Kriegsbericht Syrien – 20. Februar 2017: Die Türkei macht Druck mit ihrem Plan für die Ar-Raqqah-Offensive

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Pro-türkische militante und die türkische Armee haben noch Schwierigkeiten die IS-Verteidigungposten um al-Bab zu durchbrechen. Den von der Türkei geführten Kräfte gelang es nicht, Qabasin und Bzaah zu erobern, und somit zogen sie sich aus fast allen Gebieten die in Al-Bab ergriffen wurden zurück. Intensive Kämpfe sind im Gange.

Mittlerweile setzte die syrische Armee, unterstützt von den russischen Luftstreitkräften, ihre Operation gegen IS-Terroristen östlich des Militärflugplatzes Kuweires fort, Deir Hafer aus nördlicher Richtung zu umgehen.

Die syrische Armee hat eine Reihe von Standorten entlang der Autobahn Homs-Palmyra von IS befreit und befindet sich nun in ca. 13 km Entfernung vom Palmyra-Dreieck, einem wichtigen Logistikstandort in der Nähe der Westtore von Palmyra. Allerdings müssen Regierungskräfte noch die Jazarfelder, den Hamrah Mount und den Hayal Mount befreien, um ihre Posten zumindest teilweise vor dem Sturm auf Palmyra zu sichern.

Die Kämpfe im Viertel Manshiyah der Stadt Daraa im Südwesten Syriens wurden fortgesetzt. Nach Angaben pro-militanter Quellen waren 30 syrische Regierungs-Truppen, darunter 12 Offiziere, getötet worden, 2 Kampfpanzer, zwei 23-mm-Pistolen und ein Bulldozer der syrischen Armee waren zerstört worden. Die vereinten Kräfte der südlichen Front der freien syrischen Armee und Jabhat Fatah al-Sham (früher Jabhat al-Nusra, der syrische Zweig von al-Qaida) hatten angeblich ein 14,5-mm Gewehr und Panzermunition erbeutet. Doch der Fortschritt der militanten stand vor einer Deadlock-Situation und nun befinden sich die beiden Seiten in einem Positionskrieg in städtischem Gebiet.

Die Türkei hat den Vereinigten Staaten zwei Pläne für eine Operation vorgeschlagen, um die Stadt Ar-Raqqah von IS zu befreien, berichtete die türkische Zeitung Hurriyet am Samstag. Laut dem Bericht hatte der türkische Militärchef Hulusi Akar seine Vorschläge seinem US-Kollegen Joseph Dunford vorgelegt. Dann sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım, dass die Türkei nicht direkt an einer Operation beteiligt sein werde, um Ar-Raqqa von IS zu befreien, sondern stattdessen taktische Unterstützung leisten wird. “Die Vereinigten Staaten, die Türkei zusammen mit den örtlichen Kräften, den Zivilkräften, der FSA und anderen Milizen … stehen an der vordersten Front, während wir ihnen Rückendeckung geben”, sagte Yıldırım auf einer Sicherheitskonferenz in München zu Reportern. Mit anderen Worten: Die Beteiligung der Türkei an der Operation bleibt unklar.

Die Türkei startete im August 2016 eine militärische Intervention in Syrien, indem sie Truppen und schwere militärische Ausrüstung einsetzte, die von den Kampfflugzeugen über die Grenze hinweg unterstützt wurde, und zwar in einer Operation, die angeblich gegen IS-Terroristen gerichtet war. Ein weiteres klares Ziel dieses Schrittes war es, die Expansion der kurdischen YPG in Nord-Syrien an der türkischen Grenze zu verhindern. Dies schafft erhebliche Spannungen zwischen den türkischen Kräften und den von den USA unterstützten kurdischen Kräften, die ebenfalls an der laufenden Operation gegen IS in der Umgebung von Ar-Raqqah beteiligt sind.

 

 

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