Terroristen in Ost-Aleppo nehmen humanitäre Korridore unter Feuer

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Dieser Artikel erschien zuerst bei Ein Parteibuch

Nachdem Sputnik am heutigen Donnerstag Mittag noch gemeldet hatte, dass in den ersten Stunden der humanitären Feuerpause gar niemand aus den von Terroristen beherrschten Bezirken in Aleppo evakuiert werden konnte, gelang am Nachmittag genau sieben teilweise verletzten Mitgliedern der Terrorgruppe Ahrar Al Sham aus Ost-Aleppo via Bustan Al Qasr die Flucht in den von der Regierung kontrollierten Teil Aleppos, wo sie zunächst ärztlich versorgt wurden, bevor sie dem Vernehmen nach auf eigenen Wunsch in die von Al Kaida beherrschte Provinz Idlib weiterreisen.

Bild: twitter.com/MmaGreen

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Während heute keine Zivilisten und kaum Terroristen oder aus dem Ost-Teil Aleppos herauskamen, kamen auch die UNO und andere Hilfsorganisationen nicht wie geplant hinein. Irgendjemand hat die von Syrien und Russland eingerichteten Transit- und Übergangspunkte nämlich mit Maschinengewehren und Artillerie unter Feuer genommen, wie jederman auf den vom russischen Militär eingerichteten Webcams von der Gegend der Übergangspunkte sehen konnte.

Bild: twitter.com/Gjoene

Bild: twitter.com/Gjoene

Es ist keine Frage, von wo das Artielleriefeuer kommt. Beschossen wurden etwa die Plätze, wo die von der syrischen Regierung zur Evakuierung bereitgestellten Busse warteten:

Und auch wurde das ganze Gebiet der Übergangs- und Transitpunkte von Ost-Aleppo aus unter Feuer genommen, wie von oben gut zu sehen war:

Von unten in den „humanitären Korridoren“ sah das dann etwa so aus:

Und selbstverständlich wurde auch das Hotel der internationalen Journalisten in West-Aleppo beschossen, die aus ihrem Fenster das Verbrechen mit eigenen Augen sehen und dokumentieren konnten, dass während der humanitären Pause die Transit- und Übergangspunkte von Terroristen oder Rebellen in Ost-Aleppo aus beschossen wurden.

Aber natürlich beschießen die Terroristen aus Ost-Aleppo Journalisten nicht nur, wenn sie im Hotel sind, sondern überall, denn schließlich soll niemand ihre Verbrechen dokumentieren:

Trotzdem werden Syrien und Russland den Versuch nicht aufgeben, humanitäre Korridore nach Ost-Aleppo einzurichten. Im Gegenteil: Russland hat heute aufgrund der heute von Terroristen sabotierten Bemühungen zur Evakuierung von Zivilisten, Terroristen und Verwundeten aus Ost-Aleppo erstmal einfach einen Tag an die ohnehin schon auf drei Tage erweiterte Feuerpause drangehängt und außerdem die Feuerpause auf täglich elf Stunden erweitert, womit es nun mindestens vier Tage Feuerpause zu je elf Stunden geben soll. Ob es weitere Verlängerungen geben wird, hängt davon ab, ob auch die Terroristen in Ost-Aleppo das Feuer einstellen.

Und es gibt auch gute Gründe dafür, dass es sich lohnen könnte. Wie Sputnik heute berichtete, warten im Bezirk Bustan Al Qasr rund 2000 bis 2500 Zivilisten darauf, aus Ost-Aleppo evakuiert zu werden. Bewaffnete Versuche von Terroristen aus anderen Bezirken Ost-Aleppos, heute nach Bustan Al Qasr vorzudringen, um die in Bustan Al Qasr wartenden Zivilisten vom nahen humanitären Korridor wegzutreiben, konnten heute von „fluchtwilligen Rebellen“ abgewehrt werden. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis den fluchtwilligen Zivilisten und Rebellen die Flucht aus Bustan Al Qasr nach West-Aleppo gelingt. Stellen die Terroristen den Beschuss des Fluchtkorridors nicht freiwillig ein, werden die Armee und die Luftwaffe eben die Feuerpunkte der Terroristen demnächst durch Gegenfeuer unterdrücken müssen.

Ein Anzeichen dafür, dass die Terroristen eingesehen haben könnten, dass sie mit dem Beschuss der humanitären Korridore nicht auf Dauer nicht weiterkommen, könnte es sein, dass die UNO heute erklärt hat, ihr lägen seit heute sämtliche notwendige Sicherheitsgarantien von der syrischen Regierung, von Russland und von der „bewaffneten Opposition“ in Ost-Aleppo vor, um morgen mit der Evakuierung von einigen Hundert kritisch Verletzten und Kranken sowie ihren Familien aus Ost-Aleppo beginnen zu können. Sollte das funktionieren, was denkbar ist, weil die Terroristen an der Evakuierung ihrer Verwundeten auch ein Interesse haben, dürfte sich die Zahl der als „Familienangehörige von Verletzten und Kranken“ aus Ost-Aleppo evakuierten Zivilisten allein dadurch schon deutlich erhöhen. Funktioniert das morgen hingegen nicht, wird die die Rebellen und Terroristen in Ost-Aleppo unterstützende sogenannte „westliche Wertegemeinschaft“ demgegenüber unter zunehmenden öffentlichen Druck kommen, was für eine unverantwortlich handelnde Bande von Terroristen sie da in Ost-Aleppo unterstützen.

Und freilich beschießen die Terroristen weiterhin West-Aleppo wahllos mit Artillerie, wodurch heute ein zwölfjähriger Junge ums Leben kam, wenn die Lieblinge der westlichen Wertegemeinschaft nicht gerade damit beschäftigt sind, sich gegenseitig umzubringen oder schwangere Frauen totzuschlagen, die den Glauben an sie verloren haben.

Nachtrag 20:30h: Sputnik berichtet, dass das russische Verteidigungsministerium erklärt hat, drei russische Offiziere seien während humanitärer Arbeit beim Korridor Masharka in Aleppo durch Beschuss von Militanten verletzt worden. Die Verletzungen seien jedoch nicht lebensgefährlich. Weiterhin habe das russische Verteidigungsministerium erklärt, die Militanten hätten 14 lokale Offizielle in Aleppo, die zum Verlassen von Gebieten mit Präsenz von Terroristen aufgerufen haben, öffentlich exekutiert. Und schließlich habe das russische Verteidigungsministerium noch erklärt, dass am heutigen ersten Tag der Feuerpause acht Militante aus Aleppo geflüchtet seien.

Nachtrag 21:00h: Wenn die humanitäre Feuerpause voraussichtlich am Dienstag oder so abgelaufen sein wird, dann dürfte übrigens auch der vom Flugzeugträger Admiral Kusnezow angeführte russische Schiffsverband vor Syrien angekommen sein, der derzeit noch auf der Reise ist.

Nachtrag 21:30h: Die türkische Armee hat sich am heutigen Morgen damit gebrüstet, mit 26 Luftangriffen etwa 160 bis 200 Mitglieder der kurdischen Miliz YPG in Syrien getötet zu haben. Das syrische Armeekommando hat nun dazu erklärt, die türkische Luftwaffe habe am Mittwoch ein Massaker angerichtet und bei Luftangriffen in Syrien mehr als 150 Zivilisten in den Ortschaften Hasajk, al-Wariyah, Hassiya, Ghoul Srouj, Sad al-Shahba, Ehris und Um Housh im nördlichen Umland von Aleppo getötet, und dazu weiter ausgeführt, die syrischen Streitkräfte würden deshalb auf jeden weiteren Versuch der Verletzung des syrischen Luftraumes durch die Türkei „mit allen verfügbaren Mitteln antworten“ und türkische Kampfflugzeuge „runterholen.“

Nachtrag 22:00h: Die Hasbara der zionisierten „westlichen Wertegemeinschaft“ verschweigt übrigens bislang durch die Bank, dass Terroristen aus Ost-Aleppo die humanitären Korridore und Journalisten gezielt beschießen. Stattdessen scheint die Sprachregelung zu lauten, wenn westliche Medien überhaupt berichten und nicht wie die staatliche deutsche Märchenschau komplett schweigen, dass die Feuerpause in den meisten Gegenden Ost-Aleppos Erleichterung bringe, nur im Gebiet Bustan Qasr habe es größere bewaffnete Auseinandersetzungen gegeben – völlig ohne dabei zu erwähnen, dass die Auseinandersetzungen im Beschuss von Helfern und Journalisten durch Terroristen bestanden. Man schaue nur auf den heutigen Artikel von Dan Rivers, verheiratet mit einer Al-Jazeera-Propagandistin, im britischen Mirror, da ist keine Spur davon zu lesen, dass die Terroristen heute die humanitären Korridore und Journalisten unter Feuer genommen haben, und das, obwohl – siehe die oben im Parteibuch-Artikel eingebauten Tweets von Dan Rivers und ITV – Dan Rivers es definitiv besser weiß. Er hat es ja sogar getwittert, und seinem ITV-Kollegen haben Terorristen sogar sein Hotelfenster eingeschossen, wie ITV getwittert hat.

Nachtrag Freitag 00:45h: Der bei ITV erschienene Bericht von Dan Rivers aus Aleppo liest sich ganz anders als der von ihm beim Mirror publizierte. Bei ITV schreibt Dan Rivers ganz klar, dass „Rebellen“ aus Ost-Aleppo die humanitären Korridore, die Gegend drumherum und zivile Ziele in West-Aleppo unter Feuer genommen haben. Im direkten Vergleich wird die Unterdrückung der Wahrheit durch den Mirror besonders auffällig. Es ist also vermutlich nicht der Reporter Dan Rivers, der die Wahrheit unterdrückt, sondern die Leitung des Mirros, wo Ex-Reuters-Mann David Grigson Vorsitzender des Aufsichtsrats ist.

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