Überfälle kosovarischer Sicherheitskräfte in mehrheitlich serbisch bevölkerter Region führen zu neuen Spannungen auf dem Balkan

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Am 28. Mai hat die Police´s Regional Operational Support Unit (ROSU) [eine von OSZE und den Vereinten Nationen im Jahr 1999 geschaffene Polizeiorganisation] Massenrazzien in vorwiegend von Serben bewohnten Ballungszentren im Nordwesten der abtrünnigen Region durchgeführt. Berichten nach, sollen Einheiten der ROSU, unterstützt von über 70 Fahrzeugen mehr als ein Dutzend mehrheitlich in den Kommunen vor Ort einflußreiche ethnische Serben festgenommen haben. Außerdem hat die ROSU ein russisches Mitglied der Interimsverwaltungsmission der Vereinten Nationen (VN) im Kosovo (UNMIK) festgenommen und mißhandelt haben.

Die betroffene Region wird zu 90 Prozent von Serben bewohnt, die sich weigern der selbsternannten Republik Kosovo anzugehören.

Das Vorgehen der Rosu stieß auf Widerstand bei der Bevölkerung vor Ort. Laut der kosovarischen Seite, sollen mindestens zwei Polizeioffiziere verwundet worden sein. Auch haben verschiedene Medienkanäle von Schießereien berichtet, jedoch liegen bisher noch keine Details zu dem angeblichen Schußwaffengebrauch vor.

Der Premierminister des Kosovo, Ramuh Haradini, rechtfertigte die Razzien mit der Behauptung, daß sie Teil einer “Operation gegen Schmuggel und Organisierte Kriminalität” gewesen sind. Serbien hat infolge der Eskalation seine Truppen in volle Alarmbereitschaft versetzt und das Vorgehen Pristinas öffentlich verurteilt. Am 29. Mai erschienen Berichte, wonach Einheiten der serbischen Armee mit einer Stationierung an der Demarkationslinie begonnen haben.

Während des Kosovo-Krieges von 1998-1999, sind, die damals als Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) berüchtigten, von der NATO unterstützten albanische Streitkräfte, wegen Massenverbrechen an der nicht-albanischen Bevölkerung bekannt geworden. Damals ist die historisch aus ethnischen Serben bestehende Mehrheitsbevölkerung gewaltsam aus der Region vertrieben worden. Die größte verbliebene serbische Gemeinschaft ist in der Nähe der Demarkationslinie zwischen dem Kosovo und er von der serbischen Regierung kontrollierten Region beheimatet.

Am 28. Mai hat das russische Außenministerium die Überfälle als Provokation verurteilt und erklärt, daß “das Hauptziel Pristinas darin bestehe, die nicht-albanische Bevölkerung einzuschüchtern und zu vertreiben und gewaltsam die Kontrolle über die Region zu erlangen.” Auch hat die russische Seite betont, daß Pristina durch die “ständige Nachsicht” durch EU und die Vereinigten Staaten (VS) zu ihrem aggressiven Vorgehen angestiftet wird.

Das Vorgehen der von der NATO unterstützten Administration des Kosovo und ihrer Streitkräfte untergräbt immer wieder die Deeskalationsbemühungen und führt zu wachsenden Spannungen innerhalb des Balkans. Beispielsweise, hat das Parlament des Kosovos im Dezember 2018 mit überwältigender Mehrheit den Beschluß gefaßt, die Sicherheitskräfte des Kosovo zu vollwertigen bewaffneten Streitkräften zu machen. Diese Entscheidung stellt eine eklatante Verletzung der Sicherheitsresolution  1244 der VN dar, die ausschließlich die Anwesenheit multinationale Kontingente unter internationaler Kontrolle auf diesem Territorium erlaubt. Es gibt keinerlei Garantie daß diese Streitkräfte nicht gegen die serbische Bevölkerung eingesetzt werden. Eine weitere ernsthafte Angelegenheit ist, daß der Kosovo weiterhin als potentielle Region zur Rekrutierung von aus Syrien und dem Irak zurückkehrenden Radikalen genutzt werden kann. Berichten nach, treten einige dieser Radikalen, und selbst ehemalige ISIS-Kämpfer, den Streitkräften des Kosovo bei.

Die andauernden Spannungen versetzen die serbische Regierung in eine schwierige Lage. Einerseits kann Serbien das Vorgehen der von der NATO unterstützten Administration im Kosovo nicht ignorieren und muß zumindest gegenüber diesem angemessen reagieren. Andererseits ist sich die serbische Führung bewußt, daß jedes direkte Vorgehen Serbiens als Vorwand für eine neue Runde der Aggression gegen das Land und seine weitere Demontage dienen kann.

Quelle: https://southfront.org/kosovo-forces-raids-in-serb-majority-areas-spark-new-round-of-tensions-in-balkans/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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