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Syrien – Kriegsbericht vom 27. Juni 2019: VS-unterstützte Kräfte stellen neue Forderungen

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Syrian War Report – June 27, 2019: US-backed Forces Came With Fresh Demands To Damascus

 

Am 26. Juni erklärte das türkische Verteidigungsministerium, daß bei Gefechten mit den Kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in der Region Afrin ein türkischer Soldat getötet und fünf weitere verletzt worden sind. Laut dem Ministerium, waren die Gefechte nach einem Angriff auf Stellungen des türkischen Militärs ausgebrochen.

Die den YPA nahestehenden Befreiungskräfte von Afrin (ALF) haben sich für den Anschlag verantwortlich erklärt und mitgeteilt, daß sie türkische Streitkräfte in dem Dorf Gilbara im Bezirk Sherawa angegriffen hätten. Die ALF hat mindestens zwei Panzerabwehrlenkraketen auf türkische Stellungen abgeschossen.

Seit der Besetzung Afrins durch die Türkei im Frühjahr 2018 haben die ALF und die YPG, mit Hilfe der PKK, Dutzende türkischer Soldaten und pro-türkischer Milizen mit Panzerabwehrlenkwaffen, Unkonventionellen Sprengvorrichtungen, Scharfschützenangriffen und durch Hinterhalte getötet oder verwundet. Diese Situation ist, ebenso wie regelmäßige Gefechte zwischen pro-türkischen Gruppen, ein Beweis für Ankaras Unfähigkeit bei der Errichtung einer angemessenen Sicherheitslage in der besetzten Region.

Eines der Schlüsselprobleme hierbei ist, daß die wesentlichen pro-türkischen “Rebellengruppen” zumeist von terroristischen Ideologien infiltriert und in das Organsisierte Verbrechen verwickelt sind.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) am 25. Juni berichtet hat, haben bewaffnete Gruppen bei einem Angriff auf die Stadt Atshan in Nord-Hama 18 Soldaten und Offiziere der Syrisch Arabischen Armee (SAA) getötet. Laut der  SOHR haben die Milizen hierbei sechs ihrer Kämpfer verloren.

Für den Angriff hat sich die Operationszentrale “Wa Harid al-Muminin”, eine Koalition aus al-Qaida nahestehenden Gruppen, verantwortlich erklärt. Die Koalition wird von den Horas al-Din (Hüter der Religion) angeführt. Sie ist als enger Verbündeter von Hayat Tahrir al-Sham (der ehemaligen al-Nusra Front, dem syrischen Zweig der al-Qaida) bekannt

Der Zwischenfall vom 25. Juni war das größte Gefecht zwischen der Saa und bewaffneten Gruppen in Nord-Hama seit dem Beginn der in der vergangenen Woche von Rußland und der Türkei ausgehandelten Waffenruhe.

Laut Quellen vor Ort, haben die Seiten diese Zeit dazu benutzt, um ihre Stellungen zu festigen und sich auf weitere Kämpfe vorzubereiten. Es erscheint weiterhin unwahrscheinlich, daß eine politische Lösung der Lage in Idlib gefunden werden kann, solange die Zone hauptsächlich von al-Qaida nahen Terrorgruppen kontrolliert wird.

In den frühen Morgenstunden des 26. Juni haben Milizen einen Drohnenangriff auf den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in der Provinz Lattakia gestartet. Quellen vor Ort haben berichtet, daß russische Luftabwehrsysteme die Drohnen vor ihrer Ankunft abgefangen haben. Später hat das russische Militär dies mit der Erklärung bestätigt, daß zwei Drohnen zerstört worden sein. Bei dem Angriff kam es weder zu Opfern noch zu sonstigen Schäden.

Der Oberbefehlshaber der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), Ferhat Abdi Sahin, hat gesagt, daß Syrien, ohne die nordöstliche Region, die von der von den Vereinigten Staaten (VS) unterstützten Gruppe kontrolliert wird, ein “gescheiterter Staat” sei. Der kurdische Kommandeur machte diese Anmerkung während eines Treffens der die besetzte Region kontrollierende Verwaltung.

Sahin erklärte, daß Syrien, wenn es die Situation über eine politische Einigung lösen wolle, die von der SDF kontrollierte Verwaltung im Nordosten Syriens in vollem Umfang anerkennen müsse sowie die SDF selbst als legitime, alleinverantwortliche Streitmacht. Der kurdische Kommandeur betonte, daß die SDF stärker ist als jemals zuvor und behauptete, daß der ISIS keine ernsthafte Bedrohung für die nordöstliche Region darstelle.

Diese Art von Forderung, die quasi eine Anerkennung der Spaltung Syriens und die offizielle Aufgabe seiner territorialen Itegrität bedeuten würde, wird die Regierung in Damaskus wahrscheinlich nicht akzeptieren. Erst nachdem sich herausgestellt hat, daß die VS-Truppen, trotz anderslautender öffentlicher Erklärungen Trumps, nicht aus Syrien abgezogen werden, sind die ehemals zu Verhandlungen mit Damaskus bereiten Anführer der SDF sowie ihre politischen Vertreter zu dieser Art Forderungen zurückgekehrt.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-june-27-2019-us-backed-forces-came-with-fresh-demands-to-damascus/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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