Syrien, Irak – Kriegsbericht vom 28. Januar 2019: Kurdische Führung am Scheideweg zwischen der Türkei und Assad

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Am 25. Januar haben Hunderte kurdischer Demonstranten, als Reaktion auf einen türkischen Luftangriff, bei dem am 23. Januar zwei kurdische Zivilisten getötet worden sind, einen türkischen Militärstützpunkt nahe der nordirakischen Stadt Dahuk gestürmt. Laut dem pro-kurdischen Sender NRT TV, haben türkische Soldaten das Feuer auf die Demonstranten eröffnet und wenigstens einen von ihnen getötet und viele weitere verletzt. Diesem Widerstand zum Trotz, gelang es den Demonstranten in den Stützpunkt einzudringen und ihn in Brand zu setzen. Die Demonstranten haben die meisten der dort befindlichen türkischen Soldaten gefangengenommen sowie etliche Aggregate an militärischer Ausrüstung erbeutet. Zwei Agenten des als MIT bekannten türkischen Nachrichtendienstes wurden hierbei verwundet. Später sollen die gefangengenommenen Türken den Peschmerga, den bewaffneten Einheiten der kurdischen Regionalregierung, übergeben.

Während des vergangenen Jahres hat die türkische Luftwaffe zahlreiche Luftangriffe auf Einrichtungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) geflogen. Diese Luftangriffe sind Teil einer Kampagne zur Unterwanderung deren Leistungsfähigkeit und zur Verhinderung weiterer Anschläge der PKK auf türkischem Territorium. Nichtsdestotrotz ist die starke Präsenz der kurdischen Gruppe im Nordirak, die in dieser Region zahlreiche Stützpunkte unterhält, ungebrochen.

Ankara verfolgt, unter der Behauptung, daß die Kurdischen Volksverteidigungseinheiten nur ein lokaler Ableger der PKK sei, ähnliche Ziele in Nordsyrien

Am 26. Januar hat der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan erklärt, daß eine türkische Militäroperation im Nordosten Syriens Millionen von Flüchtlingen die Rückkehr in das Land ermöglichen würde. Der türkische Präsident erklärte weiterhin, daß die türkische Invasion in Nordwestsyrien 300.000 Syrien die Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht hat. Auch sagte er, daß das Adana-Abkommen einen Angriff auf den Nordosten Syriens rechtfertige.

Als Reaktion hat das syrische Außenministerium der Türkei vorgeworfen das Abkommen seit dem Jahr 2011 durch die Unterstützung des Terrorismus und die direkte Okkupation von Teilen des Landes zu verletzen.

In den türkisch besetzten Gebieten haben die mit der YPG verbundenen Befreiungskräfte Efrîns ihre Angriffe auf türkisch geführte Kräfte fortgesetzt. Am 25. Januar wurde ein für die Türkei kämpfender Milizionär in der syrischen Stadt Azas getötet. Am 22. Januar hatten kurdische Rebellen drei weitere von der Türkei unterstütze Milizionäre in Azas mit einer Panzerabwehrlenkwaffe (ATGM) getötet. Am 20. Januar sind 3 von der Türkei unterstützte Milizionäre durch einen ATGM-Angriff in Abla und ein weitere durch Scharfschützenfeuer in Sherawa getötet worden.

Ilhan Ahmed, eine Mitvorsitzende des Demokratischen Rats Syriens (SDC) hat gegenüber Bloomberg berichtet, daß kurdische Kräfte mit der Regierung in Damaskus verhandeln, um den Nordosten Syriens vor jeglichen Angriffen zu schützen, mit denen die Türkei nach dem näher rückenden Truppenabzug der Vereinigten Staaten (VS) beginnen könnte.

“Wenn wir zwischen einem türkischen Militärangriff auf unsere Regionen und dem Erreichen eines Abkommens mit Präsident Bashar al-Assad wählen könnten”, erklärte sie in einem Interview in Washington, “würden wir mit dem Regime zusammenarbeiten.”

Die Vertreterin bestätigte, daß der SDC Präsident Bashar al-Assad und Rußland einen 11-Punke-Plan zur Reintegration der Region in das Herrschaftsgebiet von Damaskus unterbreitet hat. Laut dieser sollte Syriens Einheit “dezentralisiert” werden-

Wie kurdische Medienkanäle am 25. Januar berichteten, haben sich 150 ISIS-Kämpfer während der Gefechte im mittleren Euphrat-Tal den von den VS unterstützten Demokratischen Kräften Syriens (SDF) ergeben. Am selben Tag hat das Pressezentrum der SDF erklärt, daß 82 Terroristen bei den Gefechten sowie bei Luftangriffen der von den VS angeführten Koalition getötet worden sind.

Am 24. Januar hat sich die Syrische Armee gemeinsam mit der russischen Militärpolizei erstmalig in der Region nördlich der von den SDF gehaltenen Stadt Manbij stationiert. Diese Entwicklung könnte als Hinweis auf gewisse Fortschritte in den Gesprächen zwischen dem SDC/SDF und Damaskus betrachtet werden.

Quelle: https://southfront.org/syrian-iraqi-war-report-jan-28-2019-kurdish-leadership-at-crossroads-between-turkey-and-assad/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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