Kriegsbericht vom 29. Oktober 2018: Putin behält sich militärische Option bei fortgesetzter Terrorbedrohung vor

Donate

 

 

Am 27. Oktober haben sich die Regierungschefs der Türkei, Frankreichs, Deutschlands und Rußlands in Istanbul zu einer Konferenz über den Konflikt in Syrien getroffen. Die Seiten haben die Situation in dem vom Krieg geplagten Land diskutiert und ihre Verpflichtung für eine politische Lösung der Krise bekräftigt. Allerdings war der einzig übereinstimmende Punkt während der Konferenz die Entscheidung bis zum Ende des Jahres eine Verfassungsgebenden Versammlung in Syrien auf den Weg zu bringen.

Während einer Pressekonferenz nach dem Treffen der vier Parteien, sagte der russische Präsident, Wladimir Putin, daß die Syrer selbst über die Zukunft ihres Landes entscheiden müssen, und das die Zukunft des syrischen Präsidenten, Bashar al-Assad, nicht auf der Agenda stand. Putin hat auch den Abschuß von 5o von Milizen gestarteten Drohnen in der Nähe des russischen Luftwaffenstützpunkts Khmeimim bekanntgegeben.

Außerdem hat Putin erklärt, daß Rußland sich sein Recht, bei der Auslöschung der Terroristen in Idlib zu helfen, vorbehält, falls diese mit Provokationen fortfahren und die Errichtung einer demilitarisierten Zone dort weiterhin blockieren. Der Präsident hob hervor, daß er seine “Kollegen” über die Situation unterrichtet hat und daß bereits Artillerieangriffe auf einige Ziele stattgefunden haben.

Hayat Tahrir al-Sham (HTS), Jaysh al-Izza und Horas al-Din sind die Kerngruppen, die das Demilitarisierungsabkommen regelmäßig durch den Beschuß von Regierungsstellungen in Aleppo, Latakia, Hama und Idlib verletzten. Am 27. Oktober hat Zubair al-Turkmani, ein Militärkommandeur der HTS im Umland von Aleppo, bestätigt, daß die Milizen Truppen der Syrisch Arabischen Armee nahe der Stadt Khan Tuman unter Beschuß genommen haben.

Am selben Tag hat der türkische Kanal Yeni Safak die so genannte “Rettungstruppe” der Weißhelme zitiert, die erklärte, daß syrische Regierungsstreitkräfte und “vom Iran unterstützte Terrorgruppen” das Waffenstillstandsabkommen gebrochen und Angriffe auf das Dorf Raffa in der Deeskalationszone in Idlib ausgeführt haben. Bei den Angriffen sollen sieben Zivilisten, darunter drei Kinder, getötet worden sein.

Derweil hat die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet, daß der ISIS mehr als 68 Kämpfer und Kommandeure der von den Vereinigten Staaten (VS) unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) getötet haben. Die Nachrichtenagentur des ISIS, Amaq, hat eine Erklärung veröffentlicht, in der ein Großangriff auf Stellungen der SDF in al-Susah und al-Baghuz bestätigt wird. Auch sind zwei der SDF-Kämpfer gefangen genommen worden.

Die SDF hat eine Stellungnahme bezüglich des Zwischenfalls vom 27. Oktober veröffentlicht und erklärt, daß nur 14 ihrer Kämpfer getötet worden sind. Die SDF hat ebenfalls erklärt keine ihrer Stellungen im Euphrat-Tal verloren zu haben. Allerdings dauerten die Feuergefechte in der Region am 28. und 29. Oktober weiter an, bei denen der ISIS weitere Offensiven gestartet hat.

Am 28. Oktober hat die Nachrichtenagentur des ISIS, Amaq, berichtet, daß ein ein Konvoi der von den VS angeführten Koalition sowie der SDF auf der Straße zwischen der Stadt al-Shuhayl und den Omar Ölfeldern von einer Autobombe (SVCIED) angegriffen worden ist. Quellen vor Ort haben den Bericht von Amaq  bestätigt. Obwohl keine Opferzahlen veröffentlicht wurden, hat ein syrischer Medienkanal behauptet, daß hierbei etliche SDF-Kämpfer getötet oder verwundet worden seien.

Unabhängig hiervon haben die Türkischen Streitkräfte (TAF) nahe der auch als Kobani bekannten syrischen Stadt, Ayn al-Arab,  eine Serie von Artillerieangriffen auf mehrheitlich von Kurden besetzte Stellungen des SDF ausgeführt. Das Vorgehen der TAF erfolgte nach etlichen Drohungen des türkischen Präsidenten über den Beginn einer Militäroperation zur Vertreibung kurdischer Milizen, die von Ankara  als Terroristen betrachtet werden.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-october-29-2018-putin-says-idlib-offensive-is-still-option-if-terrorist-threat-remains/

Übersetzung©: wunderhaft

Donate

Do you like this content? Consider helping us!