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Syrien – Kriegsbericht vom 6. Mai 2019: Türkisch angeführte Kräfte erleiden Opfer bei gescheitertem Angriff auf Stellungen der YPG

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Derzeit erweisen sich die Deeskalationszone in Idlib sowie der nördliche Teil von Aleppo als zwei Hauptquellen der Instabilität in Syrien.

Am 4. Mai hat die pro-türkische Syrische Nationalarmee (NSA) mit der Unterstützung türkischer Sondereinheiten einen Überraschungsangriff auf Stellungen der Kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) im Norden von Aleppo geführt. Die NSA hatte kurzzeitig die Stadt Ma´arnaz erobert, war dann jedoch unter dem Druck der YPG gezwungen sich zurückzuziehen.

Am selben Tag hat die so genannte Befreiungsfront von Afrin (ALF) eine Erklärung veröffentlicht, nach der bei den Zusammenstößen in Ma´arnaz mindestens 40 Mitglieder der NSA getötet und weitere 30 verwundet worden sein sollen.  Diese Behauptungen entbehren jedoch sämtlicher sichtbarer Beweise.

Pro-türkische Quellen berichten, daß, unter anderem, vor allem zahlreiche in Ma´arnaz verlegte Minen und Sprengkörper für den Rückzug der NSA verantwortlich waren. Außerdem hat der libanesische Fernsehsender al-Mayadeen TV, unter Berufung auf eigene Quellen, berichtet, daß die Syrisch Arabische Armee, als Zeichen des guten Willens, zu einem gewissen Zeitpunkt in die Situation eingegriffen habe, um einer umzingelten türkischen Spezialeinheit den Rückzug zu ermöglichen.

Die ALF ist eine Bezeichnung der YPG, um ihre militärischen Aktivitäten gegen die Türkei und ihre Kräfte zu tarnen. Die YPG gehört zum Kern der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), die de facto ein Stellvertreter eines anderen NATO-Mitgliedsstaates sind, nämlich der Vereinigten Staaten (VS)

Unabhängig hiervon soll die SAA einen türkischen Beobachtungsposten nahe Shir Mughat im Nordwesten von Hama beschossen haben. Berichten nach, geriet die türkische Stellung, wegen ihrer Nähe zu Stellungen der Terroristen, versehentlich unter Beschuß. Während der vergangenen Tage haben syrische und russische Kräfte in den Provinzen Hama und Idlib über 200 Angriffe gegen Stellungen der Terroristen ausgeführt. Die Angriffe waren eine Reaktion auf den zunehmenden Beschuß  der von der Regierung gehaltenen Regionen durch in der Deeskalationszone in Idlib versteckte Milizen.

Nach dem Zwischenfaoll in Shir Mughar sind türkische Helikopter in den syrischen Luftraum eingedrungen und in der Nähe des Beobachtungspostens gelandet. Oppositionsnahe Quellen berichteten, daß die Hubschrauber etliche verwundete türkische Soldaten evakuiert haben.

In den Abendstunden des 4. Mai hat das türkische Verteidigungsministerium berichtet, daß 2 seiner Soldaten bei einem Mörserangriff in der Stadt Shir Mughar verwundet worden sind. In der offiziellen Stellungnahme wurde keiner Seite die Schuld an dem Beschuß gegeben.

Das russische Verteidigungsministerium hat davor gewarnt, daß sich von Milizen unter der Leitung von Hayat Tahrir al-Sham im südlichen Teil der Deeskalationszone von Idlib zusammenziehen. Bewaffnete Gruppen bringen ihre Kräfte nahe Latamina und Kafr Zita in Stellung. Laut der russischen Seite, könnte diese Angriffstruppe einen Großangriff auf den von der Regierung gehaltenen Teil von Hama starten.

Diese Entwicklungen ereigneten sich inmitten von Spekulationen darüber, ob sich die SAA auf eine Militäroperation in der Deeskalationszone vorbereitet. Jedoch erscheint dieses Szenario unwahrscheinlich, solange in naher Zukunft nicht bedeutsame Zwischenfälle eine hohe Anzahl ziviler oder militärischer Opfer verursachen.

Die SDF und ihre politische Führung arbeiten daran ihre Position im Nordwesten Syriens zu festigen. Am 2. Mai hat die von den VS unterstützte Gruppe die “syrische Clan-Konferenz” in Ein Essa veranstaltet. An ihr haben leitende Beamte der SDF sowie andere, vor Ort mit der von den VS angeführten Koalition verbundene Figuren teilgenommen.

Während der Veranstaltung hat der Oberbefehlshaber der SDF, Fehrat Abdi Sahin, öffentlich erklärt, daß sich die Gruppe an “indirekten Gesprächen” zur Beilegung der bestehenden Differenzen beteiligt.

Die Regierung in Damaskus hat die Veranstaltung als “ein Treffen des Verrats, der Heimtücke und der Unterjochung” bezeichnet.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-may-6-2019-turkey-led-forces-suffer-casualties-in-failed-attack-on-ypg-positions/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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