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Warum es keinen vollständigen Abzug von VS-Truppen aus Syrien geben wird

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Am 21. Februar hat die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, erklärt, daß “eine kleine friedenssichernde Gruppe von etwa 200 Soldaten für ´einige Zeit´ in Syrien in Syrien bleiben werde. Am 22. Februar stellte sich, laut Regierungsbeamten der Vereinigten Staaten (VS) heraus, daß Sanders die Anzahl der dort verbleibenden Soldaten unterschätzt hatte. Laut diesen Berichten werden 200 Soldaten im Nordosten Syriens und 200 weitere in dem an der syrisch irakischen Grenze gelegenen Stützpunkt in al-Tanf verbleiben.

Am 23. Februar wurde die Entwicklung mit der offiziellen Erklärung des Pentagon, daß die verbleibenden VS-Truppen ein Teil der ´vornehmlich´ aus NATO-Mitgliedsstaaten bestehenden multinationalen Streitkräfte sein werden, deutlicher. Während der Sprecher des Pentagons, Kommandant Sean Robertson, keine Angaben zur geschätzten Anzahl dieser Streitkräfte machte, war Medienberichten, die sich auf die Andeutungen von Beamten des VS-Verteidigungsministeriums beriefen, zu entnehmen, daß die Verbündeten der VS zwischen 800 und 1500 Soldaten dort behalten werden.

Somit werden sich unter den 1.000 bis 1.700 Soldaten, die, neben einer unbekannten Anzahl von Söldnern privater Militärdienstleister, in dem vom Krieg gebeutelten Land bleiben werden, 200-400 VS-Soldaten befinden. Verglichen mit den derzeit in Syrien operierenden 2.000-3.000 VS-Truppen, ist das ein beachtlicher Rückgang. Jedoch ist er weit von dem, im Dezember 2018 vom VS-Präsidenten angekündigten raschen und vollständigen Truppenabzugs entfernt.

Tatsächlich ist Washington dabei sein Kontingent für eigene politische und militärische Aufgaben in der Zeit nach dem ISIS in Syrien umzugestalten. Auch wird die von den VS angeführte Koalition den Großteil ihrer in Syrien aufgebauten Infrastruktur, einschließlich des Stützpunkts al-Tanf an der Schnellstraße zwischen Damaskus und Bagdad behalten. Das wird der Trump-Administration erlauben den folgenden Zielen nachzugehen:

  • Die Begrenzung des Einflusses der Regierung in Damaskus sowie des Irans und Rußlands in Nordost-Syrien;
  • Den Erhalt der Kontrolle über die eigenen Stellvertreter, die so genannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), und die Verhinderung eines jeglichen absehbaren beachtlichen Fortschritts bei Verhandlungen zwischen Damaskus und den SDF. Möglicherweise mag dies zur Errichtung eines tatsächlich von Washington kontrollierten Quasi-Staats östlich des Euphrats führen;
  • Zum Erhalt eines unmittelbar einsatzfähigen Instruments zur Beeinflussung der Situation am Boden. Dies sollte die Positionen der VS bei ihren andauernden Verhandlungen mit der Türkei über eine Sicherheitszone in Nord-Syrien festigen;
  • Dem andauernden Erhalt einer Schutzmacht in Syrien zur Unterstützung Israels bei dessen Operationen gegen den Iran und vom Iran unterstützte Kräfte.

Derweil setzt Washington auch seinen diplomatischen Feldzug gegen den Iran fort. Während der am 13. und 14. Februar in Warschau abgehaltenen Konferenz haben die VS, Isreael und Saudi Arabien erneut versucht eine multinationale Anti-Iran-Koalition zu gründen, um dessen in der Region wachsende Bedeutung zu brechen. Diese Bemühungen sind wegen der neutralen Haltung von EU-Mitgliedsländern gescheitert, was jedoch nicht bedeutet, daß für den Konflikt zwischen dem vom Iran und der Hisbollah geführten Block und dem VS-israelsch-saudischem Bündnis irgendwelche Aussichten einer Beilegung existieren.

Quelle: https://southfront.org/why-there-will-be-no-full-us-troop-withdrawal-from-syria/

Übersetzung©: Andreas Ungerer

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