Syrien – Kriegsbericht vom 31. Oktober 2018: Vorbereitungen der Türkei für Großoffensive gegen YPG abgeschlossen

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Im nördlichen Umland von Aleppo sind Gefechte zwischen Hayat Tahrir al-Sham (ehemals al-Nusra Front, dem syrischen Zweig der Al-Qaida) und der von der Türkei unterstützten Nationalen Befreiungsfront (NFL) ausgebrochen.

Berichten zufolge haben Einheiten von Hayat Tahrir al-Sham am 29. Oktober Stellungen der NFL in dem Dorf Kafr Hamara angegriffen und am Abend des 30. Oktober die vollständige Kontrolle über die Region erlangt. Etliche Milizen der NFL wurden bei dem Zwischenfall getötet oder verwundet worden.

Während der vergangenen Monate haben Hayat Tahrir al-Sham ihren Einfluß in den in den Provinzen Aleppo, Idlib und Latakia, die in das Deeskalationsabkommen integriert sind, kontinuierlich erhöht. Während Ankara behauptet die Situation dort unter Kontrolle zu haben, zeigen die Entwicklungen am Boden, daß die Türkei tatsächlich entweder eine Art Vereinbarung mit Hayat Tahrir al-Sham getroffen hat, welches der Terrorgruppe erlaubt frei innerhalb der Deeskalationszone zu operieren, oder nicht genügend Einfluß besitzt, um die Aktivitäten der Gruppe zu begrenzen.

Diese Vorfälle habe erneut gezeigt, daß eine friedliche Lösung des Konflikt nicht möglich ist, solange Hayat Tahrir al-Sham und ihre Verbündeten innerhalb des angeblich von der Opposition gehaltenen Gebietes agieren.

Am 30. Oktober hat Präsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, daß die Türkei die Vorbereitungen für eine umfangreiche Gegenoffensive in der Region östlich des Euphrat-Tals abgeschlossen hat. Erdogan hat geschworen, daß die Türkei, bezüglich der (vorwiegend YPG und PKK bestehenden) bewaffneten kurdischen Gruppen, die den nordöstlichen Teil Syriens kontrollieren, “einen Sieg über die Terroristen erringen werde.”

Am selben Tag hat der türkische Verteidigungsminister, Hulusi Akar, später bestätigt, daß Ankaras nächste Aktivitäten in der Region östlich des Euphrats stattfinden werden. Auch hat er erklärt, daß die demilitarisierte Zone in Idlib tatsächlich vollständig aufgebaut worden sei und behauptet, daß die “Radikalen und ihre Waffen in einem Umkreis von 15-20 Kilometern entfernt worden seien.” Möglicherweise hat der Verteidigungsminister noch nichts von den jüngsten Entwicklungen in Kafr Hamra gehört oder er hat sie vorsätzlich ebenso ignoriert, wie den andauernden Beschuß von Stellungen der Regierung in Latakia, Hama, und Aleppo.

Festzuhalten ist, daß die türkischen Streitkräfte (TAF) am 28. Oktober eine Reihe von Angriffen auf Stellungen der YPG/PKK nahe des östlich des Euphrats gelegenen (und auch unter dem Namen Kobani bekannten) Dorfes Ayn al-Arab ausgeführt haben. Nach diesen Angriffen haben die YPG eine Erklärung veröffentlicht, in der sie geschworen haben diese zu beantworten.

Laut pro-kurdischen Quellen, konzentriert die TAF derzeit Soldaten und militärisches Gerät an der nahe Ayn al-Arab an der syrischen Grenze.

Es scheint, als habe Erdogan, nach der Vereinbarung der Trump-Administration mit ihren türkischen Amtskollegen in Manbij, entschieden, daß es erneut an Zeit ist zu zeigen, daß die TAF im Besitz einer militärische Option für die Lösung der Kurdenfrage ist, falls das Abkommen scheitert. Während eine momentane Großinvasion der Türkei im Nordwesten Syriens wegen der dortigen Militärpräsenz der Vereinigten Staaten (VS) unwahrscheinlich ist, ist die TAF dennoch in der Lage die von den VS unterstützten kurdischen Gruppen unter Artilleriebeschuß zu nehmen.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-october-31-2018-turkey-finishes-preparations-for-new-large-operation-against-ypg/

Übersetzung©: wunderhaft

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