Waffenruhe in Syrien in Kraft getreten

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Ein Parteibuch

Um 19:00h Ortszeit, also vor etwa zwei Stunden, ist heute in Syrien die von den USA und Russland jüngst für den Beginn des islamischen Opferfestes vereinbarte Waffenruhe planmäßig in Kraft getreten.

Syrische Internetnutzer verbreiten auf sozialen Medien widersprüchliche Nachrichten dazu, ob die Waffenruhe eingehalten wird. Während ein Teilnehmer meldet, die Waffenruhe sei ein Witz und die Kämpfe gingen überall in Syrien weiter, wird an anderer Stelle gemeldet, in den Provinzen Aleppo und Daraa sei es seit Inkrafttreten der Waffenruhe ruhig.

Von Seiten der Unterstützer heißt es in einer ersten Stellungnahme, die Waffenruhe werde größtenteils eingehalten und es sei weitgehend ruhig. Al Masdar News berichtet demgegenüber, dass die durch Umbenennung von Al Kaida in Syrien entstandene Terrorgruppe Jabhat Al-Fatah Al-Sham zusammen mit der international bezüglich ihres Status als Terroristen umstrittenen Gruppe Ahrar Al Sham Minuten nach dem Zeitpunkts des Beginns der Waffenruhe in der nahe Israel gelegenen syrischen Provinz Quneitra eine Großoffensive gestartet habe, weshalb dort gegenwärtig heftig gekämpft werden.

Die Position der wahhabitischen Gruppe Ahrar Al Sham zur von Russland und den USA vereinbarten Waffenruhe ist widersprüchlich. Einerseits erklärte die eng mit Al Kaida in Syrien zusammenarbeitende Gruppe westlichen Medien zufolge, dass sie die Waffenruhe ablehnt und sich nicht daran halten werde, andererseits berichteten Medien des der Gruppe nahestehenden saudische Wahhabitenstaates, dass die Gruppe kein offizielles Statement bezüglich der Waffenruhe abgegeben habe und abgeben werde, sich jedoch ebenso wie die umbenannte Al-Kaida-Gruppe Jabhat Al-Fatah Al-Sham an die Waffenruhe halten werde, um den Waffenstillstand dazu zu nutzen, sich nach den verlustreichen Schlachten um Aleppo zu reorganisieren.

Gruppen bewaffneter Regierungsgegner, auf die die USA und die Türkei mehr Einfluss haben als auf Jabhat Al-Fatah Al-Sham und Ahrar Al Sham haben dem Waffenstill dem Vernehmen nach zähneknirschend zugestimmt. Die syrische Regierung hat ebenso wie ihre iranischen Partner und Hisbollah offiziell erklärt, sich an die Waffenruhe halten zu wollen. Die Terrorgruppen ISIS und Al Kaida sind vom Waffenstillstand ausgenommen und dürfen weiter bekämpft werden, wobei Syrien verpflichtet ist, die syrische Luftwaffe nicht mehr in Gebieten einzusetzen, wo sowohl Al Kaida als auch international nicht als Terroristen eingestufte Gruppierungen präsent sind. Die Details der russisch-amerikanischen Vereinbarung unterliegen der Geheimhaltung.

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