Zwischenstand bei der Gegenoffensive der syrischen Armee nördlich von Aleppo

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Ursprünglich erschienen bei Ein Parteibuch

Bei ihrer in der Nacht zum Samstag begonnenen Gegenoffensive nördlich von Aleppo haben die syrische Armee und ihre Partner in den letzten Tagen weitere Fortschritte im Kampf gegen von Al Kaida geführte und von der Türkei unterstützte Terroristen erzielt und sind von Norden kommend nun nur noch etwa eineinhalb Kilometer von der Kastello-Straße entfernt, dem einzigen Zufahrtsweg von der Türkei in die von Terroristen beherrschten Bezirke der Stadt Aleppo.

Auf einer Karte des zur Achse des Widerstandes gehörenden Nachrichtennetzwerkes MilitaryMediaSy wurden die Fortschritte der syrischen Armee und ihrer Partner und die aktuelle Lage am Dienstag wie folgt publiziert, im Zentrum rötlich abgesetzt die von der syrischen Armee und ihren Partnern bei der gegenoffensive unter Kontrolle gebrachten Gebiete und südlich davon die 1,5 km Entfernungsmessung zur Kastello-Straße:

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MilitaryMediaSy dürfte über die besten Informationen zur Lage verfügen, aber @PetoLucem macht die schöneren Karten. Deshalb sei hier seine Karte dazu vorgestellt, auch wenn es da so aussieht, als seien die syrische Armee und ihre Partner schon dichter an die Kastello-Straße herangekommen, was aufgrund der Karte von MilitaryMediaSy in Zweifel gezogen werden sollte. Obendrein wurde der Kartenausschnitt von @PetoLucem größer gewählt, was für etwas mehr Übersicht gut sein sollte.

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Ein paar Bilder von den Kämpfen hat MilitaryMediaSy am Dienstag auch veröffentlicht:

Wie zu sehen ist, kommen schwere Waffen aller Art zum Einsatz, und davon reichlich. Die russische Luftwaffe hilft auch mit. Russland hat sich nun erstmals zum Ziel der Gegenoffensive bei Aleppo geäußert, und zwar durch den gerade in Moskau weilenden russischen Botschafter in Syrien, dessen Aussage dazu von der syrischen Nachrichtenagentur SANA veröffentlicht wurde. Der Botschafter Alexander Kinshchak sagte demzufolge vor Journalisten, die Operation sei defensiv, beziehe sich nur auf vom Waffenstillstand nicht erfasste Gebiete und diene dazu, dafür zu sorgen, dass die syrische Armee nicht von Terroristen der Nusra Front umzingelt werde und die Balance der Kräfte nicht verschoben werde. Details ließ Alexander Kinshchak natürlich offen, aber aus seinem Kommentar lässt sich doch schließen, dass die Ziele dieser Gegenoffensive der syrischen Armee doch verhältnismäßig limitiert sein dürften.

Abgeschlossen ist die Operation bisher jedoch nicht, es wird zur Stunde weiter gekämpft. Die Terroristen nördlich von Aleppo scheinen, obwohl gut ausgerüstet und tief eingegraben, gegen die Übermacht der schweren Waffen nicht viel ausrichten zu können. Von hohen Verlusten auf Seiten der Terroristen wurde wiederholt berichtet. Was die Terroristen von Al Kaida aber bewerkstelligt haben, ist, dass der zentralasiatische Al-Kaida-Ableger Turkistan Islamic Party nunmehr von der Türkei aus kommend nunmehr schon die zweite große Angriffswelle im Norden der Provinz Latakia führt, was von den Al-Kaida-Terroristen in Aleppo als hilfreicher Entlastungsangriff, der die Luftwaffe bindet, betrachtet wird. Ob da für die Terroristen insgesamt mehr bei rauskommen wird als bei ihrer ersten Offensive in der Provinz Latakia vorgestern, wo sie sich nach anfänglichen Geländegewinnen anschließend unter hohen Verlusten wieder komplett zurückziehen mussten, mag man allerdings bezweifeln.

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