Syrien – Kriegsbericht vom 24. Dezember 2018: Frankreich plant VS-Truppen in Syrien zu ersetzen

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Die syrische Regierung sowie pro-iranische Kräfte haben ihre Aktivität im östlichen Teils Syriens als Reaktion auf die angekündigte Entscheidung der Regierung der Vereinigten Staaten (VS) über den Abzug ihrer Truppen verstärkt.

Am 22. Dezember hat der Sprecher der irakischen Kata’ib Hezbollah, Jafar al-Husseine, bei al-Maydeen TV erklärt, daß die Gruppe zum Schutz der syrischen Kurden zur Zusammenarbeit mit der Syrisch Arabischen Armee (SAA) bereit sei.

Er betonte, daß der Abzug der VS erwartet worden ist und gab bekannt, daß die Kata’ib Hezbollah “regelmäßige und intensive Absprachen” mit kurdischen Kommandeuren im Nordosten Syriens trifft. Laut al-Husseini, planen die Vereinigten Staaten ihre Rolle in dem Land an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate abzutreten.

Am 21. Dezember sind berichte aufgetaucht, nach denen die Tiger-Kräfte der SAA von Nord-Hama an das von der Regierung gehaltene Westufer des Euphrat verlegt werden sollen. Eine Quelle der Tiger-Kräfte hat dies gegenüber SouthFront bestätigt und gesagt, daß dieser Proßeß der Umstationierung  einige Tage in Anspruch nehmen wird. Allerdings weigerte er sich weitere Informationen preiszugeben.

Berichte deuten an, daß sowohl die Tiger-Kräfte als auch verschiedene andere regierungsnahe Gruppen an künftigen Operationen zur Vernichtung von ISIS-Zellen in der Wüste zwischen Homs und Deir-Ezzor teilnehmen werden.

Am 22.Dezember fuhr Präsident Donald Trump mit seinen Enthüllungen auf Twitter fort und sagte, daß “ISIS weitgehend besiegt ist, und andere Länder in der Region, einschließlich der Türkei, in der Lage sein sollten den Rest zu erledigen.” Interessant hieran ist, daß der VS-Präsident sagte, daß die VS vor 7 Jahren in Syrien einmarschiert sei. Das widerspricht der offiziellen Version der vorigen VS-Administration, nach der das Land den Feldzug gegen den ISIS im Jahr 2014 begonnen hat.

Trumps Entscheidung, die Truppen aus Syrien abzuziehen, fand bei etlichen Mitgliedern seiner Regierung und des VS-Kongresses keine Unterstützung. Sowohl Verteidigungsminister Jim Mattis als auch Sonderbotschafter der Internationalen Allianz gegen den Islamischen Staat treten infolge dieser Meinungsverschiedenheit zurück.

Die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), die größtenteils aus bewaffneten kurdischen Gruppen bestehen. sind tief besorgt über einen möglichen Truppenabzug der VS. Die SDF haben Trump bereits für das Wiedererstarken von ISIS-Aktivitäten in der Region verantwortlich gemacht, Frankreich aufgefordert eine Flugverbotszone über Nordost-Syrien einzurichten und sogar behauptet, daß es ihr gleichgültig sei, wenn, im Rahmen ihrer geduldeten Selbstverwaltung, Assads Regierungsinstitutionen nach Manbij zurückkehren. Die SDF haben ebenfalls bekanntgegeben derzeit Verhandlungen mit der Regierung in Damaskus zu führen.

Die Hauptsorge des SDF besteht darin, daß es nach einem Abzug der Hauptstreitkräfte Spezialeinheiten der VS nicht möglich sein wird die Türkei von der Eröffnung ihrer Operation östlich des Euphrats abzuhalten.

Auch Frankreich wird seine Truppen in Syrien stationiert lassen, hat dort jedoch nur etwa 200 Soldaten und 3 mobile Artilleriegeschütze vom Typ CAESAR stationiert. Diese reichen nicht aus, um die gesamte Kontaktlinie zwischen der von den SDF gehaltenen Region und den von Ankara kontrollierten Gebieten zu sichern.

Zusammenfassend, scheint klar zu sein, daß selbst ein teilweiser Abzug von VS-Truppen aus Syrien ein Vakuum hinterlassen wird, das sämtliche an dem Konflikt beteiligte Parteien versuchen werden in ihrem jeweils eigenen Interesse zu füllen.

<strong>Quelle:</strong> <a href=”https://southfront.org/syrian-war-report-dec-20-2018-us-is-withdrawing-troops-from-syria/” target=”_blank” rel=”nofollow noopener”>https://southfront.org/syrian-war-report-dec-20-2018-us-is-withdrawing-troops-from-syria/</a>

<strong>Übersetzung©: </strong><a href=”http://wunderhaft.blogspot.com” target=”_blank” rel=”nofollow noopener”>Andreas Ungerer</a>

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