Syrien – Kriegsbericht vom 4. Januar 2019: Der interne Kampf der Milizen um Idlib erreicht die nächste Stufe

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Anfang Januar 2019 hat sich die Entwicklung der militärischen Situation hinsichtlich des derzeitigen Trends terroristischer Bedrohungen in der Deeskalationszone in Idlib und in dem türkisch-kurischen Konflikt, als den beiden Hauptursachen der Spannungen, fortgesetzt.

Während der vergangenen Woche hat Hayat Tahrir al-Sham einen erneuten Versuch unternommen ihren Einfluß auf die von der Türkei unterstützten Gruppen im Westen Aleppos, südlich von Idlib und im Nordwesten von Hama zu erweitern. Nachdem die HTS die Bewegung Nour al-Din al-Zenki der Ermordung 4 ihrer Mitglieder beschuldigt hat hat sie in der Stadt Darad Izza und mehrere nahegelegene Siedlungen angegriffen. Daraufhin hat HTS ihe Aktivität auf den Süden Idlibs und den Nordwesten von Hama ausgedehnt, wo sie die Siedlungen Faqie, Tramla, Arnaba, Shahranaz und Shir Mughar von  von der Türkei unterstützten Milizen erobert hat.

Berichten nach, war die so genannte Nationale Befreiungsfront (NFL), die als Hauptverbündeter der von der Türkei unterstützten bewaffneten Gruppen gilt, zwar in der Lage den Angriff der HTS in Süd-Idlib zurückzuschlagen und Tramla sowi Al-Gadfah zurückzuerobern, nicht jedoch sie in wieder die Nähe von Ma´arat La-Nu´man zurückzudrängen.

Laut dem libanesischen Fernsehsender al-Mayadeen, sind über 180 Milizen bei den Gefechten getötet worden. Außerdem haben beide Seiten Mörser und andere schwere Waffen eingesetzt, was zu Opfern unter der Zivilbevölkerung geführt hat.

Selbst wenn die NFL mit Ankaras Hilfe in der Lage ist die derzeitigen Spannung innerhalb der von Milizen besetzten Region im Nordwesten Syriens zu lösen, werden diese andauern, solange Hayath Tahrir al-Sham in der Region operiert. HTS ist offiziell von der Vereinbarung über die Deeskalationszone ausgenommen, jedoch sind die Türkei und ihre Stellvertreter entweder nicht fähig oder Willens sie zu neutralisieren, weil sie die stärkste militärische Kraft der so genannten Opposition ist.

Im Gegenzug versucht Hayath Tahrir al-Sham ihren Einfluß in der Region weiterhin zu vergrößern, um die Möglichkeit zu begrenzen zu einem für die Türkei unbrauchbaren Werkzeug zu werden, wodurch ihre Zerschlagung sinnvoller wäre als ihre Existenz weiterhin zu dulden.

Der Radiosender Sham FM berichtete am 3. Dezember, unter Berugung auf syrische Regierungsbeamte, daß eine Gruppe Inlandsvertriebener das Flüchtlingslager al-Rukban verlassen habe und in die von der Regierung gehaltene Stadt Mahin im Süden von Homs zurückgekehrt sei. Dem Bericht nach bestand die erst Gruppe von Inlandsvertriebenen aus 209, mehrheitlich aus Frauen, Kinder und Alten bestehenden Zivilisten. Erwartungsgemäß werden in den kommenden Wochen weitere Menschen aus dem Lager zurückkehren. Das Flüchtlingslager al-Rukban befindet sich innerhalb der 55 Kilometer breiten Deeskalationszone um den Stützpunkt der von den Vereinigten Staaten (VS) angeführten Koalition in al-Tanaf. Nach der formellen Ankündigung des Abzugs von VS-Truppen scheint Panik unter den von den VS unterstützten Milizen dort ausgebrochen zu sein. Dies hat die Rückkehr von Zivilisten aus dem Flüchtlingslager, in dem sich eine humanitäre Krise angebahnt hat.

Ein weiterer Krisenherd ist das Gebiet um Manbij. Trotz Berichten über ihren angeblichen Abzug, ist nach wie vor eine große Anzahl türkischer Stellvertreterkräfte nahe der Region stationiert. Die weitere Entwicklung der Situation wir vom Zeitplan des erwarteten Truppenabzugs der VS-Soldaten und dem Ergebnis andauernder Verhandlungen zwischen Damaskus und der YPG abhängen.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-jan-4-2019-intra-militant-struggle-for-idlib-enters-new-stage/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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