Syrien – Kriegsbericht vom 5. März 2019: Mehrere israelische Angriffe gegen Syrien

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Am späten Abend des 3. März haben Panzer der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) Stellungen der Syrisch Arabischen Armee (SAA) nahe Qars Nafal und Jubata al-Khashab in der Provinz Queitra beschossen. Quellen vor Ort berichteten, daß der Angriff keine Opfer gefordert und offenbart hat, daß diese Stellungen der SAA während der meisten Zeit unbesetzt sind.

Im Anschluß an diesen Angriff wurden zahlreiche israelische Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Drohnen über dem israelisch besetzten Teil der Golanhöhen beobachtet.

Ein vorheriger Angriff der IDF in dieser Region hat am 11. Februar stattgefunden. Bei dem damaligen Angriff, der keine Opfer gefordert hat, wurde ein städtische Krankenhaus in Quneitra und Stellungen der SAA nahe Jubata al-Khashab beschossen.

Im Vergleich mit den Angriffen der IDF auf mutmaßlich iranische Infrastruktur im Umland von Damaskus, war der Umfang der Angriffe in der Provinz Quneitra sehr gering und kaum beeindruckend. Einige israelische Quellen behaupten, daß diese Angriffe eine Warnung an iranische Kräfte sei, die sich der Kontaktlinie zwischen den von Israel und Syrien kontrollierten Gebieten nähern könnten.

Interessanterweise hat Israels Premierminister, Benjamin Netanjahu, auf einer Kabinettssitzung am 3. März erklärt, daß Israel und Rußland mit einer gemeinsamen Gruppe daran arbeitet alle ausländischen Kräfte aus Syrien zu entfernen. Außerdem erklärte Netanjahu, daß sein Land “dort keine militärische Verankerung iranischen Militärs dulden” und “sein diesbezügliches militärisches Vorgehen fortsetzen wird.”

In der vergangenen Woche hatte Netanjahu Moskau besucht und mit Präsident Vladimir Putin ausführlich über Syrien gesprochen. Dies war das erste vier-Augen-Gespräch der beiden Staatschefs seit dem Abschuß des russischen Aufklärungsflugzeugs im September letzten Jahres. Nach Meinung einiger Experten, ist dieses Treffen ein Zeichen dafür, daß sich die russisch-israelischen Beziehungen, nach dem IL-20-Vorfall, der vom russischen Militär als “feindliches” israelisches Vorgehen beschrieben worden ist, beginnen zu festigen. Dennoch bedeutet das nicht, daß Moskau und Tel Aviv sich in allen Fragen bezüglich des Konflikts einig sind.

Während aus der Sicht Tel Avivs der Abzug iranischer Kräfte aus Syrien die oberste Priorität hat, betrachten Moskau und Damskus die Anwesenheit iranischer Soldaten als legalen Schritt, da sie auf Bitten der syrischen Regierung erfolgt ist. Außerdem pflegen Damasus und Teheran auf militärtechnischem Gebiet eine enge Zusammenarbeit. Andererseits sind Moskau, Teheran und Damaskus an einem Abzug der Vereinigten Staaten (VS) aus den von ihnen besetzten Gebieten im Nordosten Syriens interessiert, was Israel nur ungern sähe. Dies bedeutet, daß die Schaffung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe wahrscheinlich nicht zum Abzug aller oder auch nur einiger ausländischer Streitkräfte führen wird.

Nichtsdestotrotz kann die israelisch-russische Gruppe zu einem wirkungsvollen Instrument zur Deeskalation der Situation zwischen den an der Pattsituation in Syrien beteiligten Mächte werden und zum Beginn einer gewissen Zusammenarbeit bei Kompromißentscheidungen zur Beilegung des Konflikts führen.

Die von den VS unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) sind dabei ihre Operation gegen den ISIS im Euphrat-Tal zu beenden. Während der vergangenen Tage hat die von den VS angeführte Koalition zahlreiche Artillerie- und Luftangriffe in der Region durchgeführt. Der vom ISIS gehaltene Kessel wird in Kürze für eliminiert erklärt werden.

Laut Berichten, haben sich, allein während einer “humanitären Feuerpause”, zwischen 300 unf 500 ISIS-Kämpfer und Mitglieder ihrer Familien den SDF ergeben. Unabhängig davon haben die SDF verkündet, daß ihre Führung beschlossen hat 283 mit dem ISIS verbundene Personen aus der Gefangenschaft zu entlassen. Der erklärte Grund für diese Entscheidung ist, daß diese angeblich nicht in Verbrechen der Terrorgruppe verwickelt gewesen sind.

Die Anzahl der mit dem ISIS verbundenen Personen innerhalb der von den SDF gehaltenen Region steigt. Ohne ein angemessenes Sicherheitsmanagement kann dies zu Verhältnissen führen, die zum Wachstum eines Netzwerks von ISIS-Zellen im Nordosten Syriens beitragen.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-march-5-2019-israel-delivers-more-strikes-on-syria/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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  • mike

    this map doesnt make sense.. it is wrong .. not updated.