Syrien – Kriegsbericht vom 13. September 2018: Türkei verschleppt Verdächtigen der Anschläge von 2013 in Reyhanli aus Latakia

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Am 12. September hat der türkische Inlandsgeheimdienst (MIT*) bekanntgegeben, daß er Yuszf Nazik, einen der mutmaßlichen Täter des im Jahr 2013 verübten Bombenanschlags in Reyhanli aus der syrischen Stadt Latakia entführt und in die Türkei verschleppt hat. Laut des MIT, hat Nazik seine Teilnahme an dem Anschlag auf Befehl syrischer Geheimdiensteinheiten zugegeben. Vermutlich hatte er den Tatort zuvor ausgekundschaftet und Sprengstoff aus Syrien in die Türkei gebracht.

Am 11. Mai 2013 waren zwei Autobomben in der Stadt Reyhanli in der Türkischen Provinz Hatay explodiert, wobei 53 Menschen starben.  Daraufhin hat die türkische Seite den syrischen Geheimdienst und die mutmaßlich in Syrien ansässige türkische marxistische Gruppe Acilciler [Türkische Volksbefreiungspartei-Front / Die Eiligen / THKP-C] beschuldigt hinter dem Anschlag zu stecken. Die syrische Seite hat diese Behauptungen bestritten.

Danach hat der syrische Informationsminister, Omran al-Zoubi, die Verantwortung für die Anschläge den syrischen Behörden angelastet. Er sagte: “Es war die türkische Regierung, die den Strom von Waffen, Sprengstoff, Fahrzeugen, Kämpfern und Geld über die Grenze nach Syrien ermöglicht hat” und fügte hinzu, daß Ankara “die Grenzregionen in Knotenpunkte für den internationalen Terrorismus verwandelt hat.”

Andere Versionen des Vorfalls deuten an, daß der ISIS, Jabhat al-Nusra (nun als Hayat Tahrir al-Sham) und andere in der Region operierende und mit Al-Qaida verbundene Gruppen hinter dem Anschlag stecken.

Auf jeden Fall sind die Festnahme von Nazik und eine neue Welle türkischer Vorwürfe bezüglich der Attentate von 2013 gegen die Regierung in Damaskus Teil der derzeitigen Pattsituation in der Idlib-Frage. Ankaras Bemühungen, Syrien als staatlichen Terrorunterstützer darzustellen, dienen dem Zweck, das Erdogan-Regime in die Lage zu versetzen eine Oberhand in dieser Pattsituation zu gewinnen und türkische Interessen innerhalb Syriens voranzutreiben. Ein Teil dieser Interessen besteht darin, in Idlib operierende militante Gruppen zu aufzufangen und diese Region außerhalb der Kontrolle durch Damaskus zu halten, womit eine weitere türkisch besetzte Zone innerhalb des vom Krieg geplagten Land geschaffen wird.

Am selben Tag, haben die Kommandeure der von der Türkei unterstützten Gruppen der Freien Syrischen Armee (FSA) Reuters gegenüber erklärt, daß die Türkei Waffenlieferungen, einschließlich ungelenkter Raketen, an bewaffnete Gruppen in der Provinz Idlib und angrenzenden Regionen erhöht hat.

Laut regierungsnahrn Quellen, haben die Milizen bereits einen Teil der gelieferten Raketen zum Beschuß der von der Regierung kontrollierten Gebiete nördlich der Stadt Latakia, insbesondere der Städte Sqoubin, al-Qanjarah, Demsarkho und Ugarit eingesetzt.

Die Syrisch Arabische Armee (SAA) und die Nationalen Verteidigungskräfte (NDF) haben einen Vorstoß gegen ISIS-Zellen in der Wüste zwischen Homs und Deir ez-Zor zur Sicherung von Wadi Salhub und Bi´r Hajjah unternommen. Die SAA  und die NDF arbeiten nun daran die gesamte Straße in Richtung der Pumpstation T3 abzusichern. Anschließend werden sie in der Lage sein, sich auf die Sicherung der Doubayat-Gasfelder und der Ortschaften Bir Najii, Barabij, Sarayim und Nayriyah zu konzentrieren.

Die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben erklärt, während der ersten 48 Stunden ihrer Operation gegen den ISIS im Kessel von Hajin die Dörfer al-Baghuz Fawqani und al-Kasrah erobert sowie 41 ISIS-Mitglieder eliminiert zu haben.

Die von den Vereinigten Staaten unterstützte Gruppe bereitet in der Region nun einen Vorstoß zur Vernichtung der letzten verbliebenen Hochburg des ISIS auf dieser Seite des Euphrats vor.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-september-13-2018-turkey-abducts-suspect-of-2013-reyhanli-bombing-in-lattakia/

Übersetzung©: wunderhaft

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