Schlacht um Mossul: Herausforderungen der widerwilligen Verbündeten

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Am 15. Oktober führten die US-amerikanische Artillerie und die Luftstreitkräfte der US-geführten Koalition massive Schläge auf Ziele des Islamischen Staat (IS, ISIS) innerhalb und außerhalb der irakischen Stadt Mossul durch und begannen damit de facto die lang erwartete Operation zur Befreiung der letzten Hochburg des IS im Irak.

Das irakische Militär, die teilautonomen und überwiegend schiitischen Popular Mobilization Units (PMU), die kurdischen Peschmerga, einige sunnitische Stammeskämpfer und US-amerikanische und französische Spezialeinheiten werden an der Operation teilnehmen. Bis zu 40.000 Kämpfer, über 130 Artilleriegeschütze und einige Hundert Militärfahrzeuge sind Teil der Streitmacht. Kampfflugzeuge und Kampfdrohnen der US-geführten Koalition sowie US-Artillerieeinheiten werden die Hauptkräfte unterstützen.

Solch eine rauflustige Anti-ISIS-Streitmacht auf dem Boden verursacht zusätzliche Schwierigkeiten während der Operation. Nahezu alle Akteure sind daran interessiert, politische, wirtschaftliche und PR Erfolge aus dieser Operation zu erzielen und erhebliche Verluste so weit wie möglich zu vermeiden. Wahrscheinlich ist die PMU die motivierteste Kraft für den Kampf gegen den Islamischen Staat unter modernen Voraussetzungen. Allerdings wird sie von den Vereinigten Staaten als Pro-Iran bezeichnet, wodurch sie wohl keine großartige Unterstützung auf dem Boden erhalten wird.

Es gibt keine Informationen, ob die Verhandlungen mit lokalen sunnitischen Clans aus Mossul, um die Befreiung der Stadt zu erleichtern, erfolgreich waren oder nicht. Wahrscheinlich werden die irakischen Streitkräfte mit heftigen Gegenaktionen von den in der Stadt stationierten schätzungsweise 10.000 Kämpfern des Islamischen Staat konfrontiert werden.

Auch die direkte Teilnahme von türkischen Militäreinheiten, welche nordwestlich von Mossul stationiert sind, bleibt weiterhin unklar. Präsident Recep Tayyip Erdoğan gab bekannt, dass die Türkei entschlossen ist, an der Operation teilzunehmen. Allerdings wurde dieser Schritt vom Irak energisch abgelehnt. Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi sagte, dass die Türkei mit illegalen Handlungen im Land einen regionalen Krieg auslösen würde. Seine Regierung forderte Ankara auf, seine Militäreinheiten aus dem irakischen Gebiet abzuziehen und forderte eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen ein, um dieses Thema zu diskutieren. Die Türkei ignorierte die Forderungen der irakischen Regierung.

Nach inoffiziellen Schätzungen besitzt Ankara bis zu 18 Militärstandorte im Irak. Diese wurden vom irakischen Parlament nicht genehmigt und die Führung der autonomen Region Kurdistan hatte kein Recht Abkommen abzuschließen. Das irakische Parlament hat das türkische Militärkontingent als Besatzungsmacht bezeichnet.

Die Kata’ib Hezbollah, welche ein Teil der PMU sind, sagten, dass das türkische Militär seit dem Beginn der Operationen zur Befreiung des Gouvernements Anbar vom IS damit begonnen hat, Truppen nahe Mossul zu konzentrieren. Ankaras Ziel ist, laut Vertretern der Fraktion, die Kräfte der PMU und der irakischen Sicherheitskräfte aus Teilen von Anbar und Mossul zu drängen, um die Operationen gegen den Islamischen Staat zu komplizieren.

Jedenfalls werden solche Feindseligkeiten zwischen der Türkei und dem Irak die Befreiung von Mossul erheblich erschweren und dem Islamischen Staat in dieser Region in die Hände spielen, auch wenn Ankara nicht versuchte dieses Ziel zu erreichen. Im schlimmsten Fall, sollte Ankara versuchen an der Mossul-Operation teilzunehmen und den Willen Bagdads zu ignorieren, könnte dies zu einem neuen regionalen Konflikt führen.

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