Russland schafft erste „Müllabfuhr“ im Weltall

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© Foto: Mayak

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Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat begonnen, mit mehreren Projekten die Entsorgung von Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn voranzutreiben, wie das Portal „Pronedra“ schreibt. Ursprünglich erschienen auf de.sputniknews.com

Zu einem der ersten Projekte dieser Art gehörte 2014 der Bau des Raumschiffes „Liquidator“. Das Projekt-Budget belief sich dabei auf rund 11 Milliarden Rubel (über 150 Millionen Euro). Doch nachdem 2015 beschlossen worden war, das Raumprogramm um ein Drittel zu kürzen, musste man auf den „Liquidator“ verzichten.

Die Idee einer „Weltraum-Müllabfuhr“ gab Roskosmos jedoch nicht endgültig auf. Stattdessen entschied man sich für günstigere Varianten. So wird der Bau eines Raumschiffs im Wert von 282,3 Millionen Rubel (umgerechnet knapp vier Millionen Euro) geplant, das sowohl große als auch kleine Müllstücke aus der Umlaufbahn entfernen soll. Das Projekt soll innerhalb von nur zwei Jahren noch bis 2018 realisiert werden.

Sollten die Pläne der russischen Weltraumagentur umgesetzt werden, würde Russland damit als erstes Land der Welt einen Markt für Weltraummüll-Entsorgung schaffen.

Am Anfang der Raumfahrt-Ära glaubte man noch, das Weltall sei unbegrenzt und die Tätigkeit des Menschen werde keine beträchtliche negativen Folgen hinterlassen. Doch heutzutage stellt der Weltraumschrott aus abgenutzten Raumfahrzeugen, abgeworfenen Raketenstufen sowie durch deren Zerstörung entstandenen Trümmerteilen eine Gefahr für die Menschheit dar.

Laut Angaben des von Roskosmos entwickelten automatisierten Warnsystems über Gefahren im erdnahen Weltraum befanden sich im Juni 2016 etwa 17.800 Müll-Objekte mit der Größe von mehr als zehn Zentimeter, etwa 700.000 Stücke Schrott größer als ein Zentimeter und rund eine Milliarde Müllstücke größer als ein Millimeter im Weltraum.

Die meisten erdnahen Satelliten würden selbst den Einschlag eines Stückes ab fünf Millimeter Größe nicht aushalten – bei Aufprallgeschwindigkeiten von bis zu 36.000 Stundenkilometern kann schon eine kleine Schraubenmutter die Energie einer explodierenden Handgranate entwickeln. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit besitzt ein Teilchen mit 1 g Masse eine Energie von 50 kJ, was der Sprengkraft von etwa 12 g TNT entspricht, sodass sowohl das Teilchen als auch das unmittelbar getroffene Material explodieren.

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