Panzer, Kampfjets, Flugzeugträger: Indien will mehr russische Waffen

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IndienIm militärtechnischen Bereich will Indien einem Zeitungsbericht zufolge mit Russland weiter intensiv kooperieren: Im Vergleich zu dem Westen hat Moskau weniger Probleme damit, nicht nur die eigentlichen Waffen zu liefern, sondern auch das entsprechende Know-how. Es gibt gemeinsame Produktionen und Entwicklungsarbeiten.

Viktor Kladow, Direktor für internationale Zusammenarbeit der russischen Staatsholding Rostec, sagte der Tageszeitung „Iswestija“: „Indien ist einer der wichtigsten strategischen Partner Russlands im Bereich der militärtechnischen Kooperation. Unsere Beziehungen haben einen planmäßigen und langfristigen Charakter. Wir haben eine Reihe von Gemeinschaftsproduktionen in Indien. Künftig sollen sie mindestens 1.000 Panzer T-90, 250 Jagdflugzeuge Su-30MKI und 200 Hubschrauber  Ka-226 herstellen.“

Möglich wären auch weitere Großprojekte. Die indische Militärführung zeigt Interesse an dem in Russland konzipierten Flugzeugträger 23000 Schtorm. Das 300 Meter lange Kriegsschiff soll bis zu 100 Maschinen verschiedener Klassen mitführen.

Der Flugzeugträger könnte insbesondere MiG-29K/KUB-Jäger aufnehmen, die den indischen Streitkräften bereits zur Verfügung stehen, aber auch geplante Kampfjets der 5. Generation. Diese werden in Russland bereits gebaut, und zwar im Rahmen des Projekts T-50. Nun soll auch eine indische Version mit dem Codenamen FGFA zustande kommen. Nach Angaben des Blattes ist die Regierung in Neu-Delhi bereit, einen entsprechenden Großvertrag zu unterzeichnen. Demnach sollen Russland und Indien je vier Milliarden US-Dollar investieren, um einen Prototyp gemeinsam zu entwickeln, Produktionsanlagen zu bauen und mindestens 200 Maschinen herzustellen.

Ruslan Puchow, Chef der russischen Denkfabrik CAST, sagte dem Blatt: „In Indien ist es zu einem großen Skandal um die Lieferung französischer Rafale-Jäger gekommen. Dem Vertrag zuwider verdoppelte Frankreich nicht nur den Preis pro Flugzeug, sondern weigerte sich auch, das grundlegende Know-how für die Produktion an die Inder zu übergeben. Mit Russland gibt es keine solchen Probleme.“

Ein weiteres Beispiel für die militärtechnische Kooperation ist der russisch-indische Überschall-Seezielflugkörper BrahMos. Dieser steht inzwischen dem indischen Heer und der indischen Kriegsmarine zur Verfügung. Im Herbst soll eine luftgestützte Version getestet werden. Dabei darf Indien die Rakete im Ausland frei vermarkten – Russland hat nichts dagegen.

Der russische Militärexperte Wadim Kosjulin kommentierte, Indien sei nach wie vor der größte Importeur russischer Waffensysteme und Militärtechnik. Im Zeitraum von 2012 bis 2015 habe das Land 18 Waffenverträge mit Russland und 13 mit den USA unterzeichnet: „Diese Zahlen wirken vielleicht nicht so beeindruckend, doch es geht um sehr große Verträge, die die Zukunft bestimmen. Im Gegensatz zu dem Westen sind wir bereit, nicht nur Militärtechnik, sondern auch die entsprechenden Produktionstechnologien zu liefern

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