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Syrien – Kriegsbericht vom 8. Januar 2019: Weitere Ausbreitung von Hayat Tahrir al-Sham in der Deeskalationszone von Idlib

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Wie deren Sprecher, Yusup Mamatov, am 8. Januar mitteilte, haben Einheiten der russischen Militärpolizei damit begonnen in der Umgebung der nordsyrischen Stadt Manbij in der Provinz Aleppo, nahe der türkischen Grenze, zu patrouillieren.

“Heute haben wir mit Patrouillen entlang der Sicherheitszone der Stadt Manbij und ihre Umgebung begonnen. Diese Aufgabe dient dem Erhalt der Sicherheit in diesem Verantwortungsbereich, der Kontrolle der Stellungen und Truppenbewegungen”, betonte er und fügte hinzu, daß die Routen der Patrouillen regelmäßig geändert werden.

Der Sprecher fügte hinzu, daß die russischen Soldaten während ihrer Missionen von der Bevölkerung vor Ort Informationen über Waffendepots und Blindgänger erhalten, die nach der Besetzung der Region durch Milizen, dort zurückgeblieben sind.

Hayat Tahrir al-Sham (ehemals Jabhat al-Nusra, der syrische Sproß der al-Qaida) hat seine Expansion innerhalb der Deeskalationszone in Idlib fortgesetzt. Nach der erfolgreichen Eroberung der von durch die Opposition gehaltenen Gebieten in West-Aleppo, hat die Terrorgruppe einen Vorstoß in Süd-Idlib begonnen.

Am 8. Januar hat Hayat Tahrir al-Sham (HTS) Stellungen ihrer Konkurrenten nahe der Stadt Maaret-Naaman angegriffen. Laut einigen Berichten, beabsichtigt HTS [wie bereits gestern berichtet / Anm. d. Übers.] die gesamte Deeskalationszone in Idlib zu erobern und die Gruppen, die sich weigern sich ihn anzuschließen, aufzulösen. In der Zwischenzeit hat die von der Türkei unterstützte Nationale Befreiungsfront (NFL) HTS scharf für die Angriffe auf mit der NFL verbundene Gruppen kritisiert und gelobt die Gruppe ihrerseits anzugreifen. Nichtsdestotrotz haben die Erklärungen der NLF die Ausbreitung des HTS bisher nicht verhindert.

ISIS ist in Syrien tatsächlich besiegt worden und die türkische Regierung ist bereit ihre Strategie zur Errichtung des Friedens in dem Land fortzusetzen, sagte der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, in einem von der New York Times veröffentlichten Artikel. Erdogan betonte dabei, daß türkische Militäroperationen in dem Land eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung von Terroranschlägen in der Türkei und Europa gespielt haben. Allerdings betonte er seine Besorgnis, daß “einige außenstehenden Mächte die Überbleibsel der Organisation als Vorwand für eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens benutzen könnten.”

Auch hat Erdogan die Entscheidung des Präsidenten der Vereinigten Staaten (VS) als richtig bezeichnet, die von den VS geführte Koalition jedoch scharf für für ihre willkürlichen Bombardierungen kritisiert, die während ihren Operationen zu Opfern unter der Zivilbevölkerung geführt haben. Der Präsident sagte, daß die Türkei “im Besitz einer flächendeckenden Strategie zur Vernichtung der Wurzeln der Radikalisierung sei.”

“Der erste Schritt besteht in der Errichtung einer stabilisierenden Kraft, die aus Kämpfern aller Teile der syrischen Gesellschaft besteht. Nur ein bunt gemischter Körper kann allen Syrern dienen und Recht und Ordnung in die verschiedenen Teile des Landes bringen.”, sagte Erdogan. “In diesem Sinne, möchte ich hervorheben, daß wir kein Problem mit den syrischen Kurden haben.”

Allerdings hatten, laut Erdogan, viele junge Syrer keine andere Wahl, als sich den Volksverteidigungseinheiten anzuschließen, einer kurdischen Miliz, die von der Türkei als “der syrische Zweig der PKK [Kurdische Arbeiterpartei] betrachtet wird,”

“Nach dem Abzug der Vereinigten Staaten aus Syrien werden wir einen intensiven Überprüfungsprozeß durchführen, um die Kindersoldaten mit ihren Familien wieder zu vereinen und alle Kämpfer ohne Verbindung zu Terrororganisationen in die neue Stabilisierungskraft aufnehme”, sagte er und fügte hinzu, daß “die Sicherstellung einer allen Gemeinden angemessene Vertretung” eine weitere Priorität der Türkei sei.

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-jan-8-2019-hayat-tahrir-al-sham-expands-further-in-idlib-de-escalation-zone/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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