Syrien, Irak Und Schwierige Liebe

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Die Liebesaffäre zwischen den US-Streitkräften und der sogenannten „gemäßigten Opposition“ in Ostsyrien scheint schwere Zeiten zu durchleben.

Am frühen Morgen des 14. Dezembers gerieten Stellungen von US-Truppen im Gebiet der Ölfelder von ʿUmar erneut unter Raketenbeschuss. Berichten zufolge landeten mehrere Granaten direkt in der Basis des US-Militärs. Allerdings gibt es keine bestätigten Meldungen über Sachschäden oder Verletzte. Dies war nicht der erste Angriff auf US-Streitkräfte in der Nähe der ʿUmar-Ölfelder und es wird wohl auch nicht der letzte gewesen sein. Im vergangenen Jahr waren US-Truppen, die entlang dieses Abschnitts des Euphratufers stationiert sind, immer wieder Ziel solcher Angriffe.

Der vorherige fand nur kurz vorher am 4. Dezember statt, als Berichten zufolge mindestens 3 Raketen die befestigten US-Stellungen in der Nähe der CONICO-Gasanlage trafen. Nach diesem Vorfall erhöhten die US-Streitkräfte zwar die Sicherheitsmaßnahmen, einschließlich Hubschrauberpatrouillen in der Gegend, jedoch ohne Erfolg. Nach Jahren der Unterstützung von IS-Zellen in der Gegend ist es etwas schwierig, gegen die eigenen Freunde vorzugehen.

Die regelmäßigen „Anti-Terror-Erklärungen“ des US-Establishments erreichten ein solches Maß an Unsinnigkeit, dass einige Fakten über die tatsächliche Effektivität der von den USA geführten Anti-IS-Kampagne sogar die Mainstream-Medien erreichten.

In ihrem Bericht vom 12. Dezember enthüllte die New York Times, dass eine geheime US-Militärangriffszelle, die den Auftrag hatte, Angriffe auf den IS in Syrien zu steuern, wiederholt Protokolle umging, was zu zahlreichen „bösen Angriffen“ führte. Die Zelle namens „Talon Anvil“ (Krallenamboss) war Berichten zufolge von 2014 bis 2019 auf dem Schlachtfeld im Einsatz. Häufig belastete sie sich nicht mit der Mühe, erhaltene Informationen über den Standort von Truppen, verminten Fahrzeugen und Kommandozentralen der Rebellen zu überprüfen. Stattdessen wies die Zelle einfach Angriffe auf unbestätigte Ziele an und sorgte so für eine verheerende Zahl ziviler Opfer. Larry Lewis, ehemaliger Berater des Pentagon und des Außenministeriums, sagte, die Rate sei zehnmal höher als bei ähnlichen Operationen in Afghanistan gewesen. Dabei bezog sich der US-Beamte offensichtlich nur auf die offiziell zugegebene Zahl ziviler Opfer in dem Konflikt. Das tatsächliche Ausmaß dieses „Kollateralschadens“ dürfte folglich wohl ein unter modernen Konflikten noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht haben.

Es ist jedoch nicht schwer, das Verhalten Washingtons zu entschuldigen. Schließlich ging es die meiste Zeit ja nicht wirklich darum, den IS zu bekämpfen. Vielmehr bekämpfte das Establishment hauptsächlich die Asad-Regierung sowie den iranischen, russischen und sogar türkischen Einfluss in Syrien. Unter diesen Umständen bestand das Hauptziel darin, vorzugeben, den IS zu bekämpfen, anstatt die Terroristengruppe wirklich zu schlagen. Im Rahmen dieser Vorgabe durften Angriffsziele also frei gewählt werden.

Eine weitere Liebesaffäre, die komplexe Entscheidungen erfordert, ist die zwischen der irakischen Regionalregierung Kurdistans und Bagdad. Nach dem gescheiterten Versuch der Barzani-Clique, auf dem Territorium der Autonomen Region einen unabhängigen kurdischen Staat zu gründen, hat sich die Lage weitgehend stabilisiert. Spannungen zwischen kurdischen bewaffneten Gruppen und der Zentralregierung sorgen jedoch weiterhin für Instabilität im Nordirak.

Am 12. Dezember kam es zu Zusammenstößen zwischen irakischen Soldaten und Milizen, die der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) nahestehen. Die Kämpfe brachen aus, nachdem ein Mitglied einer Sinǧār-Widerstandseinheit während eines Protestes gegen die Regierung eine Flaschenbombe auf ein irakisches Panzerfahrzeug geworfen hatte. Mindestens zwei Menschen wurden bei den Zusammenstößen verletzt, die durch diesen Vorfall ausgelöst wurden. Auch am 14. Dezember dauerte die Neugruppierung von Einheiten der irakischen Streitkräfte in der Region Sinǧār mit dem Ziel, die Stabilität dort wiederherzustellen, noch immer an.

PKK-Anhänger protestierten in Sinǧār gegen türkische Drohnenangriffe, die sich dort wiederholt gegen PKK-Stellungen richteten. Sowohl die Kurdische Regionalregierung als auch Bagdad sind wegen der verstärkten türkischen Militäraktivitäten im Norden des Landes besorgt. Erdogans schleichender Annexion von Teilen des Irak und Syriens gibt offenbar Anlass zu erheblicher Besorgnis. Gleichzeitig sehen sie den türkischen Kampf gegen die PKK als nützliches Instrument, um den Einfluss dieser bewaffneten Gruppe, die auch eine destabilisierende Rolle in der Region spielt, zu untergraben.

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