem im Euphrat-Tal gelegenem Kessel von Hajin fortgesetzt.

Am 23. September hat das russische Verteidigungsministerium auf einer außerordentlichen Pressekonferenz Details zu der am 17. Septembervor der syrischen Küste abgeschossenen Il-20 bekanntgegeben. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, hat ein weiteres Mal bestätigt, daß Moskau Israel für die Tragödie verantwortlich hält. Die Gründe hierfür sind Flugmanöver der sich hinter der Il-20 vor den syrischen Luftabwehrraketen versteckenden israelischen F-16, die von Israel über die Angriffe herausgegebenen Falschinformationen sowie zahlreiche Verletzungen des russisch-israelischen Konfliktvermeidungsabkommens durch Israel.

Konaschenkow betonte, daß “die von der israelischen Luftwaffe gegen die russische Iljuschin begangenen feindlichen Handlungen die Grenze zivilisierter Beziehungen überschritten haben.

Zur selben Zeit hat Israel seine Vorwürfe gegen Syrien, den Iran und die Hisbollah wegen des Zwischenfalls am 17. September fortgesetzt und die vom russischen Militär zur Verfügung gestellten Daten zurückgewiesen.

Diese Situation zeigt, daß ein Besuch einer hochrangigen israelischen Militärdelegation in Moskau in der vergangenen Woche es der israelischen Führung nicht gestattet hat die ausgebrochenen Spannungen mit Rußland zu beheben. Wenn diese Form der Situation weiterhin bestehen bleibt, wird dies wahrscheinlich zu einem für Israel negativen Ausgang bei erwarteten diplomatischen Lösungen für die Syrien-Krise führen.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-september-24-2018-rift-grows-among-militant-groups-in-idlib/

Übersetzung©: wunderhaft

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