Syrien – Kriegsbericht vom 20. Mai 2019: Waffenstillstand in Hama gescheitert, Gefechte dauern an

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Am 17. und 18. Mai haben die Luftabwehrkräfte der Syrischen Armee (SADF) etliche unidentifizierte Luftobjekte über Damaskus und dem südlichen Teil des Landes abgefangen. In beiden Fällen stammten die abgefangenen Ziele aus Richtung der südsyrischen Grenze, nahe der Kontaktlinie mit Israel.

Einige Quellen haben darüber spekuliert, ob es sich um die Abwehr israelischer Angriffe gehandelt hat. Allerdings wurden keine Explosionen aus Damaskus und dem die Stadt umgebenden Umland gemeldet. Auch waren Regierungsquellen  nicht in der Lage Reste von abgefangenen Raketen vorzuweisen. Die Situation rund um die Abfangaktion bleibt zunächst unklar.

Zur selben Zeit hat präsentierte die Regierung in Damaskus gemeinsam mit Rußland den Milizen in Damaskus eine weitere Friedensinitiative. Am 18. Mai hat die Syrisch Arabische Armee (SAA) einen temporären Waffenstillstand in Kraft gesetzt und ihre Offensive im Umland von Idlib, insbesondere im Nordwesten von Hama beendet.

Die Milizen haben auf diese Erklärung in ihrer üblichen Art und Weise reagiert. Am selben Tag wurden ungelenkte Raketen auf den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und die nahegelegenen Ortschaften Acharshir und Hwaiz abgeschossen. Bei dem Beschuß ist ein Zivilist getötet und weitere verwundet worden. Unter russischen Soldaten gab es keine Opfer und auch keine Schäden an Einrichtungen des Luftwaffenstützpunkts.

Auch dauerten die Gefechte zwischen Hayat Tahrir al-Sham (HTS) und der SAA im Norden Lattakias an. Am 19. Mai haben Milizen behauptet, daß die SAA Chlorgas-Munition in der Region eingesetzt habe. Jedoch habe es bei dem Angriff, laut den Milizen nahen Quellen, keine Opfer gegeben. Auch wurde von zahlreichen Angriffen mit Panzerabwehrlenkwaffen durch die Milizen im Nordwesten von Hama berichtet.

Diese Entwicklungen sind ein Beweis dafür, daß Waffenstillstandsvereinbarungen in Regionen mit hoher Präsenz von Mitgliedern des HTS keinen ernsthaften Bestand haben. Sollten die SAA und ihre Verbündeten den Waffenstillstand fortsetzen, wird dies wahrscheinlich ein Zeichen für die Beendigung der Operation im Nordwesten von Hama sein.

Derweil setzten die Demokratischen Kräfte Syrien (SDF) und die Koalition unter Leitung der Vereinigten Staaten (VS) in Nordostsyrien ihre Bestrebungen zur Festigung der Kontrolle über diesen Teil des Landes fort. Die SDF und die Koalition konzentrieren sich insbesondere auf die Bekämpfung der verbliebenen ISIS-Zellen entlang des Ostufers des Euphrats.

Sollten sich die Beziehungen zwischen den SDF und der Regierung in Damaskus weiterhin auf dem derzeit niedrigen Niveau bewegen, wird die Koalition unter Leitung der VS die Situation nutzen und den Nordosten Syriens zu ihrem de-fakto-Protektorat machen.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-may-20-2019-hama-ceasefire-initiative-failed-clashes-ongoing/

Übersetzung©: Andreas Ungerer.

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