Syrien – Kriegsbericht vom 1. Februar 2019: Hayat Tahrir al-Sham erlangt die Kontrolle über Hauptstraßen im Notdwesten Syriens

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In dieser Woche hat Hayat Tahrir al-Sham (ehemals Jabhat al-Nusra) sämtliche Straßen, einschließlich derer in dem türkisch besetzten Gebiet von Afrin, blockiert, welche die Deeskalationszone in Idlib mit dem Umland von Nord-Aleppo verbinden. Die beiden wichtigsten der blockierten Straßen waren die Atme-Deir Ballut und Deir Samaan-al-Ghazzawiyya. Daher steht der Waren- und Personenverkehr nun unter der direkten Kontrolle der Gruppe, die für die Durchfahrt an ihren Kontrollpunkten Wegezoll erhebt.

Die formelle Rechtfertigung dieses Schritts ist die vermeintliche Bedrohung der Unterwanderung durch den ISIS, welche Tahrir al-Sham zu verhindern sucht. Andererseits unterminiert dieser Schritt von Hayat Tahrir al-Sham (HST) das Deeskalationsabkommen unter dem dessen Vertragspartner vereinbart haben an einer Wiedereröffnung sowohl der Straßen zwischen Hama und Aleppo als auch derer zwischen Lattakia und Aleppo zu arbeiten.

Am 31. Januar hat der türkische Außenminister den Mitgliedsstaaten der von den Vereinigten Staaten (VS) geführten Koalition sogar vorgeworfen Hayat Tahrir al-Sham bei der Sabotage des russisch-türkischen Demilitarisierungsabkommens zu unterstützen. Der türkische Minister hat erklärt, daß einige Mitglieder der Koalition HTS für die Verletzung des Demilitiarisiserungsabkommens in Idlib zu bezahlen. Dies war das erste Mal, daß ein leitender türkischer Regierungsbeamter öffentlich eingeräumt hat, daß das Ankommen durch bewaffnete Gruppen verletzt wird.

In der Deeskalationszone war die Einrichtung eines 15-20 km breiten demilitarisierten Streifens zwischen als Kontaktlinie zwischen den von den Milizen und der Regierung gehaltenen Gebieten vorgesehen. Trotz der Errichtung türkischer Beobachtungsposten, haben die Entmilitarisierungsbemühungen, zunächst über den Abzug schwerer Waffen, dort bislang keine nennenswerten Fortschritte erzielt. Cavousoglu fügte hinzu, daß sich Rußland bereits eine gemeinsame Militäroperation zur Vertreibung von Hayat Tahrir al-Sham aus diesem Gebiet angeboten hat.

Zur selben Zeit betrachten etliche oppositionelle Gruppen die Haltung von Hayat Tahrir al-Sham als zu gemäßigt. Am 30. Januar haben die der al-Qaida angeschlossenen Horas al-Din (Hüter der Religion /Anm. d. Übers.) Hayat Tahrir al-Sham vorgeworfen die Vereinbarung über die entmilitarisierte Zone indirekt zu unterstützen. Auch habt die Gruppe, die zahlreiche Stellungen im Nordwesten von Hama und Nord-Lattakia unterhält, eine öffentliche Mobilmachung gefordert, “um das Rückgrat des Regimes und seiner Verbündeten sowie ihre Beeinflussung regionaler Kräfte zu brechen.”

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) am 31. Januar mitteilte, verhandeln die von den VS unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) mit dem ISIS über das Schicksal der Terroristen, die sich nach wie vor im Kessel des Euphrat-Tals versteckt halten. Laut der im Vereinigten Königreich (VK) ansässigen, pro-oppositionellen Überwachungsorganisation, bemüht sich der ISIS um einen sicheren Hafen für seine Kämpfer. Jedoch haben die SDF sowie die von den VS angeführte Koalition bislang all sein Vorschläge abgelehnt.

Zuvor hatte der Sprecher der SDF, Mustafa Bali, dem Rojava Network erklärt, daß der Kampf gegen den ISIS im Euphrat-Tal innerhalb weniger Tage beendet sein werde. Auch hat er bestätigt, daß sich eine große Anzahl der Kämpfer der Terrorgruppe seiner eigenen Gruppe ergeben haben.

Laut der SOHR, sind etwa 36.000 Menschen aus dem vom ISIS gehaltenen Kessel in von den SDF gehaltene Regionen geflohen. Bei 23.200 von ihnen soll es sich um zumeist irakisch-stämmige Angehörige von ISIS Mitgliedern handeln. Berichten zufolge wurden sie in dem Lager al-Haul im Südosten von al-Hasakah untergebracht.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-feb-1-2019-hayat-tahrir-al-sham-gets-control-of-key-roads-in-northwestern-syria/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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  • Daniel Martin

    I’m really impressed with the high number of strategic and tactical state of the art equipment Russia is sending to Syria. I can imagine that Washington, Ankara and Ryiad are fuming about this.

    • Nexusfast123

      Thats what happens if you are arrogant and ignore the opposition and their capabilities for well over a decade.

  • We are upset at our USSA (United Soviet States of American) government, which has wronged modern Russia, and the good people of Syria and Iran and Lebanon.
    We have had enough, we have a Democratic-Revolution in progress right now in America called Voting for Trump! Will bring better relations with Russia, and will right the wrongs done to Syria and Iran and Lebanon.
    We are sick and tired of the Zionist-bigots. We are bringing change, hold on Syria, when Trump is president, Syria will be undo no more threats, and peace will be restored to the good Syrian people.
    Turkey and Saudi Arabia are going to pay, and plus they will loose their relationships with America. We want good relations with Syria and Iran, not Turkey and Israel.
    http://antizionistleague.com/