Syrien – Kriegsbericht vom 12. April 2019: Nach Abzug russischer Truppen beabsichtigt die Türkei die Übernahme von Tell Rifaat

Donate

 

 

Am 11. April hat die Leitung des syrischen Militärgeheimdienstes einen Terroranschlag in der Stadt Homs verhindert. Quellen vor Ort berichteten, daß Geheimdienstagenten eine ferngesteuerte Sprengeinrichtung demontiert haben, die an einem Zivilfahrzeug nahe der Grundschule Akramah al-Makhzomeh angebracht gewesen ist. Die Täter sollen bei einer Spezialoperation verhaftet worden sein. Bisher hat sich keine Gruppe zu dem fehlgeschlagenen Anschlag bekannt. Allerdings scheint die Fernsteuerung mit der von ISIS-Terroristen verwendeten identisch zu sein.

Bereits am 1. Oktober 2014 wurde diese Schule von einem doppelten Terroranschlag getroffen, wobei mehr als 45 Zivilisten, die meisten davon Frauen und Kinder, getötet worden sind. Seit dem Beginn des Zusammenbruchs des selbst ernannten Kalifats des ISIS vor zwei Jahren, haben Schläfer-Zellen der Terrororganisation etliche Versuche unternommen Anschläge in der von der Regierung kontrollierten Region zu verüben. Jedoch sind die meisten von ihnen vom syrischen Militär, den Sicherheitskräften sowie dem Geheimdienst vereitelt worden.

Am 10. April hat die Syrisch Arabische Armee (SAA) mehrere Waffenverstecke in den Städten al-Dumayr und Arbin im Umland der Hauptstadt, Damaskus, ausgehoben. Unter der beschlagnahmten Ausrüstung befanden sich auch Panzerabwehrwaffen jugoslawischer Produktion vom Typ M79 Osa, welche die Freie Syrische Arme in den frühen Jahren des Krieges von dem durch die Vereinigten Staaten (VS) angeführten Block erhalten hat.

In Online-Medien ist eine neue Reihe von Spekulationen darüber aufgetaucht, daß die SAA für eine mögliche Militäroperation in der Deeskalationszone in Idlib trainiert. Hiernach sollen Einheiten der SAA derzeit die Verwendung moderner Panzerabwehrraketen, Drohnenabwehrsysteme, Überwachungssysteme und von Rußland für diesen Zweck bereitgestellte Konstruktionsausrüstung trainieren. Jedoch handelt es sich bei dieser Ausbildung wahrscheinlich um einen Teil der von Rußland im Jahr 1015 empfohlenen langfristigen Ausbildung zur Regeneration und Stärkung der SAA.

Aus der Stadt Tell Rifaat, die unter der gemeinsamen Kontrolle der SAA und den Kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nord-Aleppo steht, sollen Einheiten der russischen Militärpolizei abgezogen worden sein. Zur selben Zeit tauchten Berichte auf, nach denen die türkische Armee und pro-türkische Milizen ihre Präsenz in der nahen Umgebung dort ausgeweitet haben. Einige Quellen vor Ort haben bereits behauptet, daß die SAA und russische Kräfte der Türkei erlaubt haben könnten hart gegen die YPG in der Region vorzugehen, wenn die kurdische Gruppe sich feindselig gegenüber der SAA in dieser oder anderen Regionen in Nord-Syrien verhält.

In dem von den durch die VS angeführten Kräften betriebenen Flüchtlingslagern im Osten Syriens schreitet die Entwicklung einer humanitären Krise weiter voran. Die von den VS unterstützte Verwaltung hat sogar eine Vereinbarung mit der irakischen Regierung geschlossen, nach der 31.000 irakischen Staatsbürgern, die meisten unter ihnen Frauen und Kinder, die Rückkehr in ihr Land erlaubt wird. Während die von den VS unterstützten Kräfte behaupten, daß sich hierunter keine vermuteten ISIS-Kämpfer befinden, gibt es kaum Zweifel daran, daß dies nicht der Wahrheit entspricht. Trotz alledem sollte diese Entwicklung die humanitäre Krise in den Flüchtlingslagern zumindest teilweise erleichtern.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-april-12-2019-turkey-aims-to-seize-tell-rifaat-after-withdrawal-of-russian-forces/

Übersetzung©: Andreas Ungerer.

Donate

Do you like this content? Consider helping us!