Über Dumme Bomben, willkürliche Angriffe und zivile Opfer im Syrien-Krieg

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Eine Reihe jüngst geflogener Luftangriffe auf Stellungen militanter Gruppen in der syrischen Provinz Idlib hat eine Welle von Berichten in den Main Stream Medien hinsichtlich der bei den Angriffen getöteter Zivilisten zur Folge gehabt. Laut von den Medien zitierten “Aktivisten vor Ort” haben die Angriffe zahlreich Opfer bei der Zivilbevölkerung gefordert. Es existieren keine Berichte der MSM über Opfer unter den Milizen oder die Zerstörung von deren Infrastruktur.

Von Beginn der russischen Militäroperation in Syrien an, war Rußland wegen seiner Verwendung von ungesteuerter Waffen, wie Raketen und Bomben, als Hauptinstrument seines Einsatzes. Die von westlichen Diplomaten, Militäroffizieren und Medien in verschiedenen Formaten wiederholte Schlüsselidee lautet wie folgt:

Während die von den Vereinigten Staaten (VS) zielgenaue Angriffe mit Präzisionswaffen ausführen, bedienen sich die russischen Luftstreitkräfte bei ihren Angriffen oft aus großer Höhe abgeworfener, ungelenkter Bomben.

Sowohl die VS als auch Rußland beschuldigen sich gegenseitig regelmäßig zivile Opfer und humanitäre Krisen in Syrien zu verursachen. Außerdem fassen Washington und seine Verbündeten den Begriff “moderate Opposition” deutlich weiter als Moskau dies je getan hat.

Auch sind deutliche Unterschiede in den verwendeten Waffensystemen und ihrer Munition zu beobachten.

Eine gelenkte oder “intelligente Bombe” ist die Art von Bomben mit Lenk- und Kontrollsystemen. Einige deren Versionen haben sogar eigene Raketenmotoren, die sowohl Reichweite als auch  die Kontrolle ihres Fluges erhöhen.

Gelenkte Waffen sind deutlich teurer als ihre ungelenkten Gegenstücke, sollen jedoch angeblich für Flugzeugbesatzungen weniger Risiken bergen, weniger Nachschub benötigen sowie Kollateralschäden reduzieren. Die Produktion von Präzisionslenkmunition hat zu der Umbenennung älterer Bomben in ungelenkte- oder “dumme Bomben” und dazu geführt, daß diese “dummen Bomben” von Rußland aktiv eingesetzt werden.

Im August 2017 hat der stellvertretende Leiter des russischen Generalstabs, Generalleutnant Igor Makushev, erklärt, daß 50% der grundlegenden Missionen zur Zerstörung von Einrichtungen der Milizen durch Luftangriffe in Syrien von Bombern des Typs Su-25SM geflogen worden sind. Diese Flugzeuge sind zur Feuerunterstützung von Bodentruppen konstruiert worden und haben große Mengen ungelenkter Waffen eingesetzt. Außerdem wurden 250kg- und 500kg-Bomben durch strategische Bomber des Typs Tu-22M3  gegen gegen die Infrastruktur des ISIS in Ostsyrien eingesetzt.

Worüber die Mainstream Medien nicht berichten ist, daß, während die russischen Luftstreitkräfte zwar große Mengen an “dummen Bombern”benutzt haben, die Luftangriffe selbst “klug” gewesen sind. Russische Kampfflugzeuge verwenden das spezialisierte Computer-Subsystem SVP-24, daß den Einsatz von ungelenkter Munition als Hochpräzisionswaffen erlaubt.

Vor der Modernisierung von SVO-24 waren Lenksysteme auf die Position des jeweiligen Ziels ausgerichtet. Die hat zur Erhöhung der Komplexität und Kosten der eingesetzten Waffen geführt. Dieses System beinhaltet ein anderes Konzept, das auf die Position der Waffenträger abgestimmt ist.

SPV-24 analysiert, unter Berücksichtigung des jeweiligen Luftdrucks, der Luftfeuchtigkeit, der Windgeschwindigkeit, der Fluggeschwindigkeit und einiger weiterer Parameter, die Daten der Satelliten des Navigationssystems GLONASS über die wechselseitigen Positionen von Flugzeug und Ziel, zur Berechnung des Flugwegs, sowie der Geschwindigkeit und der Abwurfhöhe der verwendeten Munition, wonach das Kampfflugzeug eine vorherbestimmte Position erreicht und den Luftangriff dann quasi automatisch ausführt.

Hierbei erhält das SVP-24 zusätzliche Daten von einem Frühwarn- und Kontrollflugzeug, wie der A-50, sowie anderen Kampfflugzeugen und bodengestützten Überwachungseinrichtungen.

Laut dem russischen Militär war die Effizienz der Angriffe mit ungelenkten Bomben auf gegnerische Einrichtungen beim Einsatz des SVP-24 mit denen von intelligenten Bomben vergleichbar. Die Abweichung bei der Treffergenauigkeit liegt in einer Abwurfhöhe von 5-6km bei 4-7 Metern. Außerdem sind die mit dem SVP ausgerüsteten Flugzeuge in der Lage Angriffe in freien Manövern, außerhalb der Reichweite der Luftabwehr des Gegners zu fliegen.

Abgesehen von den ökonomischen Vorteilen dieser Vorgehensweise, wurde das SV-24 zu einem der Faktoren, die es der russischen Luftwaffeneinheit in Syrien erlaubt hat die Anzahl der Kampfeinsätze pro Flugzeug zu erhöhen.

Im Jahr 2016, einem der heißesten in dem Konflikt, hatten die Russen etwa 70 Flugzeuge für diesbezügliche Operationen stationiert (46-48 in Hmeimim sowie 32-48 auf der Admiral Kurnezow). Diese Luftflotte hat ungefähr 70-80 Kampfeinsätze täglich absolviert. Folglich hat jedes russische Kampfflugzeug mindestens einen Kampfeinsatz geflogen.

Zur selben Zeit haben die Flugzeuge der von den VS angeführten Koalition, laut daten des Pentagon, etwa 19,68 Einsätze pro Tag geflogen. Angesichts ihrer etwa 180 für Kampfeinsätze dort stationierten Flugzeuge, war jedes von ihnen jeweils an 0,1 Kampfeinsatz pro Tag beteiligt.

Diese Zahlen führen zu erwartbaren Fragen: Wer hat die Terroristen in Syrien tatsächlich bekämpft? Und wer hat nur Geld verdient und seine eigenen politischen Interessen verfolgt?

Quelle: https://southfront.org/israeli-air-force-pounds-syrian-city-of-aleppo/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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