Kriegsbericht vom 3. Oktober 2018: Rußlands Übergabe von S-300 an das syrische Militär komplett

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Am 2. Oktober hat der russische Verteidigungsminister, Sergei Schoigu, Präsident Wladimir Putin die Übergabe eines S-300-Luftabwehrsystems sowie zusätzlicher militärischer Ausrüstung an Syrien gemeldet. Laut Schoigu, umfassen die Lieferung vier S-300-Lenkwaffenstarter sowie Radar- und Kontrollfahrzeuge. Der Verteidigungsminister wies darauf hin, daß die Ausbildung der syrischen S-300-Teams etwa 3 Monate dauern wird.

Bis zum 20. Oktober wird das integrierte Luftabwehrnetzwerk in dem vom Krieg geplagten Land einsatzfähig sein. Rußland bietet syrischen Soldaten bereits Ausrüstung und Training für diesen Zweck an. Schoigu hob hervor, daß das Verteidigungsministerium die Fähigkeiten zur elektronischen Kriegsführung der in Syrien stationierten russischen Streitkräfte erhöht hat. Die Russischen Kräfte überwachen die bisherigen Angriffsrichtungen auf Syrien in einem Umkreis von 200 km Richtungen.

Der Sprecher der von den Vereinigten Staaten (VS) geführten Koalition, Oberst Sean Ryan, daß die Lieferung der S-300 bisher keinen Einfluß auf VS-Streitkräfte habe. “Es hat nichts geändert”, erklärte Ryan und fügte hinzu, daß die Koalition die bestehenden Konfliktvermeidungsmechanismen nutzen werde um mögliche Zwischenfälle zu verhindern.

Jedoch ist eine Seite direkt betroffen – Israel. Die israelische Führung hat erklärt, daß das israelische Militär seine Angriffe auf Syrien trotz der Übergabe des S-300-Systems an das Land fortsetzen werde, und hat sogar damit gedroht die gelieferten Systeme zu zerstören. So warten viele darauf, wie die israelische Luftwaffe mit den modernisierten Einrichtungen der syrischen Luftabwehr umgehen wird.

In den von der Türkei kontrollierten Provinzen Idlib und Aleppo sind wichtige Entwicklungen im Gange.

Am 27 September hat der Anführer von Jaysh al-Islam, Essam al-Buwaydhani bestätigt, daß die Gruppe, die aus dem damaszenischen Vorort der Ost Ghouta nach Nord-Aleppo geflohen war, sich der von der Türkei unterstützten Syrischen Nationalen Armee (SNA) angeschlossen hat.

Derzeit wird Jaish al-Islam neu organisiert und neu bewaffnet, um ihre von der Türkei unterstützten Operationen fortsetzten zu können. Mit Hilfe einiger mysteriöser Geschäftsleute, baut die Gruppe derzeit eine Stadt mit etwa 1400 Häusern, einer Klinik, einer Schule und einer Moschee in der von al-Bab 15 km nördlich gelegenen Region.

Essam al-Buwaydhani hat auch behauptet, daß der Sturz der Regierung in Damaskus weiterhin die Priorität der Gruppe sei. “Assads Sturz ist nicht unmöglich, besonders weil die Oppositionskräfte sich nun an einem Platz aufhalten”, berichtete al-Buwaydhani gegenüber Reuters.

Anfang Oktober sind auch Berichte darüber aufgetaucht, daß Hayat Tahrir al-Sham (die ehemalige Jabhat al-Nusra, der syrische Zweig von al-Qaida) einen Vertrag mit der Türkei geschlossen hat und nun dabei ist ihre Kräfte in drei neuen Armeen mit unterschiedlichen Bezeichnungen organisieren. Sollte sich dies bestätigen, wird das ein weiterer Versuch sein das Wesen der in Idlib operierenden Terroristen zu verschleiern.

Am 2. Oktober hat der VS-Verteidigungsminister, James Mattis, erklärt, daß VS-Truppen damit begonnen haben ihre türkischen Kollegen für gemeinsame Patrouillen um die Stadt Manbij auszubilden.

“Die Ausbildung ist nun im Gange und wir werden sehen wie das funktioniert”, erklärte er und fügte hinzu, daß die VS “jeden dafür Grund haben anzunehmen, daß die gemeinsamen Patrouillen zur rechten Zeit kommen.”

Laut dem Verteidigungsminister, hat sich die nun auf türkischem Boden stattfindende Ausbildung verzögert, während Ausrüstung geliefert wurde und beide Länder abseits von Vereinbarungen gearbeitet haben.

Erst am 28. September hat der türkische Präsident, Recep Tayyyip Erdogan, erklärt, daß die VS ihrer Verantwortung im Rahmen des türkisch-amerikanischen Vereinbarungen über die Stadt Manbij nicht nachkämen.

“Die Vereinigten Staaten liegen nicht im Zeitplan der über Manbij ausgehandelten Vereinbarung. Es gibt dort keine Kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Die wahren Besitzer der Region sind dort noch nicht angesiedelt”, erklärte Erdogan und hob hervor, daß “die Vereinigten Staaten ihr diesbezügliches Versprechen nicht einhielten.”

Höchstwahrscheinlich war die Entscheidung VS zu erneuten Schritten für die Durchsetzung des Manbij-Abkommens die Vermeidung weiterer Spannungen mit der Türkei, die einer der wichtigsten der in den Syrien-Konflikt involvierten Kräfte ist. Im Gegenzug ist Ankara ihrerseits bemüht türkisch-amerikanische Patrouillen auf den Weg zu bringen und sämtliche mit der mit den YPG verbundenen militärischen und politischen Strukturen in der Stadt auszuradieren. Wenn das geschehen ist, wird des ein weiteres Beispiel dafür sein, wie die Regierung Erdogan aktiv daran arbeitet, die Differenzen zwischen dem amerikanisch-israelisch angeführtem Block und dem syrisch-iranisch-russischen Bündnis auszunutzen, um seine eigenen politischen und sicherheitsrelevanten Ziele in der Region zu verfolgen.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-october-3-2018-russia-completed-delivery-of-s-300-to-syrian-military/

Übersetzung©: wunderhaft

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