Syrien, Kriegsbericht – 25. November 2019: Syrische Armee ist auf dem Vormarsch in Süd-Idlib

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In den von Milizen besetzten Gebieten der Provinzen Idlib und Aleppo verschärfen sich die Spannungen.

Am 22. November führte die syrische Armee einen groß angelegten Raketenangriff auf die Positionen der Milizen im westlichen Aleppo durch. Laut Pro-Militanten Quellen wurden mindestens 15 improvisierte, raketenunterstützte Munitionen eingesetzt.

Es wurden 2 große Waffendepots der Radikalen ins Visier genommen. Der Angriff kam als Reaktion auf den Vorfall vom 21. November, als Beschießungen durch Milizen  mindestens 37 Menschen in der Stadt Aleppo töteten oder verletzten.

Am 23. November löschte die Armee mehrere Milizen mit panzerabwehrgelenkten Raketen und Artillerieangriffen in Gebieten um Rakaya Sijneh und den al-Nar-Gipfel aus. Am selben Tag zerstörte ein russischer Luftangriff  in der Nähe von Kafr Nabl  das Hauptquartier von Jayish al-Izaa, das vor allem für seine Verbindungen zu al-Qaida bekannt ist.

Am 24. November nahm die Armee ihre Bodenoperationen gegen Hayat Tahrir al-Sham und andere radikale Gruppen im Süden Idlibs wieder auf. Unterstützt von Luft- und Artillerieangriffen befreiten Armeetruppen die Stadt Misherfah und sicherten sich mehrere Stellungen. Milizen führten zwei Gegenangriffe durch, um Misherfah zurückzuerobern, wurden aber zurückgeschlagen.
Laut regierungsnahen Quellen wurden bis zu 9 Kämpfer eliminiert.

Anfang November befreiten Regierungstruppen Luwaybidah und den Khaznah-Hügel im selben Gebiet. Es wird erwartet, dass die Armee und ihre Verbündeten ihre Bemühungen zur Terrorismusbekämpfung fortsetzen und das südliche Idlib weiter säubern.

Am 23. November startete eine Koalition der, von der Türkei unterstützten, militanten Gruppen, die als „Syrian National army“ bekannt ist, einen umfassenden Angriff auf Positionen der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) und der syrischen Armee in der Nähe von Ayn Issa im Norden von Raqqa. Bis zum 24. November hatten sie die Dörfer Saida, Mu’laq und al-Wasta erobert und erreichten die Umgebung von Ayn Issa.

Dann drängten die vereinten Kräfte der SDF und der syrischen Armee  die von der Türkei unterstützten Kämpfer zurück und eroberten  Saida, Mu’laq und al-Wasta zurück, um so das Gebiet erneut zu sichern. Trotzdem gingen die Artillerie-Duelle entlang der Kontaktlinie nördlich von Ayn Issa weiter.

In den vergangenen Wochen errichtete die türkische Armee mehrere befestigte Stellungen in der Nähe der Autobahn M4 im Norden von Raqqa und im Osten von al-Hasaka.

Angesichts der Tatsache, dass türkische Proxy-Truppen  ohne Ankaras Zustimmung keine größeren Offensivaktionen durchführen können, wird die türkische Führung wahrscheinlich versuchen, die Instabilität im Nordosten Syriens zu nutzen, um weitere Gebiete zu besetzen. Die Autobahn M4, die die Hauptverkehrslinie in diesem Teil des Landes darstellt, ist ein offensichtliches Ziel.

Der Chef des Zentralkommandos, Kenneth McKenzie, gab am 23. November bekannt, dass  weiterhin rund 500 US-Soldaten am Ostufer des Euphrat und in al-Hasaka stationiert sind. Diese Truppen sollen bald ihre Anti-Terror-Aktivitäten wieder aufnehmen, fügte General McKenzie hinzu.

Der Rückzug der USA aus Nordsyrien ermöglichte es der Führung, die Beteiligung an der anhaltenden Pattsituation in der sogenannten Kurdenfrage zu vermeiden. Washington nutzte die gewonnene Zeit, um seine Positionen in ölreichen Gebieten Ostsyriens zu festigen.

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