Syrien – Kriegsbericht vom 27. November 2018: “Moderate Rebellen” werfen Assad Giftgasangriff auf Aleppo vor

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Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) hat berichtet, daß in der Provinz Deir ez-Zor 739 Mitglieder des ISIS durch die von den Vereinigten Staaten (VS) unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) getötet worden sind. Laut der SOHR, sind im selben Zeitraum 452 Mitglider der SDF getötet worden.

Die Anzahl der von der SOHR gemeldeten Opfer beim ISIS im Euphrat-Tal entspricht in etwa der, von der die SDF gelegentlich berichteten Anzahl.

Das Problem besteht darin, daß sich nach den Angaben der Militärbehörden der Vereinigten Staaten (VS) insgesamt 1.000-2.000 ISIS-Mitglieder in der Region gefunden haben. Wenn die Angaben von SOHR und DSF also der Wahrheit entsprächen, wäre mindestens die Hälfte der Streitkräfte des ISIS vernichtet. Es sieht bei der Betrachtung des Fortschritts der SDF am Boden jedoch nicht danach aus, als ob der von den VS unterstützten Gruppe und der Luftwaffe der Koalition das gelungen ist. Die SDF war nicht in der Lage die kleine, vom ISIS gehaltene Stadt sowie sie umgebende Dörfer zu erobern und hat während der vergangenen Wochen sogar einige Stellungen eingebüßt.

Hierfür gibt es zwei mögliche Hauptgründe:

  • Die Anzahl der ISIS-Mitglieder in diesem kleinen Kessel ist wesentlich höher als 1.000-2.000 Mann.
  • Die von SOHR und SDF gemeldeten Opfer stimmen entsprechen nicht der Realität.

Die Mainstream Medien ignorieren weiterhin vorsätzlich den von Milizen am 24. November auf die Stadt Aleppo verübten Chemiewaffenangriff. Außerdem offenbart der Angriff, von dem mindestens 107 Zivilisten betroffen waren, erneut die den Konflikt umgebende vorgefertigte Darstellung der Medien.

Während der vergangenen Monate haben russische und syrische Vertreter aus Militär und Diplomatie wiederholt davor gewarnt, daß bewaffnete Gruppen in Idlib sich mit Hilfe der so genannten Weißhelme auf die  Inszenierung von Chemiewaffenangriffen in der demilitarisierten Zone in Idlib vorbereiten, um die Regierung in Damaskus den Einsatz von chemischen Waffen vorzuwerfen und hiermit eine weitere von den VS geführte Militäraktion gegen Syrien auszulösen. Auch das hat russische Verteidigungsministerium Geheimdienstinformationen über den Transport chemischer Substanzen innerhalb der von den Milizen gehaltenen Region im Nordwesten Syriens vorgelegt.

Diese Kampagne von Medien und Diplomatie unterminiert einen möglichen Erfolg von solch inszenierten Anschlägen. Allerdings scheint zumindest ein Teil der bewaffneten Gruppen, die sich im Besitz chemischer Waffen befinden, bereit gewesen zu sein diese auch ohne propagandistische Ziel einzusetzen und die Stadt Aleppo anzugreifen.

Im Anschluß an den Angriff haben mit bewaffneten Gruppen verbundene Medienorganisationen und syrische Medienkanäle sowie deren Sprecher darüber spekuliert, daß sich das böse Assad-Regime in der Stadt Aleppo selbst mit Chemiewaffen angegriffen habe.

Dieser Version nach war der Angriff Teil von Assads fintenreichem Plan, die so genannte “moderate Opposition” am Einsatz von Chemiewaffen zu beschuldigen und so die friedliche Beilegung des Konflikts in der Provinz Idlib zu sabotieren.

Somit erscheint die Darstellung der Mainstream Medien klar:

  • Wenn sich ein vermeintlicher Giftgasanschlag innerhalb der von den Milizen besetzten Region ereignet, ist das Assad-Regime schuld daran, weil es ihm nicht gelingt die “moderaten Rebellen” mit konventionellen Mitteln zu besiegen.
  • Wenn sich ein vermeintlicher Giftgasanschlag in dem von der Regierung gehaltenen Gebiet ereignet, ist das Assad-Regime schuld daran, weil es die friedliche Beilegung des Konflikts sabotieren will.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-nov-27-2018-moderate-rebels-find-assad-guilty-in-chemical-attack-on-aleppo/

Übersetzung©: wunderhaft

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