Milizen sabotieren türkisch-russische Patrouillen – Neue syrische Armeeoffensive in Idlib unvermeidlich

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Am 15. März führten russische und türkische Streitkräfte im Rahmen des in Moskau erzielten neuen Deeskalationsabkommens eine erste gemeinsame Patrouille im Großraum Idlib durch. Die geplante Route der Patrouille verläuft entlang der Autobahn M4, wo eine Pufferzone eingerichtet werden sollte. Tatsächlich fand die Patrouille jedoch nur wenige Kilometer westlich der von der Regierung kontrollierten Stadt Saraqib statt. Die gesamte Pufferzone und ein erhebliches Gebiet südlich davon, insgesamt 750 km2, verbleiben in den Händen von Terroristen. Es gab keine Anzeichen für einen Rückzug schwerer Waffen oder Milizen aus dem Gebiet.

Das russische Militär sagte, dass die Patrouillenmission auf Grund von Provokationen durch Radikale verkürzt wurde. Laut der veröffentlichten Erklärung verwendeten Terroristen Zivilisten als menschliche Schutzschilde, darunter Frauen und Kinder. Die russische Seite fügte hinzu, dass der Türkei mehr Zeit gegeben werde, um die Extremisten loszuwerden und die Sicherheit weiterer gemeinsamer Missionen zu gewährleisten. Überraschenderweise gab das türkische Verteidigungsministerium zu, dass einige Maßnahmen ergriffen wurden, um mögliche Provokationen zu verhindern. Es machte sich jedoch nicht die Mühe zu erklären, auf welche Schwierigkeiten die Seiten stießen.

Vielleicht, weil das türkische Militär selbst Schwierigkeiten hatte, sich durch Anhänger radikaler Gruppen zu bewegen, die auf der Autobahn M4 stationiert waren. Radikale und ihre Anhänger blockieren seit dem 13. März den Teil der Autobahn im Süden von Idlib.

Anfang März gelobten türkische Spitzenbeamte wiederholt, jegliche Macht niederzuschlagen, die sich der Umsetzung des neuen Deeskalationsabkommens widersetzen würde. Die türkische Führung vergaß diese Erklärungen schnell, als sich herausstellte, dass das Haupthindernis für die Umsetzung des Abkommens Organisationen waren, die direkt oder indirekt von Ankara unterstützt werden. Leider ist an diesem Verhalten nichts Neues. Im Laufe des Monats hat sich die Erdogan-Regierung als konsequente Stütze der in Idlib verbliebenen Ableger des Terrorismus präsentiert.

In der Zwischenzeit untergraben bewaffnete Idlib-Gruppen weiterhin die Bemühungen der türkischen Medien und der Diplomatie, sie als gemäßigte Opposition darzustellen. Am 15. März boten mit Hayat Tahrir al-Sham verbundene Medien jeder Person, die Evgeny Poddubny oder Oleg Blokhin töten würde, ein Kopfgeld von 25.000 US-Dollar an. Beide sind russische Kriegskorrespondenten, die derzeit an der Front in Idlib arbeiten und über militärische Entwicklungen dort berichten. Im Gegensatz zu ihren türkischen und westlichen Kollegen blenden sie die terroristische Ideologie und die Aktionen der bewaffneten Idlib-Gruppen nicht aus. Später erhöhten die demokratischen Aktivisten von Idlib das Kopfgeldangebot auf 50.000 US-Dollar für jeden, der Poddubny töten würde. Heute wird der Betrag von 100.000 US-Dollar für den oben genannten Journalisten oder irgendein lebend gefangenes Mitglied der russischen Patrouillenmission geboten.

Gleichzeitig intensivierten die Nationale Befreiungsfront, Hayat Tahrir al-Sham und andere militante Organisationen ihre Rekrutierungskampagne im Nordwesten Syriens. Personen mit viel „Freizeit“ und guter körperlicher Verfassung können sich jetzt sogar Hayat Tahrir al-Shams Spezialeinheit anschließen, die sogenannten „Red Bands“. Diese Tatsache ist eine weitere Bestätigung für die schweren Verluste terroristischer Gruppen in den letzten Kriegsjahren.

Darüber hinaus verschlechtert sich die Sicherheitslage in Nordsyrien erneut. Pro-militanten Quellen zufolge traf ein IED-Angriff einen Militärkonvoi türkisch geführter Streitkräfte in der Nähe der Stadt Ras al-Ayn. Berichten zufolge wurden drei Milizen und zwei türkische Soldaten bei dem Angriff getötet.

Das jüngste türkisch-russische Deeskalationsabkommen ermöglichte es, die militärischen Feindseligkeiten zwischen den syrischen Streitkräften und der türkischen Armee zu beenden. Ihre Wirkung wird jedoch nur vorübergehend sein und nicht lange anhalten, wenn das Problem der Radikalen im Großraum Idlib nicht in naher Zukunft gelöst wird.

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