Syrien – Kriegsbericht vom 7. Oktober 2019: Milizen in Idlib ziehen sich an die türkische Grenze zurück

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Am 5. Oktober haben die russischen Luftstreitkräfte Angriffe auf Stellungen von Hayat Tahrir al-Sham nahe der Ortschaften Ballisa und Agr Hilltop in Süd-Idlib geflogen. Bei den Angriffen, die eine logische Fortsetzung der in jüngster Zeit intensivierten Angriffe der syrischen Luftwaffe in Nordwest-Hama und Nord-Lattakia darstellen, sind mindestens 9 Milizionäre getötet worden.

In der Zeit vom 3. bis zum 6. Oktober haben syrische Helikopter über 30 Angriffe auf Stellungen von Hayat Tahrir al-Sham, der Islamische Turkestan-Partei, der tschetschenischen Ajnad al-Kavkaz sowie Horas al-Din und anderer mit al-Qaida verbündete Gruppen geflogen. Zudem gerieten am 6. Oktober bewaffneten Gruppen nahe des westlich der Milizen-Hochburg Jisr al-Shugur gelegenen Dorfes, al-Zainah, unter Raketen- und Artilleriebeschuß durch die syrische Armee.

Die syrisch-russischen Angriffe im südlichen Teils von Idlib sowie der Verlust der Untergrund-Infrastruktur in den von der syrischen Armee im August befreiten Ortschaften Kahn Shaykhun und al-Latamina hat die Milizen gezwungen ihren Denkansatz zu überarbeiten.

Nach im Internet erschienenen Videos, verlegten Hayat Tahrir al-Sham ihre Waffendepots, einschließlich der mit Grad-Raketen und Mörsergranaten bestückten, an die türkische Grenze. Eines ihrer Waffendepots befindet sich am Grenzübergang Bab al-Hawa. Die Radikalen hoffen, daß ihrer Waffen- und Munitionsdepots in der Nähe von Stellungen des türkischen Militärs sicherer sein werden.

Im Westen von Deir ez-Zor errichten Syrien und Rußland eine dauerhafte Brücke über den Euphrat. Die syrischen Brückenbauer arbeiten unter Anleitung russischer Ingenieure. Zur Absicherung des Brückenbaus wurden dort russische Spezialeinheiten stationiert. Der Brückenbau soll bis Ende Oktober abgeschlossen sein.

Der russische Fernsehsender NTV TV hat berichtet, daß die Brücke dazu dienen wird die humanitäre Situation in der Region zu verbessern und die am, größtenteils durch die von den Vereinigten Staaten unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens kontrollierten, östlichen Ufer der Euphrats verbliebenen Menschen mit Hilfsmitteln zu versorgen.

Hinsichtlich der derzeitigen Situation in Nordost-Syrien wachsen die Spannungen zwischen den VS und der Türkei. Am 5. Oktober hat der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, die Unzufriedenheit seines Landes  mit dem Fortschritt der Umsetzung des mit den VS abgeschlossenen Abkommens über eine “Sicherheitszone” erklärt, und daß Ankara für den Beginn einer Militäroperation zur Bekämpfung der “Terroristen” in Nordost-Syrien bereit sei.

Die Türkei betrachtet die kurdischen Milizen, die den Kern der von den VS unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens bilden, als Terrorgruppen. Das von der Türkei mit den VS geschlossene Abkommen über eine “Sicherheitszone” sollte türkischen Sicherheitsbedenken Rechnung tragen und die von den VS unterstützten kurdischen Milizen von der türkischen Grenze fernhalten. Jedoch scheint es, als ob Washington es hiermit nicht eilig hat. Dieses Verhalten schafft die Basis für weitere Spannungen in der Region.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-october-7-2019-idlib-militants-retreating-to-turkish-border/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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