Syrien Kriegsbericht – 30. Januar 2020: Vormarsch auf Saraqib

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Die Milizen Idlibs scheinen auseinanderzufallen unter dem fortschreitenden Vormarsch der syrischen Armee. Seit der Befreiung Maarat an-Numans erzielten die Regierungstruppen mehrere wichtige Durchbrüche an der Front in Südost-Idlib und Südwest-Aleppo.

Die Armee befreite die Dörfer al-Qahira, al-Jaradah, Khan Assubul, Maarrat Dibsah und Ain Halbane, alle gelegen an der M5 Autobahn im Norden Maarat al-Numans. Nahe Aleppo-Stadt befreiten Regierungstruppen Tell Maher, Tell Abiad, Tell al-Zaitoun, Tell al-Mahruqat, Jurf alSakhr, die Rashidin 5 Nachbarschaft und eine wichtige Milizen-Hochburg – Khan Tuman.

Die meisten dieser Gebiete wurden ohne signifikanten Widerstand von Hayat Tahrir al-Sham (ehemals der syrische Zweig von Al-Qaida) oder der von der Türkei unterstützten Nationalen Befreiungsfront befreit. Abgesehen davon, wurden laut Pro-Oppositionsqellen bis zu 200 Milizionäre getötet oder verwundet in Kämpfen mit der syrischen Armee.

Die Rückschläge der von al-Qaida unterstützten Milizen und ihrer pro-türkischen Verbündeten lösten Missmut in der Türkei aus. Präsident Recep Tayyip Erdogan behauptet, dass Russland „sich weder an das Astana, noch an das Sotschi-Abkommen gehalten habe“.

„Wir haben bis jetzt abgewartet, aber von diesem Punkt an werden wir unsere eigenen Maßnahmen ergreifen. Das ist keine Drohung, aber unsere Erwartung an Russland ist, dass es dem Regime die nötige Warnung gibt“, wie der Präsident mitteilte.

Der Hauptpunkt der Streitigkeiten zwischen der Türkei und der syrisch-russisch-iranischen Allianz ist die Bekämpfung des Terrorismus und die Trennung von Oppositionsgruppen von Terrorgruppen wie Hayat Tahrir al-Sham. Ankara will oder kann einfach nicht seine Stellvertreter in Idlib von alQaida trennen. Deswegen sieht es die Anti-Terror-Bemühungen der syrisch-russisch-iranischen Allianz als Bedrohungen seiner eigenen Interessen und Einflusses.

Am 29. Januar erschienen Meldungen, dass die syrische Regierungstruppen einen türkischen Militärkonvoi unter Beschuss genommen, im Westen Aleppo-Stadts. Online erschienen Fotos zufolge, hat das Bombardement mindestens ein Fahrzeug zerstört. Nichtsdestotrotz bleibt es
immernoch unklar, ob es zur türkischen Armee gehörte. Türkische Militärkonvois beinhalten bei ihren Fahrten durch Idlib oft Mitglieder und Ausrüstung der von der Türkei unterstützten Milizen.

Aufgrund dessen kann es dazu gekommen sein, dass ein solches Fahrzeug Ziel eines syrischen Angriffs wurde. Das würde auch die fehlende Reaktion des türkischen Verteidigungsministeriums erklären.

Momentan scheint es, dass der Vormarsch der Regierungstruppen auf den Bereich um und die M5 Autobahn konzentriert sei. Die Armee und ihre Verbündeten nutzen die inneren Streitigkeiten  innerhalb der Idlib-Milizengruppen, die es nicht geschafft haben anständig zusammenzuarbeiten um eine starke Verteidigung tief innerhalb der Region aufzustellen, aus. Es ist kein Geheimnis, dass die mächtigen Idlib-Kämpfer es vorziehen Selfies zu machen statt Schützengräben auszuheben.

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