Russlands Su-34-Jagdbomber soll nun auch als Spion zum Einsatz kommen

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Su-34

© Wikipedia/ Russlands Verteidigungsministerium

Der russische Jagdbomber Su-34 soll einem Zeitungsbericht zufolge neue Ausrüstungen erhalten, um gegnerische Führungszentralen und Radaranlagen in Echtzeit zu orten. Dies ermöglicht dem Kampfjet neue Funktionen als Aufklärungsflugzeug. Die georteten Ziele können bei Bedarf sofort angegriffen werden.

Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Montag berichtet, bekommt die Su-34 demnächst eine funktechnische Aufklärungsanlage mit dem Codenamen UKR-RT. Die Ausrüstungen sollen sich in einem Behälter unter dem Rumpf des Kampfjets befinden.

Ein Militärsprecher sagte dem Blatt, die neue Anlage werde bereits getestet. Für das Projekt seien mehrere Rüstungsbetriebe zuständig, die dem Flugabwehr-Konzern Almaz-Antey und der Gerätebau-Holding UIMC angehören, hieß es. Wegen Geheimhaltung wollte der Sprecher keine technischen Daten verraten.

Wie es hieß, ermöglicht das UKR-RT-System, gegnerische Kommunikations-, Datenübertragungs- und Radaranlagen präzise zu orten und deren technische Parameter zu ermitteln. Auch Drohnen-Leitzentralen können ins Visier genommen werden.

Wie der russische Militärexperte Anton Lawrow erläuterte, macht die neue Anlage den Kampfjet zu einer multifunktionalen Maschine, die nun nicht nur zu Luftangriffen fähig wäre, sondern auch zu Aufklärungseinsätzen.

Unter Umständen sei es dann in der Friedenszeit möglich, ohne spezialisierte Aufklärungsflugzeuge auszukommen. Und bei einem Militärkonflikt sei eine Su-34 schwerer abzuschießen im Vergleich zu Spionageflugzeugen auf Basis von Transportflugzeugen oder Passagierjets, so der Experte.

Die Entwicklungsarbeiten am UKR-RT-Projekt hatten Ende der 2000er Jahre begonnen, wie ein Luftwaffensprecher nun mitteilte: „Am Flugzeug wurde zunächst ein leerer Behälter montiert – ohne Ausrüstungen drin. Es ging darum, eine optimale Form für ihn auszuarbeiten und einen passenden Platz für den Behälter zu finden, damit dieser nicht die Aerodynamik des Flugzeugs beeinträchtigt.“

Der russische Militärexperte Dmitri Boltenkow sagte, den Kern der UKR-RT-Anlage mache eine kleinere Version jenes Systems mit dem Codenamen Frakzia aus, das an Bord des modernen Aufklärungsflugzeugs Tu-214R installiert sei.

Die Tu-214R kommt derzeit in Syrien zum Einsatz. Mit ihrem Frakzia-System ist sie nach Angaben der Onlinezeitung theaviationist.com in der Lage, Signale von Kommunikations- und Radarsystemen des Gegners abzufangen, um dessen Kräfte genau zu orten.

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